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Wie aus "Bio" Chemie wird - Symposium über biobasierte Produkte und Bioraffinerien

12.10.2004 - (idw) Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

Am 27. und 28. Oktober findet im Zentrum für Umweltkommunikation der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück das Symposium "Biorefinica 2004" statt. Unter der Federführung der DBU, der DECHEMA, der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) sowie des Forschungsinstituts biopos referieren und diskutieren Wissenschaftler, Industrievertreter und Politiker über die nachhaltige industrielle und industrienahe stoffliche Verwertung und Nutzung nachwachsender Rohstoffe in Bioraffinerien. Die Biorefinica wird von Unternehmen der chemischen und biotechnischen Industrie wie der BASF und der Degussa unterstützt.

Der Erfolg der chemischen Industrie beruht auf dem Prinzip, aus Erdöl einfach zu handhabende und exakt definierte, chemisch reine Grundstoffe in Raffinerien zu erzeugen. Der Siegeszug von Kunststoffen wäre ohne die genaue Kenntnis dieses Funktionsprinzips genauso unmöglich gewesen wie die Herstellung von zigtausend anderen Produkten der Chemie, die heute unser Leben prägen.

Die Zukunft wird durch die Verknappung von fossilen Rohstoffquellen bestimmt werden. Mit Blick auf den Erhalt des Lebensstandards unserer wie nachfolgender Generationen wird es eine immer wichtigere Aufgabe werden, das Prinzip der Erdölraffinerien auf Biomasse verarbeitende
Bioraffinerien zu übertragen. Diese nutzen dann statt Erdöl in großen Mengen verfügbare nachwachsende Rohstoffe sowie Rest- und Abfallstoffe der Lebensmittelproduktion.

Die Biorefinica 2004 möchte neben einer Bestandsaufnahme deutscher Aktivitäten auf dem Gebiet der biobasierten Produkte und Bioraffinerien auch eine Gesprächsplattform für Wissenschaft, Politik und Wirtschaft über Chancen und Erfordernisse einer nachhaltigen biobasierten Stoffwirtschaft im europäischen Raum bieten. Trotz Einzelprogrammen von Bundesregierung und Europäischer Union, die die Nutzung nicht fossiler Rohstoffquellen forcieren sollen, wurde deren riesiges Potenzial zur stofflichen Nutzung bisher nicht ausreichend berücksichtigt.

Das Symposium beginnt mit einem politischen Teil. Zur Nachhaltigkeit in der Chemie kommen neben Politikern Vertreter vom Deutschen Bauernverband, vom Verband der Chemischen Industrie, von der GDCh und der DECHEMA zu Wort. In einem Plenarvortrag eines amerikanischen Wissenschafters wird auf die industriellen und politischen Perspektiven der Biomasse-Technologien in den Vereinigten Staaten eingegangen.

Weitere Programmschwerpunkte sind die globalen, ökologischen und ökonomischen Aspekte der Biowirtschaft und biobasierten Stoffwirtschaft, die Erörterung bestehender und potenzieller Bioraffinerie-Systeme sowie Vorträge über Rohstoffe für die biobasierte Stoffwirtschaft. Im Mittelpunkt stehen Produktlinien und Produkte aus der Konversion (Umwandlung) von Biomasse, und zwar bei der biotechnischen Konversion die Biopolymere und Polymer-Rohstoffe und bei der chemischen Konversion die Kohlenhydrate, Öle und Fette, Proteine und Aminosäuren sowie Lignin als Industrierohstoffe. Biobasierte Produkte und Bioraffinerien werden schließlich im Kontext von unternehmerischen Mittelstandsperspektiven, regionaler Entwicklung und Marktentwicklung sowie Bewertung der Nachhaltigkeit behandelt.

Die abschließende Podiumsdiskussion (28.10., 16 Uhr) soll zusammenfassend die industrielle stoffliche Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen in Deutschland im Kontext von Ökonomie und Ökologie sowie Wissenschaft und Gesellschaft beleuchten.

Medienvertretern wird der Besuch dieser Podiumsdiskussion sowie der Eröffnung (27.10., ab 9 Uhr) mit der Möglichkeit zu anschließenden Interviews (10.45 Uhr) empfohlen.

Die Homepage www.biorefinica.de bietet nähere Informationen.

Ansprechpartner: Dr. Birgit Kamm, biopos, Fax: 03328-3322-11, Fon: 03328-3322-10

Dr. Maximilian Hempel, DBU, Fax: 0541-9633-193, Fon: 0541-9633-311
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