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Mit Multimedia und alten Handschriften zur Buchmesse

06.10.2004 - (idw) Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg

Die Frankfurter Buchmesse dient dem Lehrstuhl für Informatik II der Uni Würzburg zur Präsentation seiner Forschungsergebnisse und anwendungsorientierten Projekte. Schwerpunkte: Elektronische Nachschlagewerke mit multimedialen Lernobjekten und effiziente Verfahren der Informationsgewinnung. Dabei reichen die Multimedia-Objekte vom Videoclip, der in einem medizinischen Lexikon die minimal-invasive Entfernung eines Blinddarms zeigt, bis hin zur animierten Überblendung einer mittelalterlichen Handschrift mit dem Inhaltstext.

Das Team von Lehrstuhlinhaber Jürgen Albert präsentiert unter anderem die Neuauflage der HagerROM. Dieses zwölfbändige pharmazeutische Handbuch auf CD-ROM bezeichnen die Herausgeber Ulrike Holzgrabe und Siegfried Ebel vom Würzburger Lehrstuhl für Pharmazeutische Chemie gerne als den "großen Brockhaus der Pharmazie". Bei ihnen ist das vom Springer-Verlag Heidelberg geförderte "Hager-Büro" angesiedelt, das den Inhalt des Werks fortlaufend aktualisiert. In der neuen Auflage gibt es im Multimedia-Bereich einige Neuerungen, zum Beispiel als neue Zoomvariante eine Online-Lupe für das Bildmaterial und Animationen der dreidimensionalen Molekülmodelle der Arzneimittelwirkstoffe.

Erstmals wird am Stand der Würzburger Informatik die DVD-Version des Springer-Lexikons Medizin vorgestellt. Das Fassungsvermögen einer CD-ROM hätte bei weitem nicht gereicht, um das zusätzlich aufgenommene Wörterbuch mit englisch-deutschen Übersetzungen, das gesamte weitere Bildmaterial und vor allem die rund 200 Videoclips aufzunehmen, die insgesamt eine Spieldauer von mehreren Stunden haben. Man findet Lehrvideos zur Signalübertragung auf Nervenbahnen und über Untersuchungs- und Operationstechniken ebenso wie Mikroskop-Aufnahmen lebender Parasiten.

An diesen und anderen Entwicklungsprojekten der Informatiker mit dem Springer-Verlag sind auch Absolventen der Uni Würzburg beteiligt: Thomas Mager, "Executive Editor" der Werke, und Walter Reuß als "Database Manager" haben beide in Würzburg studiert und an der Fakultät für Chemie und Pharmazie promoviert.

Ein weiterer Höhepunkt, den die Informatiker auf der Buchmesse präsentieren, entstammt einer Kooperation mit der Würzburger Universitätsbibliothek (UB). Unter der Leitung von Hans-Günter Schmidt von der Abteilung für Handschriften und Alte Drucke wurde ein Projekt zur digitalen Aufbereitung einer mittelalterlichen Handschrift auf den Weg gebracht.

"Bayernweit ist dieses Projekt Vorreiter bei der Direktdigitalisierung in der Datenerfassung", so Albert. Schon das digitale Rohmaterial von mehr als hundert Gigabyte, das mit Unterstützung von Peter Ruff aus dem Rechenzentrum der Uni Würzburg mit einer hoch auflösenden Digitalkamera gewonnen wurde, sprenge alle bisher aufgetretenen Datenvolumina zur Multimedia-Entwicklung für CD-ROM oder DVD. Allein das Erzeugen aller dreidimensionalen Animationen (virtuelles Blättern in der Handschrift, Überblenden von handschriftlichem und gesetztem Text) dauere selbst auf leistungsfähigen Rechnern schon einige Tage. Neben diesen Animationen wird die Endversion unter anderem mit Navigationsbäumen, einer schnellen Volltextsuche mit Fehlertoleranz sowie mit Zoomfunktionen im Bildmaterial ausgestattet.

Der Stand des Lehrstuhls wird vom bayerischen Wirtschaftsministerium gefördert und befindet sich in Halle 4.2, H449. Die Buchmesse läuft vom 6. bis 10. Oktober. Weitere Informationen: Prof. Dr. Jürgen Albert, T (0931) 888-6600, Fax (0931) 888-6603, E-Mail:
albert@informatik.uni-wuerzburg.de
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