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Neue Bücher aus der Wissenschaft

10.08.2004 - (idw) VolkswagenStiftung

VolkswagenStiftung informiert über Publikationen aus ihrer Förderung

Die im Folgenden vorgestellten Publikationen sind im Zuge von Projekten entstanden, die von der VolkswagenStiftung gefördert wurden. Aus einer Vielzahl an Veröffentlichungen haben wir die folgenden acht ausgewählt, die - so hoffen wir - für einen breiten Leserkreis von Interesse sind. Neben einer Kurzbeschreibung finden Sie einen Hinweis auf den jeweiligen Verlag; dort kann ein Rezensionsexemplar (deren Zahl allerdings begrenzt ist) angefordert werden.

Liebig, Stefan; Lengfeld, Holger; Mau, Steffen (Hrsg.):
Verteilungsprobleme und Gerechtigkeit in modernen Gesellschaften.
Frankfurt am Main [u.a.]: Campus Verlag, 2004, 390 S., ISBN 3-593-37464-1

Das Thema soziale Gerechtigkeit ist nicht erst seit den aktuellen Reformdebatten von großer Brisanz. Steigende Arbeitslosenzahlen, Nullwachstum und
Überalterung der Gesellschaft lassen den ökonomischen Kuchen, den es auf­zuteilen gilt, weiter schrumpfen. Mit Blick auf die Bereiche Soziale Sicherung, Erwerbsarbeit, Zivilgesellschaft und transnationale Beziehungen analysieren die Autoren, welche moralischen Ansprüche und Vorstellungen von "Gerechtigkeit" die gegenwärtigen Konfliktlinien prägen und welche gesellschaftlichen Konsequenzen sich daraus ergeben. Die VolkswagenStiftung hat die Untersuchungen in ihrer Initiative zu den "Nachwuchsgruppen an Universitäten" gefördert.

Zu den Herausgebern: Dr. Stefan Liebig ist an der Humboldt-Universität Berlin Leiter der Nachwuchsgruppe "Interdisziplinäre Gerechtigkeitsforschung", der auch Dr. Holger Lengfeld angehört. Dr. Steffen Mau ist Juniorprofessor an der Universität Bremen.

Kontakt Campus Verlag
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Daniela Chiantera
Kurfürstenstraße 49
60486 Frankfurt am Main
Telefon: 0 69/97 65 16 - 25
Fax: 0 69/97 65 16 - 78
E-Mail: chiantera@campus.de
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Fischer, Ludwig (Hrsg.): Projektionsfläche Natur. Zum Zusammenhang von Naturbildern und gesellschaftlichen Verhältnissen.
Hamburg University Press, 2004, 352 S., ISBN 3-937816-01-1

Küstenbewohner, Naturschützer, Touristen, Politiker: sie alle reden von der "Natur". Doch jeder meint und verbindet damit etwas anderes. Der Bewohner will und muss mit und von dieser Natur leben, der Tourist sucht in ihr Erholung, der Naturschützer will sie vor der Nutzung durch Küstenbewohner und Touristen gleichermaßen schützen - und der Politiker schließlich muss zwischen den einzelnen Positionen vermitteln und Entscheidungen treffen. Dahinter stehen, jenseits der Rückführung auf schlichte Interessenskonflikte, Bilder von "Natur", die sich in einem längeren Prozess historisch und kulturell verfestigt haben und nur selten bewusst reflektiert und thematisiert werden. Diesen "Vorstellungskernen" nähern sich die Autoren des vorliegenden Bandes von verschiedenen Seiten. Sie widmen sich in ihren Beiträgen der Untersuchung von mentalen Konzepten, Bildern, Modellen und Wertzuschreibungen, die unsere Vorstellungen von Natur prägen. Leitend ist dabei für die Vertreterinnen und Vertreter der unterschiedlichen Disziplinen stets die Frage, ob und wie es einsichtig gemacht werden kann, dass die oft verdeckten Naturbilder in sich "Projektionen" gesellschaftlicher Verhältnisse enthalten. Die Erkenntnisse der Autoren könnten letztlich zu einer Verständigung zwischen den Positionen beitragen. Die VolkswagenStiftung fördert das interdisziplinäre Projekt "Natur im Konflikt" in ihrer Initiative "Schlüsselthemen der Geisteswissenschaften".

Zum Herausgeber: Dr. Ludwig Fischer ist Professor für Neuere deutsche Literatur an der Universität Hamburg mit den Arbeitsschwerpunkten Sozialgeschichte der deutschen Literatur (besonders der Nachkriegszeit), Massen- und Unterhaltungsliteratur sowie Kulturtheorie und Kulturgeschichte - dabei insbesondere Theorie und Geschichte des Naturverhältnisses und seiner medialen Vermittlungen.

Kontakt Hamburg University Press
Regionales Rechenzentrum der Universität Hamburg
Isabella Meinecke, M. A.
Schlüterstraße 70
20146 Hamburg
Telefon: 0 40/4 28 38 - 7146
E-Mail: isabella.meinecke@rrz.uni-hamburg.de
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Peter, Hartmut Rüdiger; Tikhonov, Natalia (Hrsg.): Universitäten als Brücken in Europa = Les universités: des ponts à travers l'Europe. Studien zur Geschichte der studentischen Migration.
Frankfurt/Main [u.a.]: Lang Verlag, 2003, 339 S., ISBN 3-631-39890-5

Die Autoren befassen sich mit unterschiedlichen Aspekten der studentischen Migration nach und in Europa in der Zeit vom 18. bis in die 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Untersucht werden sowohl Ursprungsregionen und Zielorte der Studentenwanderung als auch Fragen ihrer nationalen, ethnischen sowie sozialen Zusammensetzung - sowie mögliche zu Grunde liegende fachliche Interessen. Begleitend legen die Verfasser umfangreiches statistisches Material vor. Ein zentrales Thema bilden die Organisation, Wahrnehmung und Selbstwahrnehmung der Studierenden im Ausland sowie die Politik beteiligter Staaten und Hochschulen gegenüber den Bildungsmigranten. An Beispielen wie dem Frauenstudium in der Schweiz und in Deutschland wird ihr Einfluss auf Modernisierungsprozesse im Hochschulwesen herausgestellt. Die VolkswagenStiftung hat das Projekt im Rahmen ihrer Initiative "Einheit in der Vielfalt? Grundlagen und Voraussetzungen eines erweiterten Europas" gefördert.

Zu den Herausgebern: Dr. Hartmut Rüdiger Peter ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichte der Martin-Luther-Universität Halle. Natalia Tikhonov ist Assistentin an der Fakultät für Ökonomie und Sozialwissenschaften der Universität Genf.

Kontakt Peter Lang GmbH
Europäischer Verlag der
Wissenschaften
Eschborner Landstr. 42 - 50
60489 Frankfurt am Main
Telefon: 0 69/78 07 05 - 0
Fax: 0 69/78 07 05 - 50
E-Mail: zentrale.frankfurt@peterlang.com
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Schafranek, Hans; Tuchel, Johannes (Hrsg.): Krieg im Äther.
Widerstand und Spionage im Zweiten Weltkrieg.
Wien: Picus Verlag, 2004, 367 S., ISBN 3-85452-470-6

Spionage und Gegenspionage im Zweiten Weltkrieg gehören zu den schillerndsten Aspekten des Widerstands. Aus unterschiedlichen Perspektiven nehmen sich die Autoren dem Thema an. So charakterisieren und problematisieren sie zum Beispiel die Zusammenarbeit von Widerstandsgruppen mit den Alliierten. Deutlich wird hier, dass solch eine Kooperation durchaus mit dem schwer kalkulierbaren Risiko behaftet war, von den Geheimdiensten der Alliierten für deren eigene Interessen und Zielsetzungen instrumentalisiert zu werden - wie das etwa die Verbindung von kommunistischen Widerstandsgruppen mit militärischen beziehungsweise Spionagenetzwerken zeigt. So reicht das Buch in seiner Infor­mationsfülle weit über den Dunstkreis des Agententums hinaus und gibt dem Leser aus verschiedenen Blickwinkeln auch einen Einblick in geheimdienstliche Operationen. Die VolkswagenStiftung hat die Forschungen zu diesem Buch in ihrer Initiative "Diktaturen im Europa des 20. Jahrhunderts" gefördert.

Zu den Herausgebern: Dr. Hans Schafranek ist Mitarbeiter des Dokumen­tationsarchivs des Österreichischen Widerstandes. Dr. Johannes Tuchel ist Privatdozent für Politische Wissenschaft an der Freien Universität Berlin.

Kontakt Picus Verlag
Friedrich-Schmidt-Platz 4
A-1080 Wien
Telefon: +43 (0)1/4 08 - 18 21
Fax: +43 (0)1/4 08 - 1 82 16
E-Mail: info@picus.at
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Boll, Monika: Nachtprogramm. Intellektuelle Gründungsdebatten in der frühen Bundesrepublik.
Münster: Lit Verlag, 2004, 270 S., ISBN 3-8258-7108-8

Mit dem Jahr 1945 setzte in Deutschland eine geistige Neuorientierung ein, begleitet von einer lebendigen Diskussionskultur. Getragen wurden die "intellektuellen Gründungsdebatten" dieser Zeit von Personen, deren Namen und Positionen in der breiten Öffentlichkeit von sich Reden machten. Das Buch "Nachtprogramm" beschreibt vor diesem Hintergrund ein Stück Intellectual History, indem es sich auseinander setzt mit jenen intellektuellen Diskursen, die die Überwindung des Nationalsozialismus und die Demokratisierung begleitet haben. Zu diesem Zweck stützt sich die Autorin Monika Boll auf das seinerzeit bedeutendste öffentliche Medium für intellektuelle Verständigung über gesellschaftliche Grenzen hinweg, das Radio. Gerade die Soziologen der frühen Bundesrepublik wie insbesondere Theodor W. Adorno, Arnold Gehlen, René König oder Helmut Schelsky nutzten die anerkannten und ambitionierten Kultursendungen des Rundfunks, um die gesellschaftliche Wende publik zu machen und Veränderungen beharrlich einzufordern und zu begleiten. Konkret geht die Autorin auf die späten Abendstudios und Nachtprogramme im Radio ein, die Journalisten und Geisteswissenschaftlern vielfältigen Raum zum Austausch boten. Mit der Analyse der Debatten einher geht dabei auch die Beob-achtung, dass sich der Kulturbegriff in den Redaktionen allmählich zu weiten begann und Themen aus Wissenschaft, Politik und Zeitgeschehen neben den traditionellen Berichten über Literatur, Musik und bildende Kunst Einzug in die Sendungen hielten. Die VolkswagenStiftung hat die Studie ebenfalls in ihrer Initiative "Diktaturen im Europa des 20. Jahrhunderts" gefördert.

Die Autorin Dr. Monika Boll ist Wissenschaftlerin am Lehrstuhl für Neuere
Geschichte der Ruhr-Universität Bochum.

Kontakt LIT Verlag
Grevener Straße 179
48159 Münster
Telefon: 02 51/23 50 91
Fax: 02 51/23 19 72
E-Mail: lit@lit-verlag.de
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Goschler, Constantin; Ther, Philipp (Hrsg.): Raub und Restitution.
"Arisierung" und Rückerstattung des jüdischen Eigentums in Europa.
Frankfurt am Main: Fischer Verlag, 2003, 245 S., ISBN 3-596-15738-2

In dem vorliegenden Band schildern Experten aus Ost- und Westeuropa in vergleichender Perspektive den Raub des jüdischen Eigentums im deutschen Macht­bereich während des Zweiten Weltkriegs. Darauf aufbauend thematisieren sie die in Europa nach 1945 beschrittenen Wege und Formen der Auseinandersetzung mit der so genannten Arisierung. Dabei geht es auch um die Frage, warum die Diskussion um das geraubte jüdische Eigentum vielfach erst nach 1989, nach dem Fall des "Eisernen Vorhangs", möglich wurde. Die VolkswagenStiftung förderte das Vorhaben im Rahmen von "Offen - für Außergewöhnliches".

Zu den Herausgebern: Dr. Constantin Goschler ist Privatdozent am Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität Berlin. Dr. Philipp Ther ist Juniorprofessor für Polen- und Ukrainestudien an der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder.

Kontakt Fischer Taschenbuch Verlag
Heidi Borhau
Hedderichstraße 114
60596 Frankfurt am Main
Telefon: 0 69/60 62 - 395
Fax: 0 69/60 62 - 414
E-Mail: Heidi.Borhau@s-fischer.de
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Miquel, Marc von: Ahnden oder amnestieren? Westdeutsche Justiz und Vergangenheitspolitik in den sechziger Jahren.
Göttingen: Wallstein Verlag, 2004, 446 S., ISBN 3-89244-748-9

Gegen Ende der Ära Adenauer gewann die NS-Vergangenheit eine neue und unerwartete Aktualität. Den Auftakt bildete eine wachsende öffentliche Kritik an belasteten Richtern und Staatsanwälten. Es folgten die umstrittene Wiederaufnahme der gerichtlichen Ahndung von NS-Verbrechen und die Debatten über deren bevorstehende Verjährung. Die Analyse dieser vergangenheitspolitischen Kontroversen lässt nicht nur erkennen, welche Legitimationsdefizite der westdeutschen Demokratie aus der Reintegration der Täter erwuchsen. Sie bemisst zugleich Ausmaß und Grenzen jener politisch-moralischen Neuorientierung im Umgang mit der "unbewältigten Vergangenheit", die sich in den 1960er Jahren vollzog. Marc von Miquel schildert die politischen Initiativen, mit denen die "personelle Kontinuität in der Justiz" zu jenem Zeitpunkt korrigiert werden sollte - und warum diese Bemühungen schließlich scheiterten. Die Geschichte der strafrechtlichen Verfolgung nationalsozialistischer Verbrechen seit Ende der 1950er Jahre reicht von der Gründung einer zentralen Ermittlungsstelle in Ludwigsburg über die Verjährungsdebatten 1960, 1965 und 1969 bis zu den - letzten Endes erfolgreichen - Amnestiebemühungen aus den Reihen der Ministerialbürokratie und der Bundesjustiz. Am Ende dieser Studie steht ein ebenso eindrucksvolles wie bedrängendes Bild jener moralischen Hypothek, die den Rechtsstaat Bundesrepublik jahrzehntelang belastete. Die VolkswagenStiftung förderte das Projekt in ihrer Initiative "Diktaturen im Europa des 20. Jahrhunderts".

Der Autor Dr. Marc von Miquel ist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am
Geschichtsort Villa ten Hompel, Münster.

Kontakt Wallstein Verlag
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Monika Meffert
Planckstraße 23
37073 Göttingen
Telefon: 05 51/5 48 98 - 11
Fax: 05 51/5 48 98 - 33
E-Mail: MMeffert@wallstein-verlag.de
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Moisel, Claudia: Frankreich und die deutschen Kriegsverbrecher. Politik und Praxis der Strafverfolgung nach dem Zweiten Weltkrieg.
Göttingen: Wallstein Verlag, 2004, 287 S., ISBN 3-89244-749-7

Im Dezember 1962, einen Monat vor der Unterzeichnung des deutsch-französischen Freundschaftsvertrags, begnadigte Staatspräsident Charles de Gaulle die letzten in Frankreich inhaftierten deutschen Kriegsverbrecher aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Entlassung des ehemaligen Höheren SS- und Polizeiführers Carl Oberg und des einstigen Befehlshabers der Sicherheits­polizei Helmut Knochen war der Schlussakt einer Auseinandersetzung von erheblicher politischer Sprengkraft, die seit Kriegsende zwischen Deutschland und Frankreich schwelte. Die strafrechtliche Verfolgung der deutschen Kriegs- und SS-Verbrechen durch französische Gerichte steht im Mittelpunkt der vorliegenden Untersuchung. Claudia Moisel fragt nach den spezifischen Intentionen der französischen Kriegsverbrecherpolitik, deren Wahrnehmung in der Öffentlichkeit und nach den politischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. An einer Reihe wichtiger Fälle - wie etwa dem Oradour-Prozess, der 1953 in Bordeaux stattfand - wird die Interdependenz von Justiz, Politik und öffentlicher Meinung deutlich. Die Autorin beleuchtet darüber hinaus die französischen Reaktionen auf das starke vergangenheitspolitische Engagement der Bundesregierung, den Bonner Einsatz für die inhaftierten Kriegsverbrecher und die gescheiterte Ahndung der in Frankreich begangenen Verbrechen durch bundesdeutsche Gerichte. Sie zeigt, dass die rasche Annäherung der vormaligen "Erbfeinde" in den 1950er Jahren einher ging mit der Ausblendung der problematischen Erinnerung an die Kriegsjahre. Die Stiftung förderte auch diese Untersuchung in ihrer Initiative "Diktaturen im Europa des 20. Jahrhunderts".

Die Autorin Dr. Claudia Moisel ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Neueste Geschichte und Zeitgeschichte der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Kontakt Wallstein Verlag

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Monika Meffert
Planckstraße 23
37073 Göttingen
Telefon: 05 51/5 48 98 - 11
Fax: 05 51/5 48 98 - 33
E-Mail: MMeffert@wallstein-verlag.de
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Kontakt VolkswagenStiftung
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Dr. Christian Jung
Telefon: 05 11/83 81 - 380
E-Mail: jung@volkswagenstiftung.de
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