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Brennstoffzelle am Rappenecker Hof

10.10.2003 - (idw) Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE


Ansicht der Brennstoffzelle
Ansicht Rappenecker Hof Brennstoffzelle am Rappenecker Hof gibt
Vorgeschmack auf das Wasserstoff-Zeitalter

badenova fördert Fraunhofer-Projekt mit 250.000 Euro

Tradition und Vision brauchen kein Gegensatz zu sein. Der Rappenecker Hof, im 17. Jahrhundert erbaut und auf der Gemarkung Oberried gelegen, gleichzeitig in jedem Jahr Ausflugs- und Wanderziel für Tausende von Freiburgern, gibt dafür ein eindrucksvolles Beispiel. Schon seit Jahren ist der Hof, der nicht an die öffentliche Stromversorgung angeschlossen ist, als solares Vorzeigeobjekt bekannt: Das typische Schwarzwalddach sorgt mit einer Photovoltaikanlage für eigenen Strom, unterstützt von einem Dieselgenerator und einem Windrad. Jetzt startet der Schwarzwaldhof in eine neue Phase der Energiezukunft: Mit der ersten Brennstoffzelle, die in Freiburg im Alltagsgebrauch eingesetzt wird, "schnuppert"der Rappenecker Hof an der Wasserstoff-Zukunft über die, so ernstzunehmende Szenarien, dereinst das Solarzeitalter beginnen könnte. Partner bei diesem innovativen Projekt sind neben weiteren beteiligten Firmen das Freiburger Fraunhofer-Institut für solare Energiesysteme ISE und der regionale Energieversorger badenova. Beide Institutionen arbeiten vielfältig zusammen und haben sich auch schon in der Vergangenheit maßgeblich am Energiekonzept am Rappenecker Hof engagiert. Badenova unterstützt das aktuelle Projekt mit 250.000 Euro aus seinem Innovationsfonds. badenova-Vorstand Mathias Nikolay: "Was wir hier maßgeblich mitfinanzieren, ist ein Stück Energie-zukunft des 21. Jahrhunderts". Dr. Volker Wittwer, stellvertretender Leiter des Fraunhofer ISE: "Ohne die Finanzierung durch badenova wäre das Projekt schwer umsetzbar gewesen".

Mit dem Projekt Brennstoffzelle nimmt der Rappenecker Hof erneut eine Vorreiterrolle ein und ist Wegbereiter für umweltfreundliche Energieversorgungssysteme auf der ganzen Welt. Bereits 1987 war er mit seiner solaren Inselversorgung
wegweisend für die Stromversorgung zahlreicher Alpenhütten und für ländliche Elektrifizierungsprojekte. Nun setzt er einen Meilenstein auf dem Weg in die Wasserstofftechnologie.

Wasserstoff wird als ein wichtiger Baustein einer künftigen schadstofffreien Energiewirtschaft eingeschätzt. Forscher arbeiten mit Hochdruck an dieser Vision. So erforscht das Fraunhofer ISE sowohl innovative Technologien zur Gewinnung wie zur Verstromung von Wasserstoff. Am Rappenecker Hof können die Freiburger Forscher nun erstmals ein Brennstoffzellensystem im realen Einsatz in einem autarken Energieversorgungssystem testen.

Der Einsatz von Bennstoffzellen erlaubt gegenüber Dieselgeneratoren eine mehr als doppelt so hohe Effizienz bei der Stromerzeugung. Ein weiterer Vorteil ist der geringe Wartungsaufwand für Brennstoffzellen. Die Wartung von Motorengeneratoren hingegen verursacht hohe Wartungskosten.

In einer Brennstoffzelle werden Wasserstoff und Sauerstoff in einer "kalten Verbrennung" mit hohem Wirkungsgrad zu Strom umgewandelt, wobei auch die entstehende Wärme genutzt werden kann. Es entstehen keine Abgase, sondern lediglich Wasser. Bei der jetzt am Rappenecker Hof verwendeten Brennstoffzelle kommt der Wasserstoff aus Gasflaschen. In der Perspektive besteht die Hoffnung, diesen Brennstoff aus regenerativen Energiequellen zu gewinnen und damit zu einem komplett schadstofffreien Energiesystem zu gelangen.

Bei dem Projekt Rappenecker Hof bewährt sich erneut die Zusammenarbeit von Fraunhofer ISE und badenova. Ein erstes großes gemeinsames Projekt haben die beiden Partner bereits vor 15 Jahren in Freiburg (badenova war damals in Freiburg noch FEW) umgesetzt, als bei mehreren Häusern in Freiburgs Westen transparente Wärmesysteme im Siedlungsbau umgesetzt und getestet wurden. Heute hat dieses System die Marktreife erlangt. badenova engagierte sich am Rappenecker Hof auch bereits für die solare Wärmeerzeugung, während das
Fraunhofer ISE der Planer und Umsetzer der markanten Photovoltaikanlage und des gesamten Energiesystems ist. Auch
beim Regiostrom von badenova arbeiten das Fraunhofer ISE und badenova zusammen: Die Wissenschaftler des Instituts überprüfen regelmäßig die Ausbeute der umweltfreundlichen Regiostrom-Quellen und zertifizieren die jährlich erzeugten Mengen umweltfreundlichen Stromes.

Der Innovationsfonds von badenova stellt jährlich 1,8 Mio Euro aus dem Unternehmensgewinn des regionalen Energieversorgers für innovative Projekte aus dem Bereich des Klima- und Wasserschutzes bereit. Solartechnologie, ökologische Baukonzepte, die Restaurierung eines alten Stauwasserkraftwerkes an der Linach, ein Forschungsprojekt zur Geothermie oder etwa die Energierückgewinnung aus Abwasser sind Projekte, die badenova mit unterschiedlichen Fördersummen unterstützt. Die Vergabe der Mittel empfiehlt ein unabhängiges Gremium von Wissenschaftlern.

Karin Schneider

Presse und PR Fraunhofer ISE
Tel. 0761 4588 5147
Fax 0761 4588 9342
karin.schneider@ise.fhg.de

Erich Möck
badenova-Unternehmenskommunikation
Tel. 0761 279 3040
Fax 0761 279 3043
erich.moeck@badenova.de
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