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Die ersten Absolventen des "Reformstudiengangs Medizin" an der Charité werden im Oktober fertig

16.09.2004 - (idw) Charité-Universitätsmedizin Berlin

Einladung zur Pressekonferenz am 8. Oktober 2004 um 14.00 Uhr in der "alten Zahnklinik" auf dem Campus Charité-Mitte, Schumannstr.20/21 in 10 117 Berlin

Anlaß: 11. Tagung "Qualität der Lehre". verbunden mit der
"Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA)"
unter dem Leitthema: Neue Approbationsordnung - Beginn von Reformen?
vom 8.-10. Oktober 2004,
Campus Charité-Mitte, Schumannstraße 20/21 in 10 117 Berlin
(im Gebäude der Onkologie)

Ihre Gesprächspartner bei der Pressekonferenz werden sein:

Professor Dr. med. Dr. h.c. Dieter Scheffner, Beauftragter der Charité für den
Reformstudiengang Medizin
Professor Dr. med. Walter Burger, Leiter der Arbeitsgruppe "Reformstudiengang
Medizin" (RSM)
Professor Dr. med. Rolf Winau, Prodekan für Studium und Lehre

Im Oktober diesen Jahres werden die ersten Absolventen des Reformstudienganges Medizin ihr Studium abschließen, das sie im Wintersemester 1999/2000 aufgenommen hatten. Der Reformstudiengang wurde an der Charité parallel zum Regelstudiengang durchgeführt, vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und anderen Mittelgebern unterstützt und als Modellprojekt wissenschaftlich begleitet und jährlich evaluiert und ggf. verbessert.
Im Reformstudiengang wurde und wird ein für Deutschland vollkommen neues Curriculum erprobt, das sich an international erfolgreichen Studiengängen orientiert. Seine Hauptcharakteristika sind das fachübergreifende, vom Problem (Symptom) ausgehende Lehren und Lernen in Kleingruppen sowie Patientenkontakte vom ersten Tag des Studiums an. Ein wichtiges Ziel ist auch die Vermittlung einer ganzheitlichen Sicht auf den Patienten, d.h. die Verbindung der naturwissenschaftlichen Aspekte der Medizin mit dem psycho-sozialen Bezug.
Außerdem wurden genaue Lernziele der einzelnen Studienabschnitte definiert und diese einem generellen Ausbildungsziel zugeordnet: Dieses Vorgehen zielt auf einen Arzt, der Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten erworben hat, die ihn befähigen, in der hausärztlichen Versorgung tätig zu werden. Dazu gehört die Fähigkeit, wissenschaftlich zu denken und zu handeln, dabei ethische, ökologische und ökonomische Aspekte der eigenen Tätigkeit zu erfassen und in ärztlichen Entscheidungen zu berücksichtigen sowie die Bereitschaft und Fähigkeit, eigene Kompetenzen einzuschätzen und sich eigenverantwortlich lebenslang fortzubilden
(siehe auch: www.charite.de/rv/reform).
Dem Regelstudiengang stehen mit dem sog. "TÄF", dem "Trainingszentrum für ärztliche Fertigkeiten", eigene Räume am Campus Mitte der Charité zur Verfügung. Der Studiengang verlangt von den Dozenten andere Vorgehensweisen, als sie es aus dem Regelstudiengang mit Frontalvorlesungen und Beschränkung auf ein einzelnes Fach kennen.

In den sechs Jahren seit Beginn des Reformstudienganges haben zahlreiche deutsche Universitäten in ihrem Regelstudium Teilreformen, meist nach dem Vorbild der Ausbildung in Harvard/USA, eingeführt. Und seit dem 3. Juli 2002 wurde eine neue Approbationsordnung für Ärzte in Kraft gesetzt, die den Fakultäten gewisse Freiräume zu eigener Ausgestaltung des Medizinstudiums erlauben.

Der Reformstudiengang (RSM) unterscheidet sich indessen von allen in vielerlei Hinsicht:
- Er war und ist eine Reform von unten, ausgegangen von streikenden Medizinstudenten, die an der Freien Universität Berlin in den Jahren 1988/9 die Ausbildung kritisierten und eigene Vorstellungen entwickelten. Reformierungen an anderen Fakultäten sind dagegen von oben verordnet worden und für alle verbindlich, während der RSM wählbar ist.
- Der RFM ist der erste Studiengang an einer staatlichen Fakultät, der das gesamte Curriculum vollkommen neu konzipiert hat, während an anderen Universitäten nur partielle Veränderungen vorgenommen wurden, die die durch die Approbationsordnung vorgegebene Struktur nicht antasten.
- Der RSM wird wissenschaftlich begleitet und legt am Ende nicht nur Mutmaßungen über sein Pro und Contra vor, sondern Fakten.
- Der RSM ist, nachdem es in Deutschland - ganz anders als in anderen Ländern - keine Ausbildungsforschung gibt (außer im Zusammenhang mit dem Numerus clausus), das einzige Beispiel einer solchen.

- Die Drop out Rate beträgt im RFM mit 2% nur ein Zehntel der von Regelstudiengängen.
- Die zeitliche Beanspruchung der Studierenden ist hoch. Der RSM wird nach Jahrgängen, nicht Semestern geführt und ermöglicht so einen engen Zusammenhalt sowohl der Studierenden untereinander als auch zwischen Studierenden und Fakultät.
Auf dem Kongreß wird der RSM sich mit allen anderen Initiativen an deutschen Fakultäten vergleichen lassen.

An- und Rückfragen bitte nur über Tel: (030) 450-576 112 (Reformstudiengang), da ich nun im Ruhestand bin, S .Schattenfroh) . (16. 9. 2004)
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