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35. Vortrag der Erich-Regener-Vortragsreihe: Die Mission Mars Express

12.08.2004 - (idw) Max-Planck-Institut für Aeronomie

Zum 35. Erich-Regener-Vortrag lädt das Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung (MPS) in Katlenburg-Lindau alle interessierten Hörer in seinen Hörsaal ein (Ortsteil Lindau, Max-Planck-Straße 2). Am Donnerstag, dem 2. September 2004, um 19.00 Uhr, wird Herr Dr. Joachim Woch vom Lindauer Max-Planck-Institut einen ca. einstündigen Vortrag über das Thema "Canyons, Wasser, Klimawandel - Europas Planetenmission Mars Express" halten. Dr. Woch studierte Physik an der Universität Göttingen (Promotion 1987). Als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Schwedischen Institut für Weltraumphysik in Kiruna und am Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung in Katlenburg-Lindau (seit 1993) war er an zahlreichen Weltraummissionen beteiligt. Sein Arbeitsschwerpunkt ist die Erforschung von planetaren Atmosphären und Magnetosphären.

Zu Weihnachten 2003 schwenkte die Sonde Mars Express der Europäischen Weltraumorganisation ESA in eine Marsumlaufbahn ein. Wenige Wochen später nahm die Sonde ihre erfolgreiche Arbeit auf. Für Europa beginnt damit die eigenständige wissenschaftiche Erkundung des Mars.

Die Erkenntnisse bisheriger Marsmissionen lassen den Schluss zu, dass der Mars vor einer Klimaveränderung vor etwa 3,5 Milliarden Jahren ein warmer und feuchter Planet war. Die Fragen nach Wasservorkommen und der eventuellen Entstehung primitiver Lebensformen konnten bisher nicht beantwortet werden. Mars Express wird durch globale Erkundung aus dem Orbit Aufschluss über die Klimageschichte des roten Planeten geben und die Rolle und den Verbleib von Wasser klären. Man erhofft sich im Rahmen der vergleichenden Planetologie Parallelen zur Erde herstellen zu können, die z.B. genauere Aussagen über die langfristige Entwicklung unseres Planeten möglich machen würden. Um dieses Ziel zu erreichen, hat die ESA folgende Aufgaben für Mars Express definiert:
* Globale, hochauflösende topographische und morphologische Kartierung der Marsoberfläche mit einer Auflösung bis zu 2 Meter;
* Geologische und mineralogische Kartierung;
* Analyse der atmosphärischen Vorgänge und Zusammensetzung;
* Untersuchung der Untergrundstruktur (insbesondere auf Permafrost);
* Wechselwirkung der Planetenoberfläche mit der Atmosphäre;
* Wechselwirkung der Atmosphäre mit dem interplanetaren Medium.

Mars Express soll mehrere Jahre den roten Planeten umkreisen. Doch bereits kurz nach der Inbetriebnahme der sieben wissenschaflichen Instrumente an Bord der Sonde folgten die ersten spektakulären Ergebnisse. Über diese Ergebnisse wird der Vortragende berichten.

Erich Regener (http://www.physik.uni-stuttgart.de/Allgemein/geschichte/regener.html) (1881 - 1955), dessen Namen die Vortragsreihe trägt, war Physikprofessor an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin und an der Technischen Hochschule Stuttgart. Seit 1938 leitete er in Friedrichshafen am Bodensee die "Forschungsstelle für Physik der Stratosphäre in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft". Aus der Forschungsstelle entstand 1952 in Weissenau bei Ravensburg ein Max-Planck-Institut, das nach Regeners Tod nach Südniedersachsen verlagert wurde und eine der beiden Wurzeln des heutigen MPAE bildet. Regeners Interessen galten insbesondere der Kosmischen Strahlung und dem Ozon der Stratosphäre. Seit 1942 entwickelte er zur Erforschung der hohen Atmosphäre erstmals eine wissenschaftliche Nutzlast für eine Rakete, die zwar noch in Peenemünde in die Spitze einer A4-(V2-)Rakete eingebaut, in den Wirren des endenden Krieges aber nicht mehr gestartet wurde.
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