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Neues Finanzierungsmodell für Klinikneubauten

13.09.2004 - (idw) Universität Leipzig

Freistaat Sachsen, Universität und Universitätsklinikum Leipzig unterzeichneten am 13. September 2004 einen Vertrag für die Leipziger Hochschulmedizin. Ihr sollen damit umfangreiche Investitionen in kürzeren Zeiträumen ermöglicht werden.

Ein am Montag in Dresden geschlossener dreiseitiger Vertrag sichert der Leipziger Hochschulmedizin bis zum 2014 Mittel in Höhe von 214 Millionen Euro vorrangig für den Bau von zwei neuen Klinikkomplexen. Es handelt sich um die Zentren für Konservative Medizin und für Kinder- und Frauenmedizin. Baubeginn ist noch in diesem Jahr, bis 2008 sollen sie fertiggestellt sein. Wie es zur Unterzeichnung hieß, wird dann das Universitätsklinikum Leipzig am Standort Liebigstraße zusammen mit dem im Vorjahr eröffneten Operativen Zentrum über einen der modernsten Krankenhauskomplexe in Europa verfügen.
Unterzeichnet wurde der zwischen der sächsischen Staatsregierung, dem Universitätsklinikum und der Universität Leipzig für ihre Medizinische Fakultät geschlossene Vertrag durch Finanzminister Dr. Horst Metz, Wissenschaftsminister Dr. Matthias Rößler, den Rektor der Universität Leipzig, Prof. Dr. Franz Häuser, und die beiden Vorstandsmitglieder des Universitätsklinikums, Prof. Dr. Norbert Krüger und Dr. Elmar Keller.
''Der Vertrag sichert den Fortbestand und die Weiterentwicklung der Leipziger Hochschulmedizin auf nachhaltige Weise'', unterstrich Rektor Häuser, Minister Metz sprach von einer ''Schlüsselinvestition, die unser Land weiter voranbringen wird'', und Minister Rößler erklärte, der Vertrag gewähre ein hohes Maß an Planungssicherheit und sei ''von strategischer Bedeutung für den Aufbau einer bezahlbaren Hochleistungsmedizin''. Beide Minister wie auch die Vertreter des Klinikums lobten den Einsatz und die Überzeugungskraft des Rektors in seiner Moderatorenrolle zwischen allen Beteiligten, die ganz wesentlich zum Zustandekommen des Vertrages beigetragen habe.
Ein Teil der 214 Millionen Euro stammt aus der Gemeinschaftsaufgabe Hochschulbau und wird vom Bund getragen. Aber auch der Freistaat bindet damit auf Dauer beträchtliche Mittel. Ermöglicht wird dies durch eine im Vertrag festgelegte Umwidmung des Zuschusses zum laufenden Betrieb des Universitätsklinikums in Investitionsmittel. Das Klinikum seinerseits verpflichtet sich, ohne Abstriche bei den Leistungen für Forschung und Lehre zu machen, die entfallenden Mittel durch Effektivitätsgewinne auszugleichen. Dabei werden die Neubauten hilfreich sein. Leipzig ist damit das erste Universitätsklinikum in Deutschland, das seine Abläufe so optimieren wird, dass es ohne Betriebskostenzuschuss auskommen kann. Ein entscheidender Vorzug des Vertragswerkes ist, dass damit die Klinikbauten deutlich schneller errichtet werden können, als wenn dies nach der klassischen Hochschulbaufinanzierung geschähe.
Das Zentrum für Konservative Medizin wird u. a. die Kliniken und Polikliniken für Neurologie, für Psychotherapie und Psychosomatische Medizin, für Psychiatrie und die Tagesklinik für kognitive Neurologie umfassen. Das Zentrum für Kinder- und Frauenmedizin besteht u. a. aus den Kliniken und Polikliniken für Kinder und Jugendliche, für Kinderchirurgie, für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik des Kindes- und Jugendalters, für Geburtshilfe und Gynäkologie.
Der Vertrag zielt aber auch auf eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation und der Förderung innovativer Vorhaben in Forschung und Lehre. So werden der Medizinischen Fakultät vom Freistaat jährlich 5 Millionen Euro über einen Zeitraum von 5 Jahren zur Verfügung gestellt.

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