Studium, Ausbildung und Beruf

web uni-protokolle.de
 powered by
NachrichtenLexikonProtokolleBücherForenMontag, 22. September 2014 

Auswirkung vom "Raubkopieren" auf die Filmwirtschaft

28.09.2004 - (idw) Bauhaus-Universität Weimar

Eine wissenschaftliche Studie der Bauhaus-Universität Weimar widerlegt Aussagen, die behaupten, Raubkopien von Filmen aus dem Internet würden allein dem Filmsehen "auf Probe" dienen.

Vielmehr wies Nachwuchswissenschaftler Victor Henning nach, dass die Mehrheit der Raubkopierer jene Filme, die bereits illegal gesehen wurden, nie oder selten legal konsumieren.

Die Studie, die von Dipl.-Kfm. Victor Henning, Doktorand und wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Marketing und Medien (Prof. Dr. Thorsten Hennig-Thurau) an der Bauhaus-Universität Weimar durchgeführt wurde, belegt damit zum ersten Mal den Zusammenhang zwischen illegalem Film-Download und legalem Filmkonsum. Dazu wurden von Mai bis August 2004 in einer Online-Umfrage insgesamt 837 User sieben verschiedener Tauschbörsen befragt. "Ziel der Studie war es unter anderem, herauszufinden, welche Motivationen Raubkopierer treibt und welche Konsequenzen sich aus dem Film-Download für die Industrie ergeben," erläutert Victor Henning.

Download = Kein darauf folgender legaler Filmkonsum

Zumindest auf die Mehrheit der Befragten trifft diese Gleichung zu. Während 56 Prozent der Umfrageteilnehmer den Kinobesuch ganz oder überwiegend ausschließt, ist dieser Effekt beim DVD-Verleih und -Verkauf noch stärker: Hier gaben 67 Prozent (DVD-Verleih) bzw. 63 Prozent (DVD-Verkauf) der Befragten an, den Film später nie oder selten auf DVD auszuleihen oder diesen zu kaufen.

Besonders erschreckend ist die Auswirkung von illegaler Filmnutzung bei der Gruppe der Nicht-Downloader, also bei denen, die zwar nicht selbst illegal downloaden, aber sich bei anderen mit Raubkopien vorsorgen. Hier meinten 74 Prozent, sie griffen "selten" oder "nie" auf das Filmangebot der Videotheken zurück, nachdem sie den Film illegal gesehen hätten.

Motivationen der Raubkopierer

In der Befragung kristallisierte sich ganz klar eine Hauptmotivation für die illegale Filmnutzung heraus: Die Teilnehmer der Studie downloaden Filme, weil es kostenlos ist. Über zwei Drittel der User, insgesamt 73 Prozent, ist diese Tatsache wichtig bis sehr wichtig. Zudem gaben die Befragten an, der DVD-Kauf sei zu teuer (63 %), ebenso wie der Kinobesuch (50 %).

Im Gegensatz zu anderen Studien oder Empfehlungen widerlegt die Untersuchung von Victor Henning die Behauptung, moralische Beweggründe könnte die Nutzung von illegalen Filmangeboten aufhalten. Nur insgesamt 17 % der Film-Downloader gaben an, dass eventuell moralische Aspekte sie vom Download abhalten könnte.

Die englischsprachige Studie "An empirical study of the effects of peer-to-peer filesharing on the film industry" bildet einen Teil der Forschungsarbeit des Autoren.
uniprotokolle > Nachrichten > Auswirkung vom "Raubkopieren" auf die Filmwirtschaft

ImpressumLesezeichen setzenSeite versendenDruckansicht

HTML-Code zum Verweis auf diese Seite:
<a href="http://www.uni-protokolle.de/nachrichten/id/88531/">Auswirkung vom "Raubkopieren" auf die Filmwirtschaft </a>