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Jahrestagung der DGfS: Linguisten widmen sich Defiziten deutscher Schüler beim Lesen und Schreiben

05.01.2004 - (idw) Johannes Gutenberg-Universität Mainz

26. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft findet vom 25. bis 27. Februar zum Thema "Linguistik in der Schule" statt. Rund 700 Teilnehmer werden an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz erwartet.

Die Pisa-Studie hat gezeigt, dass deutsche Schülerinnen und Schüler erstaunliche Schwierigkeiten beim Lesen, Schreiben und Verstehen von Texten haben. Dieses Thema wird im Mittelpunkt der kommenden Fachtagung der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft (DGfS) stehen, die vom 25. bis 27. Februar 2004 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz unter der Überschrift "Linguistik in der Schule" stattfindet. Damit nimmt sich die zweitgrößte sprachwissenschaftliche Vereinigung der Welt einem brisanten Thema an und stellt sich der Frage, welchen Beitrag die Linguistik leisten kann, um Lesen, Schreiben und Textverstehen an unseren Schulen zu fördern. Zu der Veranstaltung werden rund 700 Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftler aus dem In- und Ausland in der Gutenberg-Stadt Mainz erwartet.

"Es ist das erste Mal, dass die DGfS diesen thematischen Schwerpunkt 'Linguistik in der Schule' setzt und damit einen praxisorientierten, gesellschaftlichen Bezug wählt", erklärt Prof. Jörg Meibauer vom Deutschen Institut der Johannes Guten-bergUniversität. Die Probleme sind schon seit längerem bekannt, besonders bei Arbeitgebern, aber eigentlich erst durch das schlechte Abschneiden deutscher Schüler bei der Pisa-Studie auch ins Bewusstsein der breiten Öffentlichkeit gelangt: Schüler oder Schulabgänger verfügen über mangelnde Kenntnisse der Rechtschreibung und Grammatik, sind oft nicht in der Lage, einfache Texte zu verstehen oder zu verfassen, und haben Schwierigkeiten, sich mündlich angemessen und verständlich auszudrücken. "Wir möchten auf der Fachtagung unter uns Sprachwissenschaftlern, sehr gerne aber auch mit Lehrern und Schülern darüber diskutieren, was die Ursachen für die Probleme sind und was die Linguistik dazu beitragen kann, dass unsere Schülerinnen und Schüler wieder besser werden", so Prof. Damaris Nübling.

Zu der dreitägigen Veranstaltung sind nicht nur Fachkollegen, sondern auch Lehrer und Schüler der Oberstufe herzlich eingeladen. Hervorzuheben sind vor allem die drei Plenarvorträge renommierter internationaler Wissenschaftler am Mittwochmorgen (26. Februar) und die prominent besetzte Podiumsdiskussion am Freitagmorgen (27. Februar). Die Podiumsdiskussion soll verschiedenen Aspekten des Themas aus der Perspektive von Schule, Hochschule, Politik und Bildungsforschung Rechnung tragen.

So könnte man beispielsweise daran denken, neueste Erkenntnisse über die Prozesse des Lesen- und Schreibenlernens für die Unterrichtspraxis in den Schulen zu verwenden, die sprachbezogenen Schulfächer besser miteinander zu vernetzen und die faktische Situation der Mehrsprachigkeit in den meisten Schulklassen stärker zu berücksichtigen. Die Grundlagen zur Vermittlung der Lese- und Textkompetenz müssen in der Lehrerausbildung geschaffen werden.

Bei dem Kongress werden sich die insgesamt 13 Arbeitsgruppen unter anderem mit der Rolle der Medien, dem Aufbau der Textkompetenz, mit dem Grammatik- und Rechtschreibunterricht sowie mit Mehrsprachigkeit und Fremdsprachen befassen. "Sprache und Kommunikation in multilingualen Kindergärten und Schulklassen" lautet z.B. der Titel einer Arbeitsgruppe, "Entwicklung medialer Kompetenz im Spannungsfeld von Mündlichkeit und Schriftlichkeit" ein anderer. Insgesamt wird in sechs Arbeitsgruppen zum Rahmenthema referiert und diskutiert, weitere sechs AGs widmen sich anderen Aspekten der Sprachwissenschaft.

Kontakt und Informationen:

Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Deutsches Institut

Prof. Dr. Damaris Nübling
Tel. +49 6131 39-22611
Fax: +49 6131 39-23366
E-Mail: nuebling@mail.uni-mainz.de

Prof. Dr. Jörg Meibauer
Tel. +49 6131 39-22762
Fax: +49 6131 39-23366
E-Mail:meibauer@mail.uni-mainz.de
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