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Die Universität braucht ein geistig-geistliches Zentrum

09.08.2004 - (idw) Universität Leipzig

Anlässlich eines Pressegesprächs am 9. August 2004 zum Stand der Neugestaltung und Sanierung des innerstädtischen Universitätscampus am Augustusplatz betonte der Rektor der Universität Leipzig, Prof. Franz Häuser, dass im Vordergrund des neu zu bauenden Campus Augustusplatz die Ideen, die Zielsetzung und die Aufgaben einer Universität im 21. Jahrhundert stehen müssen

Anlässlich eines Pressegesprächs am 9. August 2004 zum Stand der Neugestaltung und Sanierung des innerstädtischen Universitätscampus am Augustusplatz betonte der Rektor der Universität Leipzig, Prof. Dr. Franz Häuser, dass im Vordergrund des neu zu bauenden Campus Augustusplatz die Ideen, die Zielsetzung und die Aufgaben einer Universität im 21. Jahrhundert stehen müssen: wissenschaftliche Forschung, akademische Lehre und die Wahrnehmung einer gesellschaftspolitischen Verantwortung.

"Eine Universität bedarf funktionsfähiger Räumlichkeiten, aber ebenso eines repräsentativen Herzstücks, das eine Identifikation nach Innen und Außen ermöglicht.", erklärte der Rektor. Gleichermaßen sinnbildlich wie gegenständlich stehe dafür die neue Aula als multifunktionaler und repräsentativer Saal. Sie wird das lang entbehrte Begegnungszentrum an der Universität sein, das den Leitvorstellungen zur Gestaltung des Universitätskomplexes am Augustusplatz entsprechende geistig-geistliche Zentrum.

Die Universität braucht die neuen Bauten dringend. Die innere und äußere Substanz der universitären Gebäude zwischen Augustusplatz und Universitätsstraße entsprechen nicht mehr den Anforderungen an eine moderne Universität, sei es die Mensa, die Räumlichkeiten der hier ansässigen Fakultäten, die Hörsäle oder die Seminarräume. Hinzu kommt, dass angesichts der steigenden Studentenzahlen schlicht die vorhandenen Raumkapazitäten nicht ausreichend sind. Kurz: die Universität braucht die neuen Gebäude dringend!

2009 - das Jubiläumsjahr der Universität ist die anzusteuernde Jahresmarke, zu der der neue Universitätskomplex in den Grundzügen fertig gestellt sein soll. Dieses angesichts des gewaltigen Bauvorhabens so nah Ziel hat für die Universität auch einen symbolischen Wert: Das Gelände am Augustusplatz wurde der Universität 1543 durch Herzog Moritz übereignet. Es handelte sich um den Grundbesitz des ehemaligen Dominikanerklosters St. Pauli. Das großzügige Geschenk ist auf die nicht nachlassende Überzeugungsarbeit der legendären Reformkanzlers und -rektors Caspar Borner zurückzuführen, mit dessen Namen die in den Wendejahren verliehene Caspar-Borner-Medaille für Verdienste um die Erneuerung der Universität Leipzig verbunden ist.

Um die Paulinerkirche erfolgte 1891 bis 1897 der Umbau- und Neubau der Universitätsgebäude auf dem Grundstück des bereits in den 30iger Jahren des 18. Jahrhunderts umgestalteten früheren Klosters. Nach Plänen von Arwed Rossbach entstand ein Neorenaissance und Neobarockensemble, das den Augustusplatz zu einem der schönsten Plätze Europas werden ließ. Die attraktiven Gebäude waren auch sichtbarer Ausdruck der herausgehobenen Stellung und des Ansehens der Universität in und außerhalb Leipzigs, die neben Berlin und München zu den drei deutschen Spitzenuniversitäten - wir würden heute Eliteuniversitäten sagen - gehörte.

Was dann folgte, ist bekannt: Die Kirche und Teile des Augusteums, die den Luftangriff 1943 überlebt hatten, wurde 1968 zugunsten einer "sozialistischen Universität" gesprengt eine nicht verheilte Wunde in der Geschichte unserer Universität.

Mit dem nun von einer breiten Öffentlichkeit mitgetragenen Entwurf für den Universitätsneubau zeigt sich die historische Dimension der Universität Leipzig ebenso wie die Dimensionen von Gegenwart und Zukunft. Die Universität war und ist nicht nur staatliche Einrichtung, sondern auch eine Körperschaft, die Lehrende und Lernende in gleicher Weise zu ihren Mitgliedern zählt und die sich durch die universitäre Selbstverwaltung auszeichnet. Mit großem Respekt erinnerte Prof. Häuser an seinen Vorgänger im Rektoramt, Prof. Volker Bigl, der sich sehr für das Bauvorhaben einsetzte.



weitere Informationen:
Rektor der Universität Leipzig
Prof. Dr. Franz Häuser
Telefon: 0341 97-30000
E-Mail: rektor@uni-leipzig.de
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