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Teich-Tests geben Grund zum Durchatmen

25.08.2004 - (idw) Technologie-Transfer-Zentrum Bremerhaven

Wissenschaftler entwickeln System gegen Abwassergestank, und Anlieger von bestimmten Lebensmittelbetrieben freuen sich auf frische Luft: Das Technologie-Transfer-Zentrum Bremerhaven (ttz Bremerhaven) hat ein neues System zur Beseitigung von Geruchsbelästigungen erfolgreich getestet.


Pilotanlage zur Geruchsminderung von Abwasserteichen bei einem Kartoffelverarbeiter in Thüringen. "Wir haben die letzten Versuche gerade sehr positiv abgeschlossen", freut sich ttz-Projektleiterin Dr.-Ing. Anja Noke. Die Speicherung oder Behandlung von Abwässern der Lebensmittelindustrie oder der Abfallwirtschaft in offenen Becken und Teichen führt oft zu massiven Geruchsemissionen durch Freisetzung flüchtiger organischer Verbindungen (VOC) in die Atmosphäre. Ziel des neuen Verfahrens ist es, diese Geruchsbelästigungen durch ein modulares schwimmendes Abdecksystem erheblich zu verringern.

"Nach unseren Ergebnissen können wir eine Reduzierung dieser lästigen Emissionen um rund 95 Prozent erzielen", berichtet Dr. Noke. Der Optimismus ist gut begründet: Zunächst wurden vier Testanlagen mit je 16 m² Fläche zehn Monate lang erfolgreich bei spanischen, portugiesischen, dänischen und deutschen Unternehmen aus der Lebensmittelbranche mit viel versprechenden Resultaten getestet.

"Jetzt haben wir auch eine Demonstrationsanlage mit rund 600 m² Grundfläche bei einem Betrieb der Kartoffelverarbeitung in Thüringen installiert", erklärt Dr. Noke. Bei dieser Anlage werden die drei Varianten Blähton, Rindenmulch und passive Abdeckung im Großversuch getestet und in einer mehrmonatigen Messkampagne hinsichtlich der Minderung von Geruchs- und VOC-Emissionen bewertet. "Wir sind uns jetzt schon sicher, dass wir der Lebensmittelindustrie mit unserem neuen System helfen können."

Die Firma Eismann & Stöbe GbR aus Leipzig hatte die Idee zu dem Projekt EMRED und entwickelte gemeinsam mit dem ttz Bremerhaven, einem Forschungspartner aus Spanien sowie Ingenieurbüros aus Deutschland, Spanien und Portugal das technisches Konzept. Zu den internationalen Projektpartnern zählen ein Fleischproduzent, eine Molkerei, eine Kartoffelstärkefabrik sowie ein Kloßteighersteller. Das Projekt EMRED wird von der Europäischen Union über das Mittelstandsförderprgramm CRAFT unterstützt.

Die Grundidee des neuen Systems ist die Verwendung von Wasserpflanzen und Filtermaterialien als Abdeckung der offenen Abwasserteiche, die dann die strengen Gerüche eliminieren. Die einjährige Entwicklungs- und Testphase diente vor allem der Prüfung, welche Pflanzen und Adsorbentien besonders effizient eingesetzt werden können. "Das System besteht aus Rahmenmodulen, die ausgewählte Pflanzen oder geeignete Filtermaterialien so auf der Wasseroberfläche positionieren, dass sie weder durch Wind noch durch Strömung abgetrieben werden", erläutert Dr.-Ing. Frank Eismann.

"Diese Weg weisende Entwicklung erbringt den Beweis, wie die innovative Forschung des ttz Bremerhaven einen Beitrag zum Einklang von Natur und Technik leistet", sagt dazu ttz-Geschäftsführer Werner Mlodzianowski. "Zugleich orientieren wir uns stets an den konkreten Bedürfnissen der Märkte, damit die erzielten Ergebnissen auch wirklich angewendet werden - nur so können Wissenschaft und Wirtschaft erfolgreich gemeinsam agieren."

Dem ttz Bremerhaven sind sechs Forschungsinstitute zugehörig, die sich der Entwicklung moderner marktfähiger Produkte und Prozesse verschrieben haben. Dies sind jeweils das Bremerhavener Institut für Lebensmitteltechnologie und Bioverfahrenstechnik (BILB); das Umweltinstitut; das Institut für Energie- und Verfahrenstechnik (IEV); das Bremerhavener Institut für Gesundheitstechnologien (BIGT); das Bremerhavener Institut für Biologische Informationssysteme (BIBIS) sowie das Bremerhavener Institut für Organisation und Software (BIOS).

Den Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt der Blauen Biotechnologie hat das ttz Bremerhaven im Projekthaus Bio-Nord im Biotechnologiezentrum Bio-Nord in Bremerhaven angesiedelt. Bremerhaven ist von der Europäischen Union als Schwerpunktregion für die Blaue Biotechnologie anerkannt.

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