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Elite-Universitäten durch Reformen befördern

06.01.2004 - (idw) Universität Erfurt

Präsident der Universität Erfurt fordert entsprechende Möglichkeiten für die Hochschulen ein

Der Präsident der Universität Erfurt Dr. Wolfgang Bergsdorf plädiert dafür, den SPD-Vorschlag zur Schaffung von so genannten "Elite-Universitäten" in Deutschland sorgsam zu prüfen. Allerdings bezweifle er, dass angesichts der allgemeinen Finanzmisere von Bund und Ländern dafür zusätzliche Mittel bereitgestellt werden könnten. Außerdem könne man solche Hochschulen nicht per Gesetz einrichten. Universitäten müssten sich einen solchen Ruf vielmehr durch entsprechende Leistungen erkämpfen. In einem ersten Schritt sollten deshalb Reformen an den Hochschulen verwirklicht werden, um diese für den internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu machen. Dazu gehöre, dass sich die Hochschulen ihre Studierenden selbst auswählen könnten. Außerdem müsste es den betreffenden Hochschulen ermöglicht werden - wie in den USA und Großbritannien üblich - ihre Finanzausstattung durch die Erhebung von Studiengebühren zu verbessern. Bergsdorf wörtlich: "Wer Elite-Universitäten in Deutschland fordert, kommt an Studiengebühren nicht vorbei".

Bergsdorf erinnerte in diesem Zusammenhang an die Gründungskonzeption der Universität Erfurt und an die Forderungen von Gründungsrektor Prof. Peter Glotz. Die Voraussetzungen für die Qualifizierung einer Universität in Thüringen für eine solche Gruppe von "Elite-Universitäten" stünden in Erfurt nicht schlecht. 3.700 Studierende sind derzeit an der 1994 gegründeten Universität eingeschrieben. Die Universität Erfurt hat als eine der ersten deutschen Hochschulen mit Beginn des Wintersemesters auch das Gros der Ausbildungsgänge für das Lehramt in ihr neues BA/MA-System integriert. Einziger Diplomstudiengang der Universität ist jener der Fakultät für Katholische Theologie, die zu Jahresbeginn Teil der Universität wurde. Auch hier gibt es schon ein Parallelangebot. "Die Universität Erfurt ist damit Vorreiter und Motor in einem Prozess der auf den hochschulpolitischen Beschlüssen von Bologna und Berlin basiert. Mit den international vergleichbaren Akademischen Abschlüssen erreichen unsere Absolventen auf dem Campus Europa und auf einem europäischen Arbeitsmarkt eine hohe Mobilität", so der Präsident Dr. Wolfgang Bergsdorf.

Modellhaft verwirkliche die Universität Erfurt bereits seit zwei Jahren ein herausgehobenes Studienprogramm im Bereich Public Policy. Der zweijährige gebührenpflichtige Studiengang, der mit dem Grad Master of Public Policy (MPP) abschließt, bereitet Studenten durch eine wissenschaftlich fundierte, praxisnahe Ausbildung darauf vor, Führungspositionen im öffentlichen Bereich - in Politik, Verwaltung, internationalen Organisationen, Wirtschaftsorganisationen und -unternehmen, Verbänden, Beratungsunternehmen und Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) - zu übernehmen. Derzeit sind in dem Programm 31 Studierende aus 16 Ländern eingeschrieben.
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