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Von Botenstoffen, Krebs und neuen Medikamenten - Wie Hormone in unserem Körper wirken

22.03.2002 - (idw) Friedrich-Schiller-Universität Jena

Jena (22.03.02) Über neue Entwicklungen aus der Hormonforschung berichtet die Biologin Dr. Kirsten Prüfer von den Nationalen Gesundheitsinstituten, Bethesda, Maryland, USA, am Montag, dem 8. April 2002, um 14.00 Uhr im Hörsaal des Anatomischen Instituts der Uni Jena, Teichgraben 7. Der Vortrag mit dem Titel "Nukleäre Rezeptoren auf der Reise zwischen Zellkern und Zytoplasma" ist bewusst populär gehalten und richtet sich an Ärzte und Naturwissenschaftler, die sich weiterbilden möchten, aber auch an interessierte Bürger. Frau Dr. Prüfer hat an der Uni Jena promoviert und arbeitet seit drei Jahren in den USA.

Ohne sie könnten wir weder unseren Blutdruck noch unseren Herzschlag noch unseren Blutzucker regulieren - unsere Hormone. Sie steuern unser gesamtes Wachstum und unsere Entwicklung. Die wohl wichtigste Gruppe der Hormone sind die Steroide, zu denen auch unsere Geschlechtshormone - die Östrogene, Gestagene und Androgene - zählen. Sie werden in den Keimdrüsen gebildet und gelangen dann über das Blut zu ihren Zielzellen. Dort wandern sie durch die Zellflüssigkeit, das Zytoplasma, in den Zellkern. Hier lagern sie sich an bestimmte Bindungsstellen, sogenannte Rezeptoren, an. Für jedes Hormon ist dabei eine andere Rezeptorart zuständig, beide passen zueinander wie ein Schlüssel zu einem Schloss. Einmal im Zellkern angelangt, aktivieren die Hormone bestimmte Bereiche des Erbguts. Diese sorgen dafür, dass besondere Eiweißstoffe gebildet werden und bewirken so die erwünschten Reaktionen des Körpers.

Die Aktivierung des Erbguts hat aber auch Nachteile: Manchmal werden nämlich Abschnitte angeschaltet, die die Zellen dazu veranlassen, sich unkontrolliert zu teilen. Die Folge: Krebs.

Bisher konnte man den Weg der Hormone vom Zytoplasma in den Kern nicht in lebenden Zellen beobachten. Dr. Kirsten Prüfer hat nun ein Verfahren entwickelt, das dies ermöglicht. Dadurch lässt sich die genaue Wirkungsweise der Hormone besser verstehen als bisher. Das Verfahren könnte in Zukunft dabei helfen, neue Medikamente auf der Grundlage von Steroidhormonen zu entwickeln, die nicht mehr im Zellkern wirken, sondern im Zytoplasma.
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