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(Un-)Normale Exzellenzförderung bei der DFG

10.05.2004 - (idw) Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

Fachgesellschaften fordern Stärkung des Normalverfahrens der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Die Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie (GBM) und die Deutsche Gesellschaft für Zellbiologie (DGZ) haben in einem gemeinsamen Brief die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) aufgefordert, das "Normalverfahren" der Forschungsförderung zu stärken. "Die allgemeine Geldknappheit in der Forschungsförderung hat viele Opfer. Am gravierendsten erscheint aber die Situation im Normalverfahren der DFG", so Prof. F. Ulrich Hartl, Präsident der GBM. Die drastisch eingeschränkte Fördermöglichkeit im Normalverfahren steht in krassem Gegensatz zu dem von der DFG selbst geprägten Grundsatz, nach dem "Normalverfahren den Kern der Forschungsförderung bilden". Die Antragstellung ist in einigen Disziplinen zu einer Lotterie mit unsicherem Ausgang geworden, auch für wirklich sehr gute Projekte. Dies kann gerade für Nachwuchswissenschaftler existentiell bedrohlich sein.

"Die dramatische Verschlechterung des finanzierbaren Volumens kommt natürlich daher, dass grundsätzlich zu wenig Geld für die Grundlagenforschung zur Verfügung steht", so Prof. Manfred Schliwa, Präsident der DGZ. "Wir begrüßen die Absicht von Bund und Ländern, die Mittel für die Grundlagenforschung entscheidend zu erhöhen. Zusätzliche Mittel sollten über das bewährte Instrumentarium der DFG nach strengen Qualitätskriterien vergeben werden."

"Im Moment müssen wir mit den gegebenen Etats leben und versuchen, die verfügbaren Mittel möglichst gerecht, d.h. streng leistungsorientiert, zu verteilen", so Manfred Schliwa weiter. Im Normalverfahren ist dieses Ziel weitestgehend optimiert. Bei den außerordentlich niedrigen Bewilligungsquoten überleben nur die allerbesten Projekte, und viele absolut förderungswürdige Vorhaben müssen abgelehnt werden - approved but not funded. Unter diesen Umständen müsste man eher von einem Exzellenzverfahren als vom Normalverfahren reden. "Andere teure Programme der DFG werden nicht unbedingt mit der gleichen Sorgfalt und den gleichen strengen Kriterien begutachtet wie Projekte im Normalverfahren", so die Einschätzung der beiden Gesellschafts-Präsidenten. "Aufgrund dieses besorgniserregenden Zustands möchten die Vorstände und die Mitglieder der GBM und der DGZ die DFG bitten, für eine verbesserte finanzielle Ausstattung des Normalverfahrens zu sorgen und außerdem dafür Sorge zu tragen, dass die strengen Qualitätsmaßstäbe, die hier zur Anwendung kommen, auch in den anderen Förderprogrammen Gültigkeit haben," so F. Ulrich Hartl und Manfred Schliwa abschließend in ihrem Schreiben an den Präsidenten der DFG.

Weitere Informationen:
www.gbm-online.de, www.zellbiologie.de


Pressekontakt:
Dr. Jörg Maxton-Küchenmeister
Geschäftsstelle der Gesellschaft für Biochemie und Molekularbiologie e.V.
Mörfelder Landstr. 125, D-60598 Frankfurt a.M.
Tel.: 069 - 660 567-12 oder Tel. 0173 - 157 28 35
E-Mail: maxton@gbm-online.de
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