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Neue Ergebnisse der Angiogeneseforschung

09.09.2004 - (idw) Klinik für Tumorbiologie an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg

Tumorangiogenese ist Schwerpunkt bei internationaler Fachtagung in Kloster Seeon

Die Elite der deutschen und internationalen Angiogeneseforschung trifft sich vom 18. bis 21. September zum "3. Kloster Seeon Meeting Angiogenesis" im bayerischen Kloster Seeon. 130 Wissenschaftler aus aller Welt präsentieren neueste Forschungsarbeiten zur Analyse der molekularen Mechanismen von Blut- und Lymphgefäßbildungsprozessen vor, wobei der Schwerpunkt auf der Tumorangiogenese liegt. Veranstalter der Tagung ist das bundesweite Schwerpunktforschungsprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft "Angiogenese"(SPP1069; www.angiogenese.de), das als nationales Verbundforschungsprojekt von 19 Arbeitsgruppen die Angiogeneseforschung in Deutschland konzentriert. Zu den Referenten zählt unter anderem Prof. Judah Folkmann von der Harvard Medical School in Boston, der "Vater der modernen Angiogeneseforschung", der in den 70er Jahren als erster die Zusammenhänge zwischen Tumorwachstum und Gefäßneubildung beschrieben hat. Die Anti-Angiogenese gilt heute als zukunftsweisende Therapiestrategie gegen Tumoren und eine Reihe anderer Erkrankungen. Im Februar 2004 erhielt in den USA erstmals ein Angiogeneseblocker zur Behandlung von metastasierendem Dickdarmkrebs die klinische Zulassung.

Im Mittelpunkt der Tagung im Kloster Seeon steht die Präsentation neuester, noch nicht veröffentlichter Forschungsergebnisse von rund 30 internationalen Angiogenese-Experten. Darüber hinaus informieren die Wissenschaftler des SPP1069 in Postersitzungen und Kurzreferaten über ihre Arbeit. Der Nachwuchsförderung dient das "Poster Fellow" Programm, das es insbesondere jüngeren Wissenschaftlern erlaubt, ihre Arbeiten nach sehr strenger Auswahl dem internationalen Fachpublikum vorzustellen und Kontakte für weitergehende Forschungen zu knüpfen. Insgesamt spannt das Tagungsprogramm einen Bogen von entwicklungsbiologischen Prozessen der Gefäßbildung über Gefäßdifferenzierungs- und Gefäßremodellierungsprozesse beim Erwachsenen bis hin zu Gefäßbildungsprozessen bei verschiedenen Erkrankungen, wie Tumoren, Herzinfarkten und Augenerkrankungen.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft ist als Träger des SPP1069 Angiogenese Hauptsponsor der Tagung, die darüber hinaus aus Mitteln der Max-Planck-Gesellschaft unterstützt wird. Mehr als 50 Prozent der Kosten werden jedoch durch Spenden der pharmazeutischen Industrie und kleinerer Biotechunternehmen getragen, was einerseits Ausdruck des hohen medizinischen Anwendungspotenzials der Angiogeneseforschung ist und andererseits auch reflektiert, dass eine solche Tagung auf einem sehr hohen internationalen Niveau nur durch erfolgreiche "public-private" Partnerschaftsmodelle zu realisieren ist.

Kontakt:
Prof. Dr. Dr. Hellmut Augustin
Koordinator des SPP1069
Abteilung für Vaskuläre Biologie
und Angiogeneseforschung
Klinik für Tumorbiologie
an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Breisacher Str. 117
D-79106 Freiburg

E-mail: sekretariat@angiogenese.de
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