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Ost-West-Angleichung bei Krankheiten?

06.11.2002 - (idw) Klinikum der Universität München

Überprüfung einer Studie in München und Dresden

Fast jeder kennt inzwischen zumindest einen Betroffenen! Asthma, Allergien, Neurodermitis.... Auch in der Wissenschaft mehren sich inzwischen die Hinweise, dass dieser Eindruck von der Zunahme der allergischen Erkrankungen tatsächlich stimmt. An der Haunerschen Kinderklinik in München hat man dieses Problem erkannt und versucht, die Ursachen zu erforschen. Denn nur so kann ein wirksamer Ansatzpunkt zur Verhinderung von Allergien gefunden werden. Eine dieser Untersuchungen war die 1995/1996 an Schülern der 4. Klasse in München und Dresden durchgeführten Studie zur Atemwegsgesundheit. Von mehr als 6000 Eltern wurde damals ein Fragebogen ausgefüllt und mehr als 4000 Kinder wurden von Ärzten auf Asthma und Allergien untersucht. Wichtiges Ergebnis von damals, so die Studienleiterin Privatdozentin Dr. Erika von Mutius vom Dr. von Haunerschen Kinderspital, war die Beobachtung, dass Kinder aus dem westdeutschen München deutlich häufiger unter Asthma, Allergien und Neurodermitis litten als die gleichaltrigen Schüler aus Ostdeutschland. Doch offensichtlich nimmt die Allergiehäufigkeit im Osten Deutschlands seit der Wiedervereinigung rasch zu und ist dabei, sich dem "Westniveau" anzugleichen. Die Wissenschaftler vermuten nun, dass Faktoren des westlichen Lebensstils hierfür verantwortlich sind. Welche dies genau sind, ist allerdings nach wie vor unbekannt.

Aber nicht nur im Kindesalter sind Asthma und Allergien ein Problem. Gerade in der Arbeitswelt haben viele Jugendliche und Erwachsene Umgang mit sensibilisierenden Arbeitsstoffen. Die Liste dieser Stoffe umfasst heute schon mehr als 300. "Atemwegserkrankungen stehen an der Spitze der Berufskrankheiten. Jährlich kommen deutschlandweit 5000 neue Fälle hinzu. Wir müssen daher dringend Maßnahmen finden, um diese Krankheiten am Arbeitsplatz gar nicht erst entstehen zu lassen," so Professor Dr. Dennis Nowak, Direktor des Instituts für Arbeits- und Umweltmedizin der LMU München. Aus diesem Grund hat sich ein Team des Dr. von Haunerschen Kinderspitals und dem Institut für Arbeits- und Umweltmedizin zusammengetan und erstmals eine Studie ins Leben gerufen, die kindliche und arbeitsmedizinische Aspekte von Asthma und Allergien gleichermaßen über die Zeit untersucht. SOLAR, so der Name der Studie, soll wichtige neue Erkenntnisse zur Verhütung von Allergien allgemein und im Bereich der beruflich bedingten allergischen Atemwegserkrankungen bringen. Hierfür werden die Jugendlichen, die 1995/1996 in der 4. Klasse waren und an der Studie zur Atemwegsgesundheit der Haunerschen Kinderklinik und der Universitätskinderklinik in Dresden teilgenommen haben, in Kürze noch einmal einen Brief mit einem Fragebogen erhalten. Schön wäre es, wenn möglichst alle Angeschriebenen den Fragebogen ausfüllen würden. "Mitmachen sollte jeder, unabhängig davon, ob er noch Atemwegsbeschwerden hat oder nicht. Nur so können wir wirklich aussagekräftige Ergebnisse bekommen" erklärt Studienkoordinatorin Dr. Katja Radon.

Für Rückfragen und Interviews steht Ihnen die Studienkoordinatorin gerne zur Verfügung:
Dr. Katja Radon, Institut und Poliklinik für Arbeits- und Umweltmedizin, Tel. 089-5160-2794.
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