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Gründung der Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung

15.09.2004 - (idw) Universität Leipzig

Anlässlich des 2. Mitteldeutschen Chirurgenkongresses gründen Chirurgen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen die Mitteldeutsche Chirurgenvereinigung. Damit knüpfen sie an die Tradition der 1922 geründeten Gesellschaft gleichen Namens an.


Zeit: 23. September 2004 bis 25. September 2004

Gemeinsamkeiten betonen, Kräfte bündeln, regionale Eigenarten bewahren und historische Bezüge bewusst machen. Auf diesen Grundgedanken basiert der Entschluss zur Gründung der Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung e. V. (MDCV). Im September soll es soweit sein. Dann treffen sich Chirurgen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zum zweiten Mal im Rahmen eines Mitteldeutschen Chirurgenkongresses und wollen dabei eine Gesellschaft gründen, die es so früher schon einmal gab: 1922 wurde die erste Mitteldeutsche Chirurgenvereinigung gegründet. Sie entstand damals parallel zu anderen regionalen Chirurgenvereinigungen als Folge der Gründung der Deutschen Gesellschaft für Chirurgen 1872 in Berlin. 1886 startete die Berliner Chirurgengesellschaft, 1910 die Nordwestdeutsche Chirurgenvereinigung und 1914 die Südostdeutsche Chirurgenvereinigung.

Die Gründung der ersten Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung fand 1922 in Braunschweig statt. Das Gebiet der Gesellschaft umfasste das heutige Land Sachsen-Anhalt, das östliche Niedersachsen, Thüringen und Sachsen. Die erste Tagung wurde in Magdeburg durchgeführt. Bis 1939 fanden insgesamt 30 Tagungen an wechselnden Orten statt (Magdeburg, Halle, Leipzig, Braunschweig, Dresden, Chemnitz, Zwickau, Erfurt, Hannover, Weimar, Wernigerode, Jena, Eisleben). Mit Kriegsbeginn 1939 endeten die Tagungen der früheren Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung. Nach Kriegsende wurden im Juni 1945 auf Beschluss des alliierten Kontrollrates alle früheren Medizinischen Fachgesellschaften aufgelöst. In der sowjetischen Besatzungszone entstanden unter der Sowjetischen Militäradministration SMAD regionale chirurgische Fachgesellschaften an den Universitäten und medizinischen Akademien. In der amerikanischen, britischen und französischen Besatzungszone konnten dagegen die ehemaligen Regionalgesellschaften ihre Tätigkeit wieder aufnehmen.

In den Jahren 1947/48 entstanden in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen neue Regionalgesellschaften (Details siehe unten). Von nun an fanden Tagungen an den mitteldeutschen Universitäten (Halle, Leipzig, Jena) und medizinischen Akademien (Dresden, Erfurt) getrennt statt. Zunächst, das heißt bis 1962, bewahrte man jedoch gemeinsame Traditionen und traf sich fünf Mal zu Gemeinschaftstagungen (1953, 1957, 1958, 1960, 1962). Aber dann war auch das vorbei und erst Ende der 90iger Jahre wurde über die Möglichkeiten einer engeren Zusammenarbeit der Chirurgenvereinigungen Mitteldeutschlands in den Gesellschaften und den Vorständen diskutiert. Am 5. April 2000 fand in der Chirurgischen Universitätsklinik Halle erstmals eine gemeinsame Sitzung der Vorstände der Chirurgenvereinigungen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen statt. Auf dieser Sitzung wurde beschlossen, im September 2002 in Leipzig als ersten Schritt einen gemeinsamen Kongress der drei Chirurgenvereinigungen durchzuführen. Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGC) wurde mit einer gemeinsamen Erklärung, die auch im Mitteilungsblatt der DGC veröffentlicht wurde, über die Beschlussfassung informiert. Der Präsident der DGC billigte und unterstützte diese Entwicklung nachdrücklich.

Auf dem 1. Mitteldeutschen Chirurgenkongress in Leipzig im September 2002 beschlossen die Vorstände der drei Chirurgenvereinigungen einstimmig, eine Koordinierungskommission unter dem Vorsitz von Prof. Dr. H. Dralle, Halle, zu bilden, die zum Ziel haben sollte, den nächsten gemeinsamen Kongress im Jahr 2004 vorzubereiten und außerdem die Bedingungen und Ziele einer gemeinsamen Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung auszuarbeiten. Auf insgesamt sieben Sitzungen der drei Vorstände der Chirurgenvereinigungen Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens wurde unter ständiger notarieller Beratung eine Satzung für die neue Gesellschaft entwickelt und das Procedere der Überführung in die neue Gesellschaft beraten.

Juristisch handelt es sich bei dem zunächst von den Mitgliederversammlungen der Chirurgenvereinigungen Sachsen und Sachsen-Anhalt beschlossenen Zusammenschluss nicht um eine Neugründung einer Gesellschaft, sondern eine Verschmelzung der bisherigen Landeschirurgenvereinigungen. Alle Mitglieder der zustimmenden Landesverbände (Sachsen und Sachsen-Anhalt) sind daher automatisch Mitglieder der Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung (MDCV). Die Gesellschaft hat ihren Sitz in Leipzig.

Wichtigstes Strukturprinzip der Gesellschaft ist die paritätische Vertretung der bisherigen Landesverbände im Vorstand, d.h. die vorherigen Landesverbände sind jeweils durch die gleiche Anzahl von Vorstandsmitgliedern im Vorstand vertreten. Weitere Vorstandsmitglieder sind je ein Vertreter der Oberärzte bzw. Assistenten und ein Vertreter der niedergelassenen Chirurgen. Der Vorsitzende der Gesellschaft wechselt zwischen den Bundesländern; seine Amtszeit beträgt zwei Jahre.

Die Aufgaben und Ziele der Mitteldeutschen Chirurgenvereinigung sind in der Satzung detailliert aufgeführt. Neben der zunächst zweijährlich stattfindenden Fachtagung sollen Fortbildungsveranstaltungen und Kurse zur Weiterbildung der Chirurgen der Region durchgeführt werden. Die Mitteldeutsche Chirurgenvereinigung versteht sich dabei auch als Interessenvertretung der regionalen Chirurgen, um die Stimmen der in den Kliniken und im niedergelassenen Bereich tätigen Chirurgen Mitteldeutschlands wirkungsvoller artikulieren zu können. Die Gesellschaft mit Leben zu erfüllen, wird die Hauptaufgabe der nächsten Jahre sein.

Die Präsidenten der Chirurgenvereinigungen

Prof. Dr. H. Dralle (Halle), Prof. Dr. F. W. Mohr (Leipzig), Prof. Dr. H. Rupprecht (Saalfeld)
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