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Gute Forschung braucht flexible Unterstützung

08.04.2002 - (idw) Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Das Professorenpaar Heinz und Chica Schaller finanziert der Universität Heidelberg für 1,25 Millionen Euro eine Stiftungsprofessur - Forschungsschwerpunkt Molekulare Infektiologie soll verstärkt werden

Was bewegt ein Forscherpaar, einer Universität 1,25 Millionen Euro für eine Stiftungsprofessur zu geben? Professor Dr. Heinz Schaller und seine Frau, Professor Dr. Chica Schaller, haben genau das getan. Mit der auf zehn Jahre ausgelegten Stiftungsprofessur, die danach vom Land übernommen wird, soll der Forschungsschwerpunkt Molekulare Infektiologie an der Heidelberger Ruperto Carola verstärkt werden.

Die Stelle wurde mit dem Virologen Ralf Bartenschlager besetzt. Heinz Schaller war 1978 einer der Gründer von Biogen, einer der erfolgreichsten Biotech-Firmen weltweit. Wir sprachen mit dem gerade 70 Jahre alt gewordenen Emeritus über seine Beweggründe, seine Forschung und seine zukünftigen Pläne. Nach vierzig Jahren Forscherdrang zieht sich der international renommierte Molekularbiologe und Virologe langsam aus dem aktiven Wissenschaftsbetrieb zurück.

So ganz von der Forschung in die Freizeit will er allerdings noch nicht übergleiten, auch wenn er Ende des Jahres im Zentrum für Molekulare Biologie nur noch ein Büro haben will. Bis zum Schluss wird auf hohem Niveau geforscht. Seine Arbeitsgruppe versucht noch immer ein Zellkultursystem für das leberentzündliche Hepatitis B-Virus zu entwickeln, um so einen Beitrag zu einem zentralen Problem zu leisten, das bisher von vielen erfolglos bearbeitet wurde. "Dies wäre von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung eines wirksamen Medikaments gegen die chronische Hepatitis B", erläutert Schaller.

Neben der Begleitung dieser Arbeiten habe Schaller mit der Betreuung und dem Ausbau seiner Stiftung und deren Stipendienprogrammen genug zu tun. Die Stiftung liegt ihm und seiner Frau am Herzen, wobei es den beiden darauf ankommt, punktuell Starthilfen für Forschung und Ausbildung zu geben. "Das Hauptziel ist die Förderung von Forschungsintensität und Attraktivität universitärer Forschungseinrichtungen in der Grenzzone Molekularbiologie/Medizin mit Schwerpunkten in Neurobiologie und Infektiologie", nennt Schaller den Zweck des derzeitigen Programms.

Warum die Schallers ausgerechnet die Ruperto Carola beglücken, ist auf eine besondere Verbundenheit zurückzuführen. In Heidelberg lernten sich die beiden als Studenten kennen und durchlebten hier, nach der Rückkehr aus den USA und Tübingen, wichtige Stufen ihrer Wissenschaftskarriere. Dass die Universität mit Ralf Bartenschlager nicht nur einen international führenden Forscher auf dem Arbeitsgebiet des Hepatitis C-Virus nach Heidelberg holte, sondern gleichzeitig einen ehemaligen Schüler Schallers, ist reiner Zufall. Trotzdem ist Schaller glücklich über dessen Wahl und die Annahme des Rufs.

Schaller hat vielen jungen Wissenschaftlern geholfen, ihren eigenen Weg zu finden. In dieser menschlichen und wissenschaftlichen Hilfestellung sieht er ebenfalls einen wesentlichen Teil seines persönlichen und wissenschaftlichen Erfolgs, wie auch darin, dass er an der Entwicklung von Molekularbiologie und Gentechnik aus Genetik und Biochemie mitwirken konnte. Den Studenten gibt er diesen Ratschlag mit auf den Weg: "Ganz offen bleiben, suchen was auch Spaß macht, das aber dann mit vollem Einsatz verfolgen. Die Neugierde muss einen treiben. Nicht mit Gewalt Karriere machen wollen."

Georg Sposny

Rückfragen bitte an:
Dr. Michael Schwarz
Pressesprecher der Universität Heidelberg
Tel. 06221 542310, Fax 542317
michael.schwarz@rektorat.uni-heidelberg.de
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