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Alkohol in Maßen hält die Blutgefäße offen

16.09.2004 - (idw) Universitätsklinikum Heidelberg

Studie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg belegt positiven Effekt nach Ballondilatation der Herzkranzgefässe


Professor Dr. Feraydoon Niroomand, Oberarzt in der Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pulmologie der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg. / Foto: privat. Moderater Alkoholkonsum senkt das Risiko, dass sich Herzkranzgefässe nach ihrer Eröffnung durch einen Katheter und Einlage eines Stents, der das Gefäß erweitert, wieder verengen. Dies hat eine Studie an der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg ergeben, die in der jüngsten Ausgabe der medizinischen Fachzeitschrift "Heart" erschienen ist.

Wahrscheinlich hemmt Alkohol die Wucherung von glatten Muskelzellen in den Blutgefässen; dies legen auch Erkenntnisse aus Tierversuchen nahe. Die Heidelberger Mediziner raten jedoch von einer generellen Empfehlung zum Alkoholkonsum bei koronarer Herzkrankheit ab, sehen aber auch keinen medizinischen Grund dafür, eine Einstellung des Konsums zu empfehlen.

Professor Dr. Feraydoon Niroomand, Oberarzt in der Abteilung Kardiologie, Angiologie und Pulmologie (Ärztlicher Direktor: Professor Dr. Hugo Katus) und Oberärztin Privatdozentin Dr. Christiane Tiefenbacher haben mehr als 225 Männer, die sich wegen verengter Herzkranzgefässen einer Ballondilatation unterzogen haben, zu ihren Trinkgewohnheiten nach dem Eingriff befragt.

Die Mehrzahl der Patienten (172) konsumierten mehr als 50 Gramm Alkohol (bis maximal 700 Gramm) pro Woche; 53 Patienten gaben an, dass sie höchsten 50 Gramm oder weniger zu sich nahmen. (Ein Glas Wein enthält etwa 11 Gramm Alkohol, ein großes Glas Bier etwa 13 Gramm.) Die Patientengruppe mit höherem Alkoholkonsum hatte weniger häufig (34 statt 49 Prozent) einen erneuten Verschluss (Restenose) der Herzkranzgefässe und mussten sich seltener (23 statt 42 Prozent) einen erneuten Ballondilatation unterziehen. Auch Diabetiker, die besonders stark zu einer Restenose neigen, profitierten von mäßigem Alkoholkonsum.

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Feraydoon Niroomand
Abteilung Innere Medizin III der Medizinischen Universitätsklinik
Im Neuenheimer Feld 410, 69120 Heidelberg
E-Mail: feraydoon_niroomand@med.uni-heidelberg.de

Literatur:
F Niroomand, O Hauer, C P Tiefenbacher, H A Katus, and W Kuebler: Influence of alcohol consumption on restenosis rate after percutaneous transluminal coronary angioplasty and stent implantation. Heart 2004; 90: 1189-1193.

(Der Originalartikel kann bei der Pressestelle des Universitätsklinikums Heidelberg unter contact@med.uni-heidelberg.de angefordert werden.)

Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
http://www.med.uni-heidelberg.de/aktuelles/
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