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Seit 50 Jahren "Tarifpolitische Monatsberichte" des WSI-Tarifarchivs

04.08.2004 - (idw) Hans-Böckler-Stiftung

Im August 1954 erschien zum ersten Mal der "Monats-Bericht über Tariflohn- und -gehaltsbewegungen im Bundesgebiet und Westberlin". Erstellt wurde er vom Tarifarchiv des Wirtschaftswissenschaftlichen Instituts der Gewerkschaften (WWI), dem heutigen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut in der Hans-Böckler-Stiftung (WSI). Auch heute bildet der "Tarifpolitische Monatsbericht" des WSI-Tarifarchivs eine zentrale Informationsquelle zum Tarifgeschehen in Deutschland.

"Keine andere Institution verfügt über eine solche Tradition in der Beobachtung und Analyse der Tarifpolitik" stellte der Leiter des WSI-Tarifarchivs, Dr. Reinhard Bispinck, aus Anlass dieses Jahrestages fest.

Geordnet nach Wirtschaftszweigen und Tarifbereichen informierte der Tarifbericht von Anfang an über Kündigungen, Forderungen und Abschlüsse der Tarifparteien. Zu diesem Zweck stellten die Gewerkschaften dem WWI-Tarifarchiv spezielle Berichts-karten mit den ent-sprechenden Angaben zur Verfügung. Diese Karten gibt es heute nicht mehr, dafür hat sich der Zugriff auf die Tarif-Informationen deutlich verbessert.

Was damals in wenigen vervielfältigten Exemplaren an die Gewerkschaften verschickt wurde, steht heute im Internet allen Interessierten online zur Verfügung. Bereits in den 50er Jahren veröffentlichte das WWI-Tarifarchiv zusammenfassende Quartalsberichte in den WWI-Mitteilungen. Daraus sind im Laufe der Zeit Halbjahres- und Jahresberichte geworden, die detaillierte Analysen des gesamten tarifpolitischen Geschehens und umfangreiches tarifstatistisches Material enthalten.

Insgesamt hat sich das Informationsangebot des WSI-Tarifarchivs erheblich verbreitert. Neben den Monats-, Halbjahres- und Jahresberichten erscheinen in unregelmäßigen Abständen "Elemente qualitativer Tarifpolitik". In den jüngsten Ausgaben wurden u.a. folgende Themen behandelt: Öffnungsklauseln, Kündigungsschutz, Qualifizierung/Weiterbildung, Altersvorsorge, Ausbildungsförderung, Arbeitszeitflexibilisierung, leistungs- und erfolgsabhängige Bezahlung. Seit Anfang der 1990er Jahre erscheint jährlich das WSI-Tarifhandbuch mit den wichtigsten Tarifdaten aus 50 Wirtschaftszweigen in West und Ost und jeweils einem speziellen Schwerpunktthema. In diesem Jahr veröffentlichte das WSI-Tarifarchiv bereits zum dritten Mal einen europäischen Tarifbericht.

Mit rund 1.200 Seiten ist das Informationsangebot des WSI-Tarifarchivs im Internet zweifelsohne das umfangreichste seiner Art. Unter der Internet-Adresse www.tarifvertrag.de bietet es u.a. eine tagesaktuelle Tarifchronik, eine Datenbank mit den wichtigsten Tarifabschlüssen der letzten zehn Jahre, ein tarifpolitisches Glossar mit über 140 Fachbegriffen, eine Übersicht über die wichtigsten Arbeitskämpfe seit den 1950er Jahren und vieles mehr.

Das WSI-Tarifarchiv erfüllt so eine dreifache Aufgabe: Es dokumentiert nach innen die Tarifpolitik der DGB-Gewerkschaften, es informiert eine breite Öffentlichkeit über das aktuelle Tarifgeschehen und es beteiligt sich mit eigenen Analysen an der wissenschaftlich-politischen Debatte über das Tarifsystem und seine Entwicklung.
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