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FiBS legt Studie zur Position Deutschlands in internationalen Bildungsvergleichen vor

06.03.2003 - (idw) Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS)

Waren deutsche Schüler früher besser? Vergleich und Ursachenanalyse anhand bildungsökonomischer Indikatoren

Das Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie (FiBS) hat eine Studie vorgelegt, die untersucht, wie sich die Position Deutschlands in internationalen Bildungsvergleichen entwickelt hat. Sie ist Teil des "Berichts zur technologischen Leistungsfähigkeit Deutschlands", der am 26. Februar 2003 in Berlin vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) vorgestellt wurde. Die Autoren der Studie sind Dr. Dieter Dohmen, Wissenschaftler, Politikberater und seit zehn Jahren Leiter des Kölner Forschungs- und Beratungsinstituts, sowie Abraham Hailesselassie, wissenschaftlicher Mitarbeiter des FiBS.

Eine Kernfrage der Studie ist, ob die deutschen Schüler immer schon relativ schwache Ergebnisse erzielten oder in den Vorläufern von TIMSS und PISA, den internationalen Vergleichsuntersuchungen seit den frühen 1960er Jahren "wettbewerbsfähiger" waren. Im Rahmen dieses Langzeitvergleichs zu Beginn der Untersuchung zeigt sich, dass deutsche Schüler auch bei den ersten Bildungsvergleichen nur ausnahmsweise internationale Spitzenergebnisse erreichten und meist durchschnittliche Ergebnisse vorwiesen. Während sie in den 1960er Jahren aber eher im (oberen) Mittelfeld der untersuchten Länder eingeordnet werden konnten, zeigen die Schüler heute unterdurchschnittliche Leistungen. Bemerkenswert ist auch, dass einige der führenden Industrieländer noch schwächer abgeschnitten haben.

In einem zweiten Schritt wird die Entwicklung verschiedener Inputfaktoren im Zeitablauf und im internationalen Vergleich, vor allem auf der Grundlage der von der OECD herausgegebenen Übersicht "Bildung auf einen Blick", dargestellt und analysiert. Dabei werden Indikatoren wie z.B. Bildungsausgaben in Relation zum Bruttoinlandsprodukt und je Schüler betrachtet, aber auch die Anzahl der Unterrichtsstunden oder die Anzahl der Schüler je Lehrer untersucht. In der Gegenüberstellung zeigt sich, dass in Deutschland die Bildungsausgaben im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt sowie die Unterrichtszeit stärker abgesunken sind als im OECD-Durchschnitt. Umgekehrt verhält es sich bei den Lehrergehältern, den Lehrkosten je Stunde und der Schüler-Lehrer-Relation.

Die mit Blick auf zukünftige Veränderungen sicherlich wichtigste Frage ist jedoch, welche Auswirkungen diese Veränderungen auf die Leistungsergebnisse im internationalen Vergleich haben. Auch im Rahmen dieses eher explorativen Untersuchungsschrittes zeigen sich interessante Ergebnisse, die jedoch noch als vorläufig anzusehen sind.
So lassen sich teilweise deutliche Zusammenhänge zwischen den Steigerungsraten der Lehrergehälter, nicht jedoch bei deren absoluter Höhe erkennen. Deutschland hat international relativ hohe Gehälter, aber vergleichsweise geringe Steigerungsraten.
Noch stärker scheint der Zusammenhang zwischen den Ausgaben für (Lehrer-)Gehälter und Sachmitteln zu sein. Je ausgeglichener dieses Verhältnis, desto besser die Schülerleistung. Deutschland hat ein Verhältnis von 9:1.
Kein signifikanter Zusammenhang lässt sich hingegen von der Höhe der Bildungsausgaben im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt ableiten. Zudem wäre er tendenziell negativ, d.h. je höher die Ausgaben, desto schlechter die Ergebnisse.
Diese Trendaussagen werden interessanterweise auch dann bestätigt, wenn man die Ergebnisveränderungen zwischen TIMSS und PISA mit der Entwicklung der Inputindikatoren in Beziehung setzt. D.h. es haben sich tendenziell die Leistungen in den Ländern verbessert, die ihre Gehaltsspreizung aufgrund von Berufserfahrung und Leistung erhöht und das Verhältnis von Gehalts- zu Sachausgaben angenähert haben.

Die Studie erscheint in der Reihe "FiBS Forum" und kann beim Forschungsinstitut für Bildungs- und Sozialökonomie in Köln zum Selbstkostenpreis angefordert oder auf der Homepage unter www.fibs-koeln.de heruntergeladen werden.


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Kontakt: Birgitt A. Cleuvers (FiBS), Tel. 02 21 / 550 95 16
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