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Gesundheit im Rückkehrgespräch

22.03.2002 - (idw) Fachhochschule Aalen

Die Fachhochschule Aalen sei das ideale Umfeld, um "aus der Praxis über die Praxis" zu reden, bekannte Till Klein von der AOK auf dem Forum "Erfolgsfaktor Gesundheit". Und Hausherr Rektor Prof. Dr. Dr. Hering wünschte den Teilnehmern dabei eine gehörige Prise gute Laune, da die Spaßgesellschaft doch um einiges gesünder sei als eine solche, in der die Lethargie ewiger Bedenkenträger überwiege.

Ein Rückkehrgespräch der besonderen Art stellte auf dem Forum Prof. Dr. Haubrocks Vortrag über Rückkehrgespräche als Instrument im betrieblichen Gesundheitsmanagement dar. Den aus der Pause Rückgekehrten setzte der Professor für Betriebswirtschaft an der FH Aalen auseinander, wie ein Gespräch mit Mitarbeitern, die nach längerer Zeit wieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren, sowohl als Führungsinstrument begriffen werden als auch zur Gesundheitsvorsorge dienen kann. Für jemanden, der nach Urlaub, Fortbildung oder Krankheit wieder in den Betrieb komme, stellten Rückkehrgespräche nicht nur eine persönliche Begrüßung dar, sondern beinhalteten auch das Angebot wichtiger Informationen über betriebliche Änderungen während dessen Abwesenheit. Das trage nicht nur dazu bei, dass die Mitarbeiter motivierter bei der Sache seien, sondern auch umgekehrt, erhalte der Arbeitgeber Informationen über mögliche Ursachen, die zu den Fehlzeiten geführt hätten. Einer Erhebung zufolge gingen betriebliche Fehlzeiten nämlich nur in 15% der Fälle auf Krankheiten zurück, über die Hälfte der Gründe betrafen dagegen den Arbeitsplatz. So könne man auf Seiten der Geschäftsführung über die Rückkehrgespräche Anregungen darüber einziehen, welche Maßnahmen zur Reduzierung des Krankenstandes beitragen könnten.

Prof. Haubrock verschwieg jedoch nicht, dass Rückkehrgespräche auch dazu eingesetzt werden könnten, um demotivierte und deplazierte Mitarbeiter zu identifizieren. Doch selbst in diesen Fällen eigneten sich laut Haubrock die Gespräche zur Analyse dessen, ob die mangelnde Motivation beim Mitarbeiter auf seine eingeschränkten Möglichkeiten, seine ungenügenden Fähigkeiten oder einfach die fehlende Bereitschaft zurückzuführen sind.

Ganz wichtig sei es jedoch, nicht nur den betroffenen Mitarbeiter über Sinn und Zweck des Rückkehrgesprächs aufzuklären, sondern auch der Betriebsrat sei in diese Vorgänge mit einzubeziehen. Denn in einem Unternehmen, in dem kein Klima des Vertrauens herrsche, dort könnten auch Rückkehrgespräche nicht als Mittel zur Gesundheitsvorsorge eingesetzt werden, weil die Gesprächsinhalte unter dem Vorbehalt des Misstrauens wenig aussagekräftig seien.
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