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Forschen über Religion

10.08.2004 - (idw) Universität Erfurt

Ein Forum an der Universität Erfurt für das wissenschaftliche Studium von Religion

Theologen, Religionswissenschaftler und Wissenschaftler aus verschiedenen anderen Disziplinen an der Universität Erfurt haben zum Ende des Sommersemesters ein "Interdisziplinäres Forum Religion" gegründet. Das Forum will die Kooperation im Bereich der Forschung und des Promotionsstudiums fördern. Regelmäßige Studientage sollen eine vielseitige disziplinenübergreifende Diskussion von Forschungsvorhaben ermöglichen. Im Bereich des B.A.-Studiums wird das Forum regelmäßig im Wintersemester eine interdisziplinäre Ringvorlesung als Lehrveranstaltung im Erfurter Studium Fundamentale organisieren.

Die Gründung des Forums wurde durch eine konzeptionelle Schwerpunktsetzung im Bereich der Religionswissenschaft bei der Gründung der Universität, die Einrichtung des Martin-Luther-Instituts für evangelische Theologie und die Überleitung der Katholisch-Theologischen Fakultät in die Universität Erfurt möglich. Die interdisziplinäre Ausrichtung wird von zahlreichen Kollegen aus anderen kulturwissenschaftlichen Disziplinen unterstützt.

Das Forum fördert den langfristig angelegten wissenschaftlichen Austausch über Fakultäts- und Disziplinengrenzen hinweg. Ein erster thematischer Schwerpunkt für gemeinsame Kolloquien wird das Thema der Produktion und der Rezeption von Texten sein, die für verschiedene Religionsgemeinschaften grundlegend geworden sind. Dabei geht es nicht zuletzt um einen Verständnishorizont für die Vielfalt von Religionen heute und die Chancen für einen gegenseitig bereichernden Dialog über Religionsgrenzen hinweg.

Als einen ersten Gastredner konnte das Forum Professor Gerd Theißen, einen Spezialisten für das Neue Testament und die Soziologie der frühen Jesusbewegung, zu einer Diskussionsveranstaltung begrüßen. Passend zur Neugründung des Forums ging es um das Verhältnis von Theologie und Religionswissenschaft. Theißen sieht beide Disziplinen aufeinander verwiesen. So bringe die Religionswissenschaft ihre universale Perspektive auf Religion in das Gespräch ein, die Theologie aber die ihr eigene Frage nach der Wahrheit von Religion. Der erste Studientag wurde durch einen Vortrag von Professor Christian Troll, einem der besten Kenner der Beziehungen zwischen Christentum und Islam, geprägt. Vor dem Hintergrund seiner reichen Auslandserfahrungen skizzierte Troll eine theologische Perspektive für den interreligiösen Dialog und die Möglichkeiten für eine praktische Zusammenarbeit zwischen religiös geprägten Verantwortungsträgern in der modernen Welt. Die Sommerschule "Muslime im Westen" ergänzte die Aktivitäten des Forums. Die Ringvorlesung im Wintersemester 2004/05 wird dem Thema der "Lehre der Religionen über das rechte Leben" gewidmet sein.

Kontakt/ Weitere Informationen:
Prof. Dr. Benedikt Kranemann 0361-59077-13/
Prof. Dr. Christoph Bultmann 0361-737-1301
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