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Erklärung der Mitglieder der KA anl. der Sitzung am 8. März 2002

08.03.2002 - (idw) Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung


Erklärung der Mitglieder der Konzertierten Aktion für das Internationale Marketing für den Bildungs- und Forschungsstandort Deutschland anlässlich der Sitzung am 8. März 2002

Erklärung der Mitglieder der Konzertierten Aktion für das Internationale Marketing für den Bildungs- und Forschungsstandort Deutschland anlässlich der Sitzung am 8. März 2002

Die Konzertierte Aktion Internationales Marketing für den Bildungs- und Forschungsstandort Deutschland, in der die wichtigsten Verantwortungsträger für den Bildungs- und Forschungsbereich in Deutschland zusammenwirken, ist am 08. März 2002 zu ihrer zweiten Sitzung zusammengetreten.
Sie bekräftigt ihre gemeinsame Erklärung vom 22. Juni 2001, in der die Förderung der Internationalität von Bildung und Forschung vor dem Hintergrund der Globalisierung und der weltweiten Transformation zu Wissens- und Informationsgesellschaften wie auch der demographischen Entwicklung als politische Aufgabe ersten Ranges qualifiziert wurde. Die Bemühungen um internationale Verständigung sind weiter zu verstärken, das Werben um Partnerschaft über die Grenzen Deutschlands hinaus aktiv fortzusetzen und die Offenheit unseres Landes für den Austausch in Bildung und Forschung zu erhalten.

Die Konzertierte Aktion setzt sich weiterhin nachdrücklich dafür ein, dass Deutschland eine aktive Rolle im weltweiten Wettbewerb um begabte Nachwuchskräfte übernimmt. Sie hat sich dafür ausgesprochen, dass ein förderliches Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisrecht hochqualifizierten Nachwuchs- und Fachkräften den Weg in unser Land erleichtert. Angesichts der gegen-wärtigen Beratungen über den Entwurf der Bundesregierung für ein Zuwanderungsgesetz unterstreicht die Konzertierte Aktion erneut diese Grundsätze. Sie stellt mit Genugtuung fest, dass in der laufenden Debatte über den Gesetzentwurf über diesen Aspekt weitgehend Einvernehmen besteht. Zugleich betont sie die Bedeutung von Maßnahmen zur Unterstützung der Reintegration in den jeweiligen Heimatländern.

Die Konzertierte Aktion hat sich zum Ziel gesetzt, durch das Zusammenwirken aller Verantwortungsträger die Anzahl hochqualifizierter ausländischer Studierender an deutschen Hochschulen zügig zu erhöhen. Sie stellt mit Befriedigung fest, dass nach ersten Schätzungen die Zahl der ausländischen Studierenden im Zweijahresvergleich zwischen dem WS 1999/2000 und dem WS 2001/2002 um bis zu 30 % gestiegen ist. Der überproportionale Zuwachs bei den ausländischen Studierenden an Fachhochschulen ist zugleich Ausdruck des gestiegenen internationalen Ansehens dieser Hochschulart.

Die Stärkung des wissenschaftlichen Potenzials von herausragender Qualität in Deutschland hat durch die Verleihung der Wolfgang-Paul- und der Sofja-Kovalevskaja-Preise durch die Alexander von Humboldt-Stiftung wesentlichen Auftrieb erhalten. Mit Interesse und Anerkennung stellen die Mitglieder der Konzertierten Aktion zudem fest, dass die über den Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) angebotenen neuen Fördermöglichkeiten zur Etablierung deutscher Studienangebote im Ausland von einer großen Zahl von Einrichtungen mit hochqualifizierten Projektvorschlägen beantwortet wurden. 29 Projekte sind nunmehr mit ergänzender Unterstützung der jeweiligen Länder wie in vielen Fällen auch der Wirtschaft in der Realisierung. Die Konzertierte Ak-tion sieht in diesen von der Bundesregierung im Rahmen des Zukunftsinvestitionsprogramms (ZIP) finanzierten Programmen wichtige Schritte auf dem Wege zur Internationalisierung der deutschen Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen. Die Fortsetzung dieser auf 3 Jahre befristeten Maßnahmen sollte deshalb geprüft werden.

Die Konzertierte Aktion begrüßt darüber hinaus die zahlreichen Maßnahmen der Länder, der Wissenschafts- und Mittlerorganisationen sowie der Wirtschaft, die darauf gerichtet sind, die Ziele der Konzertierten Aktion im Ausland wie im Inland zu verfolgen und das internationale Engagement einzelner Einrichtungen gezielt zu fördern. Das neue Stipendienprogramm der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz und das Vorhaben der Stiftung der Deutschen Wirtschaft, jährlich ca. 60 mit Praktika verbundene Stipendien für Studierende auf Masterniveau zu vergeben, sind dafür hervorragende Beispiele. Preise und Auszeichnungen für best practice und zukunftsweisende Handlungsmodelle können zudem besonders schnell und sichtbar Impulse geben. In einem 19 Punkte umfassenden Arbeitsprogramm haben der DIHK und der DAAD konkrete Maßnahmen für eine intensivierte Kooperation zwischen den im DIHK organisierten Auslandshandelskammern sowie dem DAAD, dem Hochschulkonsortium GATE und der Konzertierten Aktion vereinbart.

Die anspruchsvolle Aufgabe der Konzertierung einer großen Zahl von Partnern für das Marketing für den Bildungs- und Forschungsstandort Deutschland ist noch nicht abgeschlossen:

Die Konzertierte Aktion hat mit Interesse den Bericht des Sekretariats über die Kampagne "Hi!Potentials" im Jahre 2001 zur Kenntnis genommen und begrüßt die erarbeiteten Tourenpläne für das Jahr 2002, die so wichtige Länder wie Brasilien, China, Indien, Indonesien, Japan, Thailand, USA und Vietnam erreichen sollen, und bittet alle Zuständigen in Deutschland, die Auftritte in den Zielländern wirkungsvoll zu unterstützen. In den Zielländern vor Ort ist eine entsprechende Kooperation zur Vorbereitung großer Marketingveranstaltungen durch die Einrichtung "Runder Tische" (DAAD, GI, DIHK/AHK, deutsche Industrie, Deutsche Botschaft, Alumni) bereits erfolgt.

Die Mitglieder der Konzertierten Aktion danken der Deutschen Welle für den zügigen Aufbau der gemeinsamen Web-Site "campus-germany.de" und appellieren zugleich an die einzelnen Hochschulen und Forschungseinrichtungen, diese Informationsplattform zu unterstützen und umfassend zu nutzen. Die Beiträge der Mitglieder der Konzertierten Aktion zur Werbung für den Bildungs- und Forschungsstandort Deutschland sollen noch deutlicher unter das am 22. Juni 2001 gemeinsam festgelegte Logo "Hi!Potentials-International careers made in Germany" gestellt werden.

Aufbauend auf den bereits erreichten Stand der Konzertierten Aktion sollen in Deutschland Angebote für ausländische Studierende und Wissenschaftler und die Maßnahmen zur Verbesserung ihrer Betreuung fortgesetzt und intensiviert werden. Die Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen selbst wie auch die Kommunen, die Länder und der Bund sowie die gesamte Gesellschaft sind hier gefordert. In einer eingehenden Aussprache hat sich die Konzertierte Aktion insbesondere mit folgenden klärungsbedürftigen Fragen befasst: Was muss getan werden, um eine qualitäts- und studienerfolgsorientierte Auswahl unter ausländischen Studienbewerbern zu erleichtern und die Besten zu gewinnen? Wie können die Hochschulen den wachsenden Herausforderungen bei der Betreuung und Begleitung ausländischer Studierender noch besser gerecht werden? Welche Rolle sollen die Studienkollegs in diesem Zusammenhang spielen? Wie können weitere Maßnahmen zur Beschaffung des erforderlichen Wohnraums vorangebracht werden? Wie kann die sprachliche Vorbereitung ausländischer Studieninteressenten für ein Studium in Deutschland verbessert werden?

Die Konzertierte Aktion nimmt in diesem Zusammenhang mit Befriedigung zur Kenntnis, dass der Deutsche Städtetag sein im Zusammenwirken mit dem Deutschen Studentenwerk und der Carl Duisberg-Gesellschaft durchgeführtes Projekt "Verbesserung der Situation der Studierenden in den Städten" erfolgreich mit sieben konkreten Erfahrungsmodellen und seiner auf der Sitzung vorgestellten Informationsbroschüre abschließen konnte. Auch das vom Auswärtigen Amt finanzierte Stipendien- und Betreuungsprogramm (STIBET) des DAAD wird für die Betreuung neue Impulse geben. Sie begrüßt ebenso die Bereitschaft der Zentralstelle für Arbeitsvermittlung der Bundesanstalt für Arbeit, ausländischen und rückkehrwilligen deutschen Wissenschaftlern durch eine Jobbörse den Weg zu einer wissenschaftlichen Tätigkeit in Deutschland wesentlich zu erleichtern. Die Mitglieder der Konzertierten Aktion erklären ihre Bereitschaft, dieses Vorhaben durch eine rechtzeitige Information über Ausschreibungen und durch andere Hilfen zu unterstützen. Die Konzertierte Aktion erinnert in diesem Zusammenhang an ihre Leitlinien zur Internationalisierung der Berufungen an Hochschulen und außerhochschuli-schen Forschungseinrichtungen vom 22. Juni 2001.

Unter Bezugnahme auf die Aussprache am 22. Juni 2001 begrüßt die Konzertierte Aktion, dass künftig die deutschen Schulen im Ausland noch intensiver in die Strategien zur Gewinnung hochqualifizierter ausländischer Studienbewerber einbezogen werden. Sie bittet das Sekretariat der Konzertierten Aktion dafür zu sorgen, dass diese Einrichtungen in Zukunft gezielt mit Informationen versorgt und in Marketingkampagnen einbezogen werden.

Die attraktive Gestaltung der Studien- und Forschungsmöglichkeiten in Deutschland bleibt ein Kernstück der Aufgaben, die im Zusammenhang der Konzertierten Aktion gestellt sind. Die Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen wie die Verantwortlichen in Bund, Ländern und Kommunen und die beteiligten Stellen der Wirtschaft werden in ihrem jeweiligen Verantwortungsbereich Initiativen ergreifen, um auf diesem Weg voranzukommen. Ein gelungenes Beispiel hierfür sind die gemeinsam von der Max-Planck-Gesellschaft und Universitäten eingerichteten International Max Planck Research Schools und ebenso die internationalen Graduiertenkollegs der DFG. Die Konzertierte Aktion begrüßt hierzu das Ergebnis einer Arbeitsgruppe, die zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Zielgruppenorientierung, der Sprachkompetenz und des Einsatzes von IuK-gestützten Angeboten sowie zur Weiterentwicklung von Promotionsprogrammen für ausländische Studierende und von international orientierten Weiterbildungsangeboten vorschlägt. Sie bittet die Mitglieder der Konzertierten Aktion, die Vorschläge in ihrem jeweiligen Kompetenz - und Verantwortungsbereich weiter zu verfolgen und zeitnah umzusetzen. Sie hält in diesem Zusammenhang im Übrigen eine rasche Verdoppelung und weitere erhebliche Steigerung der Zahl der Studierenden in den auf die Abschlüsse Bachelor und Master ausgerichteten Studiengängen für dringend erforderlich. Sie erwartet hierfür auch vom sogenannten Bologna-Prozess und der im Jahr 2003 in Berlin zu diesem Thema geplanten Tagung auf europäischer Ebene wesentliche Anstöße. Die Konzertierte Aktion wird darauf hinwirken, dass die Akzeptanz der neuen Bachelor- und Masterabschlüsse auch in der Wirtschaft gefördert wird.

Die Konzertierte Aktion hat sich schließlich erstmals mit der Aufgabe des Marketing für die berufliche Weiterbildung in Deutschland befasst. Sie unterstreicht die Chancen, die dieser Sektor auch in wirtschaftlicher Hinsicht bietet. Die Konzertierte Aktion begrüßt die Einrichtung einer Arbeitsstelle beim Bundesinstitut für Berufsbildung. Die eingeleiteten Untersuchungen zur Struktur erfolgreicher Auslandsangebote von Weiterbildungsträgern sollten ausgeweitet und gleichzeitig ein Schwerpunkt auf Public Private Partnership (PPP-Aktivitäten gelegt werden. Die Konzertierte Aktion nimmt die Erklärung der in der Aktion engagierten Wirtschaftsverbände mit Interesse zur Kenntnis, diesem Potenzial verstärkte Aufmerksamkeit zuzuwenden und dabei erste konkrete Projekte im Rahmen ihrer Möglichkeiten zu unterstützen.

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