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Heiner Müllers Theater der Schrift

07.10.2004 - (idw) Universität Leipzig

Internationale wissenschaftlich-künstlerische Konferenz des Instituts für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig in Kooperation mit der Internationalen Heiner Müller Gesellschaft und dem Schauspiel Leipzig vom 21.-24.10.2004.

Die Prämisse der viertätigen Veranstaltung am Schauspiel Leipzig ist: Keine Gedächtnisfeier zum 75. Geburtstag Heiner Müllers. Müller ist tot, von der Gegenwart überrollt. Sein Werk in Metern vermessen, verehrt, verrissen und vergessen. Was bleibt: ''Texte, die auf Geschichte warten''.
Unter dieser Prämisse, die zahlreiche Fragestellungen bereithält, verbindet die Konferenz interdisziplinäre Vorträge aus der internationalen Heiner Müller-Forschung mit Theater, Performance, Konzert, Video, Lesungen, Ausstellung und Diskussionen mit dem erklärten Ziel, einerseits Müller-Kenner ersten Ranges in Leipzig zu versammeln und andererseits die brisante Aktualität Müllerscher Dramatik der interessierten Öffentlichkeit auf künstlerischem und wissenschaftlichem Wege nahezubringen.
Dabei zeichnen die Leipziger Professoren für Theaterwissenschaft Theo Girshausen und Günther Heeg für den wissenschaftlichen Teil verantwortlich, das künstlerische Programm stellte Klaudia Ruschkowski, Geschäftsführerin der Internationalen Heiner Müller-Gesellschaft, zusammen.

In vier Vortrags-Sektionen und einem Doktorandenkolloquium wird Fragen zu ''Archiv und Edition'' (Sektion 1) des dramatischen Erbes Heiner Müllers nachgegangen, das ''Theater der Schrift / Was vom Tragischen bleibt'' (Sektion 2) zur Diskussion gestellt, das Verhältnis von ''Bild - Raum - Beschreibung / Theater als (Inter)Medium'' (Sektion 3) in Müllers Schriften thematisiert und schließlich der ''Politik des Theaters'' (Sektion 4) nachgespürt. Unter anderen werden sich Wissenschaftler und Theaterpraktiker wie Jean Jourdheuil (Paris), Hans-Thies Lehmann (Frankfurt/Main), Ulrike Haß (Bochum), Peter Kammerer (Urbino), Wolfgang Storch (Volterra), Rainer Naegele (Baltimore) und Petra Stuber (Leipzig) der öffentlichen Diskussion stellen.

Im Rahmen des umfangreichen künstlerischen Programms werden verschiedene Müller-Inszenierungen, u.a. zwei Produktionen des Schauspiel Leipzig, zu sehen sein. Außerdem werden Lesungen, ein Konzert, eine Klanginstallation und die Ausstellung zu der in der DDR verbotenen Müllerproduktion ''Die Umsiedlerin'' von 1961 präsentiert, die der damalige Regisseur B.K. Tragelehn zu Beginn der Konferenz eröffnen wird.

Die Konferenz wird am Donnerstag, dem 21. Oktober 2005, um 16:00 Uhr im Garderobenfoyer des Schauspiel Leipzig eröffnet durch die Professoren Girshausen und Heeg, Schauspielintendant Wolfgang Engel sowie Klaudia Ruschkowski, mit Grußworten vom Kulturdezernenten Georg Girardet und der Prorektorin Prof. Dr. Charlotte Schubert. Im Anschluss daran präsentiert das Schauspiel Leipzig in einer geschlossenen Veranstaltung die Produktion ''Bildbeschreibung''. Nach einem Empfang in der Neuen Szene wird der Abend eingeleitet durch B.K. Tragelehns Ausstellungseröffnung und eine Lesung von ihm und Bert Papenfuß unter dem Titel ''Fremdes/Eigenes''. Um 21:00 Uhr rundet Steffen Schleiermacher den ersten Konferenztag mit drei Klavierstücken und einer Improvisation zu Texten von Heiner Müller ab.

Auf einen Höhepunkt, gleichsam als Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis, möchten wir Sie an dieser Stelle gern hinweisen: Am Samstagabend, dem 23. Oktober 2004, wird zwischen 20:00 und 24:00 Uhr in der Neuen Szene eine ''Lange Nacht der Regisseure'' stattfinden. Im Rahmen dieser Veranstaltung werden renommierte Regisseure wie Dimiter Gottscheff, Stephan Suschke, B.K. Tragelehn, Wolfgang Engel, Lukas Langhoff u.v.a. über den künstlerischen Umgang und die (Un-)Möglichkeiten der Inszenierung von Müllermaterial gestern, heute und morgen streiten. Der Eintritt ist frei.



Weitere Informationen:
Prof. Dr. Günther Heeg
Telefon: 0341 97-30400
E-Mail: mueller_konferenz@gmx.de
www.uni-leipzig.de/~theater



Einladung zum Pressegespräch

Wir laden Sie herzlich ein zu einem Pressegespräch mit


Prof. Dr. Theo Girshausen (Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig),
Prof. Dr. Günther Heeg (Institut für Theaterwissenschaft der Universität Leipzig),
Klaudia Ruschkowski (Internationale Heiner Müller Gesellschaft) und
Wolfgang Engel (Schauspielhaus Leipzig).


Zeit: 13. Oktober 2004, 11:00 Uhr
Ort: Schauspiel Leipzig
Zwischenfoyer
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