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Bessere Studienorientierung durch Informationsnetzwerk von Schulen und Hochschulen

03.05.2004 - (idw) Ministerium für Wissenschaft und Forschung NRW

Gemeinsame Veranstaltung des Schul- und des Wissenschaftsministeriums

Allein im Schuljahr 2002/2003 haben rund 93.800 junge Menschen aus Nordrhein-Westfalen die Hochschul- oder Fachhochschulreife erworben. Die Studierneigung und den Studienerfolg junger Menschen zu steigern, ist für den Standort NRW von großer Bedeutung. Untersuchungen zeigen, dass rund 15 Prozent der Studienanfänger gleich zu Anfang das Fach wieder wechseln oder ganz aufgeben wollen. Und jeder vierte Studierende gibt dann tatsächlich sein Studium ohne Abschluss auf, jeder fünfte Abbrecher hat bereits den Einstieg ins Studium nicht bewältigt. Die Orientierung an der Schnittstelle zwischen Schule und Hochschule ist also von besonderem Gewicht. Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft und Schulministerin Ute Schäfer luden heute zu einer Fachtagung "Gezielt auswählen. Motivieren - Informieren an der Schnittstelle Schule - Hochschule" nach Gelsenkirchen ein. Sie soll dazu beitragen, neue Lösungsansätze zu suchen und vorhandene Angebote beim Übergang von Schule zu Hochschule besser zu vernetzen.

Wissenschaftsministerin Kraft: "Wir wollen in NRW die zahlreichen Brücken zwischen Schule und Hochschule weiter ausbauen und stärken. Die Angebotsstruktur der akademischen Bildung in NRW wandelt sich durch den tiefgreifenden Reformprozess unserer Hochschulen und durch die Umstellung der Studiengänge auf die international anerkannten Abschlüsse Bachelor und Master grundlegend. Umso wichtiger ist, dass die Studierenden und Studieninteressierten die neuen Möglichkeiten erkennen und nutzen und die Weichen für das Studium und den späteren Beruf frühzeitig gestellt werden."
Schulministerin Schäfer verwies darauf, dass es eine Fülle von Informationsangeboten gibt und zahlreiche Projekte, bei denen bereits Schüler Kontakte zur Hochschule haben. Diese einem größeren Kreis bekannt zu machen und neue Initiativen anzuregen, diene diese Tagung. Ministerin Schäfer: "Wichtige Impulse und besonders erfolgreiche Projekte resultieren bislang vor allem aus dem gemeinsamen Interesse von Lehrern, Hochschullehrern und Partnern der Wirtschaft, ihre Anstrengungen zur Studienorientierung in sehr konkreten, praxisorientierten Vorhaben zu vernetzen. Diese Vernetzung kann Schülerinnen und Schülern frühzeitig eine Rückmeldung über ihre Begabungsprofile, Einblick in erwartete Kompetenzen, mögliche Studiengänge und berufliche Perspektiven geben".

Welche Orientierung Studierende und Studieninteressierte bei der Studienfachwahl erhalten und wie ihnen der Einstieg in das Studium gelingt - das ist entscheidend für den Studienerfolg und den beruflichen Werdegang. Zwar sagen immerhin 54% aller Studienanfänger in Deutschland, dass das Studium alles in allem ihren Erwartungen und Informationen entspricht. Aber zu viele junge Menschen brechen ihr Studium nach wie vor ab. Hier ist eine gute Beratung wichtig, um die Abbrecherzahlen zu verringern - und sie gewinnt mit Blick auf die Umstellung der Studiengänge auf Bachelor- und Masterabschlüsse noch an Bedeutung.

Vor diesem Hintergrund haben sich in NRW in den vergangenen Jahren zahlreiche Initiativen gebildet, die motivieren und informieren wollen. Ziel ist, die Studienfachwahl und den Studieneinstieg sicherer zu machen und insbesondere auch für die Natur- und Ingenieurwissenschaften zu werben. Immerhin hat Nordrhein-Westfalen rund 2300 Studiengänge. Projekte wie das Alfried Krupp-Schülerlabor der Universität Bochum, der Science Truck der RWTH Aachen oder das Projekt "Roberta", mit dem das Fraunhofer-Institut für Autonome Intelligente Systeme bei Frauen und Mädchen Interesse für Informatik und Naturwissenschaften wecken will, zeigen das eindrucksvolle Spektrum an hervorragenden Angeboten, die es hier bereits gibt.

"Wir brauchen einen neuen Dialog der Initiativen und Experten aus Schulen, Hochschulen, Arbeitsverwaltung, Wirtschaft und Politik, die sich in NRW an diesem für einen gelungenen Studieneinstieg und damit Studienerfolg so wichtigen Punkt engagieren. Wir können dabei in NRW auf eine Vielzahl von Projekten an der Schnittstelle von Schule und Hochschule aufbauen. Ich bin überzeugt, wir haben in vielen Regionen schon eine gute Basis. Es gilt nun, diese Initiativen nachhaltiger zu gestalten und auch besser zu vernetzen," fasste Ministerin Kraft ihr Statement zusammen. Ministerin Schäfer wies darauf hin, dass es für eine gute Information von Jugendlichen im Übrigen zu kurz gegriffen sei, nur an das Studium selbst zu denken. "Denn mit jedem Studium ist auch die Frage verbunden, in welchen konkreten Beruf dieses Studium schließlich einmünden kann. Es ist also wichtig, dass bereits die studierwilligen Abiturientinnen und Abiturienten sich auch mit dieser Frage auseinandersetzen", betonte Schäfer.

Informationsmaterial zu den bei der Tagung vorgestellten Projekten steht Ihnen im Internet unter http://www.wissenschaft.nrw.de/Presse/Pressematerial/index.html zur Verfügung.

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