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Mehr Beachtung für die Fußball-Amateure

29.09.2004 - (idw) Westfaelische Wilhelms-Universität Münster

Tagung zu Fußball in Geschichte und Gesellschaft


Prof. Dr. Dieter H. Jütting (links) und Prof. Dr. Michael Krüger Fußball bedeutet für viele Spaß und Spannung vor dem Fernseher, Fortsetzung garantiert. Während der Profisport hohe Beachtung findet und mit großer Aufmerksamkeit verfolgt wird, gibt es kaum Studien zum Amateurfußball. Die vom 29. September bis zum 1. Oktober im münsterschen Franz-Hitze-Haus stattfindende Fachtagung "Fußball in Geschichte und Gesellschaft", die vom Akademischen Fußball-Team der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster in Kooperation mit den Sektionen Sportgeschichte und Sportsoziologie der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft sowie mit der Deutschen Arbeitsgemeinschaft von Sportmuseen, Sportarchiven und Sportsammlungen veranstaltet wird, beleuchtet vor allem den Aspekt des Fußballs als Nicht-Profisport.

Bei der interdisziplinären Veranstaltung werden sowohl gesellschaftliche und soziale als auch wirtschaftliche und historische Aspekte berücksichtigt. Die Themen reichen von der Herstellung gesellschaftlicher Ordnung durch das Spiel über den Vergleich der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedeutung des Fußballs in England und Deutschland bis hin zu Karrieren im Amateurfußball. Prof. Dr. Michael Krüger, Lehrstuhlinhaber des Arbeitsbereichs Sportgeschichte und Sportpädagogik und Mitorganisator der Fachtagung, weist auf die Bedeutung des nicht profimäßig betriebenen Sports hin: "Die Nachwuchsarbeit, eine sehr wichtige Komponente im Fußball, beginnt bei den Amateuren". Die undankbare und aufwändige Arbeit fände jedoch zu wenig Beachtung, was auch ein Impuls für die Fachtagung gewesen sei, so Krüger.

Prof. Dr. Dieter H. Jütting, geschäftsführender Direktor des Instituts für Sportkultur und Weiterbildung, weist auf die Notwendigkeit der Forschung in diesem Bereich hin: "Das theoretische Wissen hilft zu erkennen, was in der Gesellschaft läuft." Dabei sei der Fußball mit den vielen ehrenamtlichen Trainern bestes Beispiel für eine Absage an die von vielen befürchtete Vision einer Ego-Gesellschaft. Doch ließen sich bei der Frage, wer trainiere und wer selbst Trainer sei, soziale Strukturen erkennen. "Fast jeder Junge spielt in seiner Jugend Fußball, doch für die meisten ist spätestens nach der Mittelstufe der Schulen Schluss", erläutert Jütting die Situation im Amateurfußball. Ausschließlich Personen mit höherer Schulbildung führten den Amateursport weiter und arbeiteten später teilweise selbst als Trainer.

Um das Thema Amateurfußball geht es auch in der seit zwei Semestern stattfindenden Vortragsreihe "Die lokal-globale Fußballkultur", die auch im kommenden Wintersemestern wieder angeboten wird. Prominente Referenten wie Michael Skibbe, DFB-Trainer des Nachwuchses, oder Dr. Theo Zwanziger, designierter Präsident des DFB, werden dazu erwartet. Die bisherigen Ergebnisse der Veranstaltungsreihe sind nun in einem von Jütting herausgegebenen Buch zusammengefasst.
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