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Fordern Stellenperspektive: HU-Juniorprofessoren und Nachwuchsgruppenleiter melden sich zu Wort

08.09.2004 - (idw) Humboldt-Universität zu Berlin

Nachwuchswissenschaftler der Humboldt-Universität stellen tenure track-Konzept vor

40 Juniorprofessoren und 21 Nachwuchsgruppenleiter der Humboldt-Universität haben am Mittwoch, 8.9.2004, dem Präsidenten der Universität und den Dekanen der Fakultäten im Rahmen der Diskussion um die Nachwuchsförderung ein Konzept vorgelegt, das die Einrichtung von (befristeten) Anschlussstellen (tenure track) fordert. Aus Sicht der Juniorprofessoren und Nachwuchsgruppenleiter war die Einführung der Juniorprofessur zur frühen wissenschaftlichen Unabhängigkeit ein erster wichtiger und erfolgreicher Schritt, um die besten Köpfe an deutschen Universitäten zu halten, denn gerade unabhängige Nachwuchswissenschaftler entwickeln besonders innovative und interdisziplinäre Forschungsergebnisse und Patente.
Aber: Um die ersten Erfolge der neuen Nachwuchsförderung langfristig zu sichern und nachhaltig auszubauen sind Strukturänderungen unbedingt notwendig. Wie an amerikanischen Universitäten muss ein Konzept für eine langfristige Stellenperspektive, ein tenure track, für die besten, durch Berufungskommissionen bestätigten Nachwuchswissenschaftler etabliert werden. Denn bisher stehen für diese Wissenschaftler nach 4 bis 6 Jahren in der Regel im Stellenplan der Forschungseinrichtungen keine Professuren zur Verfügung.
Das vorgelegte tenure track Konzept fordert deshalb als Standard die direkte Überleitungsmöglichkeit einer Juniorprofessur/Nachwuchsgruppenleiterstelle in eine Professur aus dem Sollstellenplan. Falls es die Struktur der Einrichtung erfordert, soll zudem eine Überbrückungsfrist bis zum Freiwerden einer Professur möglich sein. Bei unzureichendem Sollstellenplan soll der tenure track durch eine Art Umlagefinanzierung aus einem Fonds (tenure track Fonds) realisiert werden, zu dessen Finanzierung die Juniorprofessoren und Nachwuchsgruppenleiter Modellrechnungen vorlegen. Der Fonds soll:
- für Strukturmaßnahmen, wie die befristete Überbrückung der Anstellung eines Nachwuchswissenschaftlers bis zur Sollstelle,
- für die Aufstockung einer Juniorprofessur zur vollen (befristeten) Professur sowie
- für die Einrichtung einer neuen Professur zur Profilbildung der Fakultäten verwendet werden.
Ausgestattet werden soll der Fonds durch Finanzmittel aus einer angestrebten Elite-Förderung oder durch Umstrukturierungen bei wissenschaftlichen Mitarbeiterstellen.
Die Juniorprofessoren und Nachwuchsgruppenleiter erwarten, dass ein tenure track das Profil und die Attraktivität der deutschen Universität im internationalen Wettbewerb erheblich steigert und eine Aufbruchstimmung unter jungen exzellenten Wissenschaftlern erzeugt. Eine erweiterte Darstellung des Konzeptes unter: www.charite.de/immunologie/research/agak/tenuretrack.pdf.

In der Universität verankern
Der Vizepräsident für Forschung Prof. Dr. Hans Jürgen Prömel, verantwortlich für den wissenschaftlichen Nachwuchs an der HU, erklärt zur Forderung der Juniorprofessuren und Nachwuchsgruppenleiter nach einer Stellenperspektive: Das Präsidium der Humboldt-Universität hat die Notwendigkeit, Juniorprofessoren tenure track-Optionen zu eröffnen, bereits seit der Einführung der Juniorprofessuren betont. "Auch die Unterstützung des weiteren akademischen Werdegangs der Nachwuchsgruppenleiter liegt uns besonders am Herzen", unterstreicht Prof. Prömel. "Gerade die besondere Situation dieser hochqualifizierten Nachwuchswissenschaftler erfordert unser gesondertes Engagement. Nur so können beide Modelle letztlich erfolgreich werden und nur so können wir unser Ziel erreichen, die besten der jungen Wissenschaftler an der Humboldt-Universität zu halten." Die ursprünglichen Pläne der Humboldt-Universität zur Einführung eines tenure track-Systems waren durch die massiven Kürzungsauflagen für die Universitäten obsolet geworden. Prof. Prömel weiter: "Gerne nehmen wir daher die Initiative der Juniorprofessoren und Nachwuchsgruppenleiter auf, um gemeinsam mit ihnen Möglichkeiten zu erörtern, zumindest einem Teil eine tenure-Perspektive zu geben zu können."

Informationen

Prof. Dr. Hans Jürgen Prömel
Telefon, Fax [030] 2093-2446
e-mail proemel@informatik.hu-berlin.de


Prof. Dr. Christof Dame (Charité)
Telefon, Fax [030] 450-559-199
e-mail christof.dame@charite.de
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