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Auch Faust leidet an Depression

12.08.2004 - (idw) Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Main)

Selbst Figuren der Weltliteratur zeigen neue Züge / Theaterprojekt von Studierenden der Theater-, Film- und Medienwissenschaft

FRANKFURT. Depression als Volkskrankheit. Seit selbst Fußballer Lustlosigkeit mit einer depressiven Verstimmung begründen, weil vermutlich jeder vierte Patient, der einen Hausarzt aufsucht, an Depressionen erkrankt ist, sind Depressionen nicht nur ein beliebtes, sondern auch ein notwendiges Gesprächsthema.

Studierende der Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Frankfurt haben sich auf Anregung von Dr. Patrick Primavesi eigeninitiativ der Fragestellung angenommen, die literarische Ikone 'aust' auf eine mögliche einschlägige Disposition hin zu untersuchen.

Sie unternehmen dieses Wagnis öffentlich im Rahmen des Theaterprojekts 'aust 13'. Dem Thema angemessen, handelt es sich bei dem collageartig strukturierten Stück um eine Tragödie.

Wie lässt sich der Titel dechiffrieren? Grundlage des Stückes ist der 'aust I' des Altmeisters Johann Wolfgang von Goethe. Die letzte Szene des Stücks ist dagegen Friedrich Theodor Vischers 'aust 3' entlehnt. So erschließt sich die '3' zwanglos - im übrigen eine Zahl mit schlechtem Image, was ein zusätzlicher Anreiz war, sie für den Titel zu nutzen.

Durch epische Herangehensweise - immerhin ist das Stück viereinhalb Stunden lang - wird eingehend der Frage nachgegangen, ob Faust an einer psychotischen Depression leiden könnte. Den quasi globalen Aspekten des Themas wird durch Vielsprachigkeit Rechnung getragen; so wird passagenweise Englisch, Französisch, Italienisch und Russisch gesprochen; überdies eröffnen sich so reizvolle Vergleichsmöglichkeiten, wie Aspekte und Teile des (Original)Stücks 'Faust I' in unterschiedlichen Übersetzungen eine andere Betonung bekommen: Was Faust in 'Faust I' sagt, erlaubt die Diagnose psychotischer Depression in einem ungewöhnlichen Licht.

Eine der besonderen Elemente der Aufführungen ist die Besetzung der Rollen: Mephisto und Gretchen werden von derselben Darstellerin gespielt. Es stellt sich für den Zuschauer somit die Frage, ob Gretchen nur Illusion ist - von Mephisto verkörpert.

Mephisto und Gretchen werden von Christine Rückle, Frau Dr. Freud, der Herr, Geist und Böser Geist von Jenny Genova, Faust und Mephisto - in zwei Szenen - von Harold Berger gespielt. Regie führt Harold Uliczay.

Die Mitwirkenden nennen sich 'showspiel uni frankfurt' und haben sich nicht nur für dieses Projekt zusammen gefunden.

Premiere ist am 10. September um 18 Uhr; weiter Aufführungen finden jeweils am Wochenende bis zum 30. Oktober statt.

Kontakt: Harold Uliczay; Mobil: 0177 - 40 64 109; E-Mail: faust13@web.de


Faust 13

Wann? Freitag, 10. September 2004, 18 Uhr (Premiere)

Weitere Vorstellungen: Sa,11.09., Sa,18.09., So,19.09. Fr,24.09., Sa,25.09., Fr,01.10., Sa,02.10., Fr,08.10., Sa,09.10., Sa,16.10., Fr,22.10., Sa,23.10., Sa. 30.10.2004
Beginn sonntags jeweils 16 Uhr

Wo? Wechselnde Räume; bitte auf Wegweiser achten!
IG-Hochhaus; Campus Westend, Grüneburgplatz 1, 60323 Frankfurt

Eintritt: Euro 7.-- und Euro 4,-- (ermäßigt). Reservierungen über faust13@web.de.
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