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Symposion an der Uni Lüneburg: Der Deutschunterricht soll künftig besser erforscht werden

30.09.2004 - (idw) Universität Lüneburg

Die Zeit der großen programmatischen Debatten über den Deutschunterricht ist vorbei. Die Wissenschaft will sich künftig stärker der Erforschung von Lernvoraussetzungen und -erfolgen widmen. Das kann als wesentliches Ergebnis der Zusammenkunft von 460 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern im Rahmen des 15. Internationalen Symposions Deutschdidaktik in Lüneburg festgehalten werden.

Angesichts der jüngsten Ergebnisse der international vergleichenden Bildungsstudien soll auch für den Deutschunterricht eine bessere Überprüfung der Unterrichtskonzepte erfolgen. Experten fordern deshalb, den Unterricht genauer unter die Lupe zu nehmen und mit Hilfe sozialwissenschaftlicher Forschungsmethoden zu objektiven Urteilen darüber zu gelangen, ob Erfolge bei der Ausbildung von Schülerinnen und Schülern erreicht wurden oder nicht.


"Der Erfolg des Deutschunterrichts auf dem Prüfstand -
Die Fachdidaktik Deutsch auf dem Weg zu einer empirisch fundierten Wissenschaft"

Das von der Universität Lüneburg vom 26. - 29. September veranstaltete 15. Symposion Deutschdidaktik "Deutschunterricht - empirisch", an dem 460 Wissenschaftler/innen aus Deutschland und zahlreichen europäischen Ländern (Schweiz, Österreich, Ungarn, Polen) teilnahmen, endete am Mittwoch mit einer Podiumsdiskussion, die sich mit Wegen zu einer Verbesserung der künftigen Forschungen zum Deutschunterricht beschäftigte. Sowohl die Eröffnungsrede von Prof. Dr. Jürgen Baumert (Leiter der deutschen PISA-Studie) am Beginn des Kongresses, als auch der Vortrag von Prof. Dr. Eckhard Klieme (Deutsches Institut für internationale pädagogische Forschung) hatten den Kongressteilnehmern einen Blick "von außen" auf ihre Disziplin beschert und sie dazu ermuntert, bei der Abschlussveranstaltung intensiv über ein neues Selbstverständnis ihrer Disziplin zu diskutieren. Ausreichende Grundlagen für diese Diskussion waren vorhanden, denn während der Tagung lieferten in 12 Sektionen mehr als 100 Beiträge von Wissenschaftlern eine Bestandsaufnahme der bisherigen und der aktuellen empirischen Forschung zum Deutschunterricht.

Die Podiumsdiskussion gab darüber hinaus den Anstoß, die Deutschdidaktik als forschende Disziplin weiterzuentwickeln. "Die Gesellschaft hat ein Anrecht darauf, dass die behaupteten Erfolge der didaktischen Konzepte für den Deutschunterricht in der empirischen Unterrichtsforschung überprüfbar werden", so Prof. Dr. Norbert Groeben, Sprecher des Forschungsprogramms "Lesesozialisation in der Mediengesellschaft" bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Zu diesem Zweck müsse die Deutschdidaktik die empirischen Methoden der Unterrichtsforschung aus den sozialwissenschaftlichen Disziplinen aufnehmen und in die Ausbildung von Deutschlehrer/innen integrieren. Nachdrücklich wiesen Dr. Manfred Nießen von der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Bettina Jorzik vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft darauf hin, dass die Entwicklung zur empirischen Bildungsforschung in der Fachdidaktik unumkehrbar sei und entweder mit oder ohne die Deutschdidaktik vollzogen werde.

Dass der Kongress diese Notwendigkeit ebenfalls sieht, wurde in den Diskussionen und in der Themenwahl für das nächste Symposion Deutschdidaktik deutlich: "Kompetenzen, Standards, Curricula des Deutschunterrichts in Schule und Hochschule". Aufgabe dieses Symposions wird es sein, auf der Grundlage der Lüneburger Fachtagung die von der Kultusministerkonferenz in den Bundesländern eingeführten Bildungsstandards für den Deutschunterricht empirisch zu überprüfen und ihre weitere Entwicklung kritisch zu beraten.
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