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Innovationszentrum für computer- und robotergestützte Chirurgie in Leipzig

04.05.2004 - (idw) Universität Leipzig

Im Rahmen der BMBF-Innovationsinitiative für die neuen Länder erhielt Leipzig den Zuschlag für den Aufbau eines Zentrums für Computer- und Robobotergestützte Chirurgie, das spezielle Problemstellungen zur Verarbeitung von Biosignalen und Bilddaten, zur Informationsintegration, zur Mechatronik und zur Systemsicherheit bearbeitet.


Chirurgisches Training an einem virtuellem chirurgischem Szenario mit force-feedback (haptische Kraftrückführung) Mit der Initiative ''Zentren für Innovationskompetenz. Exzellenz schaffen - Talente sichern will das BMBF universitäre Spitzenzentren in den Neuen Länder fördern. Das Leipziger Zentrum heißt ICCAS (Innovation Center of Computer Assisted Surgery) und soll ein strategisches Konzept für die zukünftige Gestaltung der computerassistierten Chirurgie entwickeln. Dafür stellt das BMBF vier Millionen Euro über fünf Jahre zur Verfügung. Arbeitsbeginn ist der 1.1.2005.

Von der Universität Leipzig sind beteiligt Klinik und Poliklinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde / Plastische Operationen, die Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie, die Klinik für Herzchirurgie sowie das Institut für Anatomie. Beteiligt sind außerdem Prof. Heinz Lemke, Fachgebiet Computer Graphics der Technischen Universität Berlin und Prof. Dr. Tim C. Lueth, Fachgebiet Navigation und Robotik, Universitätsklinikum Charité, Campus Virchow-Klinikum Berlin. Sprecher des ICCAS ist Prof. Jürgen Meixensberger, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurochirurgie.

Die computer und robotergestützte Chirurgie ist angewiesen auf digitale Daten, die durch sehr unterschiedliche Systeme mit ihrer jeweils eigenen "Sprache" erhoben und verarbeitet werden. Der Operationssaal stellt eine Schnittstelle all dieser Daten dar, ohne dass die Kommunikation zwischen ihnen gewährleistet ist. Ein Datensatz stellt für den anderen quasi eine Fremdsprache dar, für deren Verständnis die gemeinsame Basis fehlt. Diese gemeinsame Basis ausgehend von den Anforderungen des Chirurgen zu erarbeiten, ist eine Aufgabe des ICCAS. Dazu müssen die Transparenz der Abläufe hergestellt, Ähnlichkeiten abgesteckt und eine einheitliche Sprache gefunden werden. Die Zusammenarbeit von Chirurgen, Radiologen, Informatikern und Ingenieuren ist erforderlich.

Neben der Klärung dieser Grundsatzprobleme wollen die Wissenschaftler die Medizintechnik für die der computer- und robotergestützte Chirurgie so verbessern, dass Produkte entwickelt werden, die vielseitig einsetzbar sind und über Module ganz spezifische Verwendungszwecke erfüllen können. Dazu bedarf es zunächst einer Harmonisierung der eingesetzten Technik und einer allgemeinen Verfügbarkeit aller relevanten Bilddaten und übergreifender Lösungen. Die Einzeldaten müssten so aufbereitet sein, dass sie als Zusatzinformationen genutzt und durch ein einziges Gerät gelesen werden können. Eingeschlossen ist die Zusammenführung verschiedener Datenquellen, z.B. von Magnetresonanztomografie und Computertomografie. Diese Systeme müssen untereinander kommunizieren können, damit sie im OP zeitgleich präsentierbar sind.

"Die Chirurgie steht vor einer neuen Herausforderung", erklärt Prof. Meixensberger das Vorhaben. "eine zunehmende Fülle digitaler Informationen steht uns zur Verfügung, die wir optimal nutzen müssen. Das Interdisziplinäre Zentrum für Computer- und Robotergestützt Chirurgie kann uns dabei voranbringen." Die Forscher laden schon einmal alle interessierten Wissenschaftler zur Mitarbeit ein. Große Firmen hätten ihr Interesse bereits signalisiert. Auch für die Ausbildung von Medizininformatikern könnte sich ein ganz neuer Ausbildungsschwerpunkt entwickeln.



weitere Informationen PD Dr. Volkmar Falk
Telefon: Tel: 0341 865 1444
E-Mail: falv@medizin.uni-leipzig.de
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