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Wie lassen sich Selbstmorde verhindern?

01.09.2004 - (idw) Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

Die Zahlen sind erschreckend: In Deutschland töten sich Jahr für Jahr über 11.000 Menschen selbst - das sind deutlich mehr, als bei Verkehrsunfällen ums Leben kommen. Welche Motive treiben Menschen zur Selbsttötung? Wie kann man eine Gefährdung erkennen und entsprechend darauf reagieren? Fördert Arbeitslosigkeit das Suizidverhalten? Und welche Rolle spielen Gene und kulturelle Prägungen? Fragen wie diese sind Thema der diesjährigen Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention vom 24. bis 26. September. Die Veranstaltung in der Stadthalle Bonn-Bad Godesberg wird von der Psychiatrischen Klinik der Universität Bonn mit organisiert. Sie richtet sich an alle Personengruppen, die mit suizidgefährdeten Menschen zusammentreffen - Mediziner und Pflegekräfte ebenso wie Sozialarbeiter, Seelsorger, Mitarbeiter von Krisendiensten oder Angehörige von Betroffenen.

Selbsttötungen ereignen sich nicht aus heiterem Himmel, sondern haben meist eine lange Vorgeschichte. Manchmal ist ein belastendes Lebensereignis, wie z.B. der Verlust eines nahen Angehörigen oder das Ende einer Beziehung, der Auslöser für einen Selbsttötungsversuch; in vielen Fällen sind auch psychische Erkrankungen wie Depressionen, Suchterkrankungen oder schizophrene Störungen der Grund. Wird eine derartige "suizidale Krise" rechtzeitig erkannt und behandelt, lässt sich die Tat möglicherweise verhindern. Im Idealfall sollten dazu Therapeuten und Angehörige Hand in Hand arbeiten. In verschiedenen Workshops stehen auf der Tagung Diagnostik, Risikofaktoren und Behandlungsansätze ebenso im Mittelpunkt wie die Reaktion auf Suizidankündigungen und der Umgang mit Angehörigen nach einer Selbsttötung.

Die Referenten stellen auch aktuelle Forschungsergebnisse vor. So sprechen in den letzten Jahren immer mehr Indizien für die Annahme, dass bestimmte Gene das Suizid-Risiko erhöhen. Welche Erbgutsequenzen dafür verantwortlich sein könnten, ist allerdings noch weitgehend unbekannt. Ebenfalls momentan heiß diskutiert wird die Frage, inwieweit gesellschaftliche Faktoren - wachsender Stress, Angst um den Arbeitsplatz, zunehmender Leistungsdruck - das Suizid-Risiko beeinflussen und die Selbsttötungsrate in verschiedenen Kulturen prägen. Eine Podiumsdiskussion mit Betroffenen und Hinterbliebenen schließt die Tagung am Sonntag ab.

Weitere Informationen finden sich im Netz unter http://www.meb.uni-bonn.de/psychiatrie/deutsch/aktuelles/tagung.pdf. Dort findet sich auch ein Formular, über das sich Interessenten für die Tagung anmelden können.


Ansprechpartner:
Dr. Barbara Hawellek
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Bonn
Telefon: 0228/287-5723
E-Mail: barbara.hawellek@ukb.uni-bonn.de

oder
Ludger Gutsmiedl
Telefon: 02292/4690
E-Mail: ludger.gutsmiedl@t-online.de
http://www.suizidprophylaxe.de/
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