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Auszeichnung für Mäzenin: Margarete Ammon zur Ehrensenatorin ernannt

06.03.2002 - (idw) Technische Universität München

Auf Vorschlag der Hochschulleitung hat der Verwaltungsrat der Technischen Universität München einstimmig beschlossen, Frau Margarete Ammon "in Würdigung ihrer beständigen Verdienste um die Förderung der Technischen Universität München, insbesondere auf dem Gebiet der Förderung junger, herausragender Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler, sowie der Unterstützung strategischer Entwicklungsprojekte auf dem Weg zu einer unternehmerischen Hochschule" zur Ehrensenatorin zu ernennen. Die Verleihung findet am 7. März 2002, ihrem 80. Geburtstag statt. "Mit Frau Ammon wird die Reihe unserer Ehrensenatoren um eine Frau erweitert, die sich nicht nur herausragende Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, den Freistaat Bayern und ihre Heimatgemeinde, sondern auch um unsere Universität erworben hat" so TU-Präsident Prof. Wolfgang A. Herrmann.

TU München zeichnet großherzige Mäzenin aus
Margarete Ammon zur Ehrensenatorin ernannt
Stiftung fördert insbesondere Nachwuchswissenschaftler

Auf Vorschlag der Hochschulleitung hat der Verwaltungsrat der Technischen Universität München einstimmig beschlossen, Frau Margarete Ammon "in Würdigung ihrer beständigen Verdienste um die Förderung der Technischen Universität München, insbesondere auf dem Gebiet der Förderung junger, herausragender Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler, sowie der Unterstützung strategischer Entwicklungsprojekte auf dem Weg zu einer unternehmerischen Hochschule" zur Ehrensenatorin zu ernennen. Die Verleihung findet am 7. März 2002, ihrem 80. Geburtstag statt. "Mit Frau Ammon wird die Reihe unserer Ehrensenatoren um eine Frau erweitert, die sich nicht nur herausragende Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland, den Freistaat Bayern und ihre Heimatgemeinde, sondern auch um unsere Universität erworben hat" so TU-Präsident Prof. Wolfgang A. Herrmann.
Frau Ammon wurde vor 80 Jahren in München geboren und wuchs hier und im schwäbischen Thannhausen auf, wo ihr Großvater Edmund Zimmermann eine Fleischwarenfabrik gegründet hatte, die zum königlich bayerischen Hoflieferanten avancierte. Die Leitung dieser Fabrik übernahm Margarete Ammon im Jahr 1963 nach dem Tod ihres Vaters. Für diese Aufgabe war sie wenig vorbereitet, denn sie hatte während des Krieges die Kunstschule Plocherer besucht und sich danach an der damaligen Technischen Hochschule München im Fach Architektur immatrikuliert, auf Drängen des Großvaters später im Fach Betriebswirtschaftslehre. Die Zerstörungen an der Hochschule und die kriegsbedingten Schwierigkeiten in München beendeten ihr Studium und damit ihren sehnlichen Wunsch, einen künstlerischen Beruf ergreifen zu können. Von ihren schwäbischen Vorfahren hat sie jedoch unternehmerischen Geist und Mut, Risikobereitschaft und Phantasie geerbt, die ihr den Wiederanfang nach dem Krieg erleichterten. Gemeinsam mit ihrer Schwester gründete sie im Jahr 1949 die Firma Kithan, die sich dem Aufbau zerstörter Häuser widmete. Frau Ammon leitet diese Grundbesitz- und Immobilienfirma, die eine Anzahl repräsentativer Gebäude in München besitzt, heute noch persönlich und erfolgreich.
Die Übernahme und alleinige Leitung der Fleischwarenfabrik Zimmermann in Thannhausen brachte neue, für sie bis dahin unbekannte Anforderungen mit sich. Sie setzte sich in der reinen Männerwelt dieses Unternehmens aber durch, formte ein homogenes Team und modernisierte und vergrößerte den mittelständischen Industriebetrieb auf ca. 350 Mitarbeiter. Im Alter von 67 Jahren gab sie die Unternehmensführung ab und verkaufte den traditionsreichen und erfolgreichen Betrieb in Thannhausen.
Ihr unternehmerisches Geschick, ihr vorbildliches Management sowie ihre hohen Anforderungen an qualitative Standards wurden weit über ihren unmittelbaren Wirkungskreis hinaus bekannt. Gleiches gilt für ihr Engagement für das Gemeinwohl und ihr ausgeprägtes Mäzenatentum. Von der öffentlichen Anerkennung zeugen zahlreiche Ehrungen, u.a. der Bayerische Verdienstorden, der Porzellanlöwe des Bayerischen Landwirtschaftsministers und das Bundesverdienstkreuz am Bande. Von Ihrer Heimatgemeinde Thannhausen, die von ihr nicht nur als erfolgreiche Unternehmerin, sondern auch als Stifterin und Förderin der Kunst profitierte, wurde ihr die Ehrenbürgerwürde verliehen.
1993 begründete Margarete Ammon eine nach ihr benannte Stiftungs-AG, die derzeit in eine öffentliche Stiftung umgewandelt wird. Die Gewinne der Stiftung werden wohltätigen und wissenschaftlichen Zwecken zugeführt. In der Präambel zur geplanten öffentlichen Stiftung schreibt Frau Ammon "Die Verbindung zur Technischen Universität München erscheint mir besonders wertvoll".
Die TU München wurde durch die Margarete Ammon Stiftungs-AG mehrfach in großzügiger Art und Weise unterstützt. Der Stifterin ist besonders an der Förderung hochbegabter Nachwuchswissenschaftler, vor allem auch Nachwuchswissenschaftlerinnen gelegen. Nach den Vorstellungen der Stifterin soll "die Stiftung zu den Geförderten persönlichen Kontakt halten, ihre Entwicklung verfolgen, Ratschläge und auch menschlichen Background bieten, wo immer sie gefragt sind." Die Margarete Ammon Stiftung hat hochbegabte Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler der Fakultäten für Medizin, für Chemie und des Wissenschaftszentrums Weihenstephan, aber auch verschiedene andere Personen und Projekte unterstützt, wodurch wichtige Entwicklungen der Hochschule gefördert werden konnten. Aktiv hat sich Frau Ammon auch an Diskussionen zur Verbesserung der Stellung von Frauen an der TU München eingebracht, wobei ihr neben der Berücksichtigung sozialer Aspekte auch die der Leistung und Begabung am Herzen liegen. Nicht nur bei solchen Gesprächen besticht und überzeugt Frau Ammon durch ihre geistige Frische, ihre klare Sichtweise, große Lebenserfahrung und menschliche Wärme.
Mit der Verleihung der Würde einer Ehrensenatorin an Frau Margarete Ammon zeichnet die Technische Universität München eine Persönlichkeit aus, deren Lebenslauf die Entwicklung Bayerns aus den Kriegs- und Nachkriegswirren zu einem wirtschaftlich erfolgreichen und modern strukturierten Gemeinwesen nachzeichnet. Dabei hat sich Frau Ammon ihre bayrisch geprägte Identität und Lebensweise bewahrt und gleichzeitig Weltoffenheit gepflegt und weiterentwickelt.

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