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Wege aus der Bildungsmisere

27.03.2002 - (idw) Private Universität Witten/Herdecke gGmbH

"Manifest" aus dem gewerkschaftlichen Umfeld bezieht neue Positionen in Sachen Bildung; Mit-Autor: UWH-Professor Birger Priddat

Nach dem Pisa-Schock haben sich jetzt namhafte Persönlichkeiten aus dem gewerkschaftlichen Umfeld mit einem "Manifest" mit dem Titel "Bildung für die Arbeits- und Wissensgesellschaft" zu Wort gemeldet - u.a. auch der Witten/Herdecker Wirtschaftsprofessor Dr. Birger Priddat.

Das Bemerkenswerte des Manifests: Gewerkschaftlich über Jahrzehnte vertretene Positionen werden über Bord geworfen, Selbstkritik geübt ("Keine Position in den Bildungsdebatten der letzten Jahrzehnte kann sich uneingeschränkt bestätigt fühlen") und zu neuen Ufern aufgebrochen: "Eigenverantwortliche Schulen" und "Wettbewerb zwischen den Schulen", sind keine Tabus mehr. Vielmehr wird jetzt Wettbewerb zwischen den Schulen "als Mittel der Qualitätskontrolle und damit Qualitätsentwicklung" begrüßt. Zudem fordern die Unterzeichner, "die erprobten Instrumente der Budgetierung und Zielvereinbarungen" sollten stärker genutzt werden, um die Effizienz der Bildungsausgaben zu erhöhen.

Darüber hinaus empfiehlt das Papier, die Schaffung "neuer Bildungskontexte" auch mit Hilfe "kommerzieller Anbieter" zusammen mit staatlichen Stellen und Non-Profit-Organisationen.
Mit Hilfe so genannter "Bildungskonten" will man in Zukunft Chancengleichheit herstellen und damit schon bisher diskutierte Instrumente wie Bildungssparen, Bildungsdarlehen und Bildungsgutscheine zusammenführen. Auch die Eigenverantwortung wird als Wert stärker betont: "Die Wissensgesellschaft fordert andere Investitionen in Bildung: vom Staat, von der Gesellschaft, von den Individuen selbst."

Neben UWH-Prof. Birger Priddat haben an dem "Manifest" mitgewirkt: Nikolaus Simon, Geschäftsführer der Hans-Böckler-Stiftung, Wolf Jürgen Röder, Mitglied des geschäftsführenden Vorstandes der Industriegewerkschaft (IG) Metall, Heinz Putzhammer, Mitglied des geschäftsführenden Bundesvorstandes des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) sowie Dr. Klaus G. West von der Universität Freiburg.

Kontakt: Prof. Dr. Birger Priddat, Tel. 02302/926-547/-567, Dr. Klaus-W. West, klaus.west@t-online.de
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