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Von Computerspielen lernen

07.03.2002 - (idw) Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD

Viele Computer-Anwendungen locken potenzielle Käufer mit steigender Funktionalität. Zwar nutzen die meisten Anwender lediglich einen Bruchteil dieser Funktionen. Doch die Programme werden durch die vielen zusätzlichen Menüeinträge und Dialogfenster unübersichtlich und sind kaum noch zu bedienen. Auf die Freude über das neue Programm folgt schnell der Frust. Wie eine spielerische Benutzerführung die Anwender motivieren kann selbst komplexe Programme zu erlernen, zeigen die Forscher des Fraunhofer-Instituts für Graphische Datenverarbeitung IGD auf der CeBIT 2002 (13. bis 20. März ) in Halle 11, Stand A14.

Die Rostocker Wissenschaftler setzen auf neue Strukturen und Konzepte für Benutzungsoberflächen (User Interfaces) und ordnen die Funktionalität der Programme neu. Ihr Vorbild sind gute Computerspiele, denn sie zeichnen sich durch eine gelungene Dramaturgie aus und erzählen eine spannende Geschichte, die den Spieler fesselt und durch die Anwendung lenkt. Ferner werden hier in der Regel nur die Funktionen bereitgestellt, die der Nutzer für die aktuelle Aufgabe benötigt. Ändert sich die Aufgabe, so passen sich Erweiterungen oder Einschränkungen nahtlos in das bestehende Interface ein. Gelingt es die Methoden und Metaphern aus Spielen in die Gestaltung der User Interfaces zu übertragen, kann Jede und Jeder selbst eine Vielzahl von Funktionalitäten mühelos nutzen. Ziel des Projektes "Game Based Interfaces" ist es, neue spielbasierte Ansätze für die Benutzungsoberflächen von Standardanwendungen zu entwickeln und umzusetzen. So dass der Anwender die Programme einfach erlernen und intuitiv bedienen kann.

"Game Based Interfaces ermöglichen dem Kunden eine effektive und unkomplizierte Arbeitsweise mit Standardanwendungen wie Textverarbeitung, Tabellenkalkulation oder Suchmaschinen", erläutert Holger Diener, Leiter der Abteilung Entertainment Technologien am Fraunhofer IGD in Rostock. So verwendet beispielsweise das am IGD entwickelte Context-Control-Menü verschiedene Arten von Kontrollelementen, um auf einfache Weise Programme steuern zu können. Dabei ersetzt das Context-Control das herkömmliche Kontextmenü und stellt dem Benutzer beim Klick auf die rechte Maustaste alle notwendigen Funktionen zur Verfügung. Für die Rostocker Forscher ist die Einfachheit der Spiele ein Grundprinzip ihrer eigenen Forschungsarbeit. Darüber hinaus verwenden sie weitere Spielelemente wie semitransparente Kontrollmenüs oder Flying Buttons. "In naher Zukunft könnte beispielsweise das Textverarbeitungsprogramm Word mit einem einfachen Joystick gesteuert werden", so Holger Diener.

Detaillierte Informationen zu dem Exponat "Game Based Interfaces" erhalten Sie unter der URL:

http://www.rostock.igd.fhg.de/IGD/Abteilungen/AR4/

CeBIT 2002
Messe Hannover
Gemeinschaftstand der Fraunhofer-Gesellschaft
Halle 11, Stand A 14
Holger Diener
Fraunhofer IGD Rostock
E-Mail: holger.diener@rostock.igd.fraunhofer.de

Kurzprofil INI-GraphicsNet:
Das internationale Netzwerk der Graphischen Datenverarbeitung (INI-GraphicsNet) besteht aus dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung IGD, dem Zentrum für Graphische Datenverarbeitung (ZGDV) e.V., beide in Darmstadt und Rostock, und dem Fachgebiet Graphisch-Interaktive Systeme (GRIS) der Technischen Universität Darmstadt. Weitere Institutionen des Netzwerkes sind das Fraunhofer-Anwendungszentrum für Computergraphik in Chemie und Pharmazie (AGC) in Frankfurt, das Fraunhofer Center for Research in Computer Graphics (CRCG) in Providence, Rhode Island (USA), das Centre for Advanced Media Technology (CAMTech) in Singapur, das Centro de Computaç"o Gráfica (CCG) in Guimar"es (Portugal), das Centre for Visual Interaction and Communication Technologies (VICOMTech) in San Sebastian (Spanien) und das Institute for New Media Technology (NEMETech) in Seoul (Süd-Korea).

Innerhalb des Netzverbundes sind an den acht Standorten über 300 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie rund 560 wissenschaftliche Hilfskräfte beschäftigt. Bei einem Haushalt von über 41 Millionen EURO bildet das INI-GraphicsNet weltweit den größten Forschungsverbund auf dem Gebiet der Graphischen Datenverarbeitung.
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