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Forschungspreis der Deutschen Immobilien-Akademie geht nach Frankfurt

13.10.2004 - (idw) Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Main)

Dr. Steffen Sebastian für wissenschaftliche Untersuchungen von Immobilien-Anlagen ausgezeichnet / Inflationsrisiko bei der Altersvorsorge häufig unterschätzt

FRANKFURT. Zum sechsten Mal verlieh die Deutsche Immobilien-Akademie (DIA) am vergangenen Donnerstag gemeinsam mit mehr als 100 Gästen aus Immobilienwirtschaft, Forschung und Politik auf der Expo Real in München ihren Forschungspreis. Dr. Steffen Sebastian erhielt für seine Dissertation 'Inflationsrisiken von Aktien-, Renten- und Immobilieninvestments' den mit 2.500 Euro dotierten Preis in der Klasse Dissertationen und Habilitationen.

In seiner Laudatio unterstrich Prof. Siegfried Hauser die Bedeutung der Arbeit für die Problematik langfristiger Anlagen, insbesondere im Kontext der privaten oder betrieblichen Altersvorsorge. Wirtschaft und Politik sollten die Inhalte und Ergebnisse derartiger Arbeiten verstärkt zur Kenntnis nehmen und zur Basis ihrer Entscheidungen und Handlungen nutzen.

"Nicht zuletzt wegen der gegenwärtigen Reformen der Alterssicherungssysteme in Europa rücken langfristige Anlagehorizonte und damit die Frage nach den Inflationsschutzeigenschaften alternativer Investments in den Mittelpunkt des Interesses", erklärt Sebastian. So bewirkt bei einer im Kontext der Alterssicherung üblichen Ansparzeit von beispielsweise 30 Jahren eine jährliche Inflationsrate von 2 Prozent einen realen Wertverlust der ursprünglichen ersten Einzahlung von etwa 45 Prozent. Bei einer Inflationsrate von durchschnittlich 3 Prozent sind es sogar fast 60 Prozent. "Insofern ist aus der Perspektive des durchschnittlichen privaten Anlegers der Ausgleich von inflationsbedingten realen Wertminderungen eine natürliche Anforderung an die Mindestrentabilität eines Investments", so der Frankfurter Wirtschaftswissenschaftler.

Die zentralen Ergebnisse der Studie: Deutsche offene Immobilienfonds weisen sehr gute Inflationsschutzeigenschaften auf. Bei dieser Anlageform geht der erwartete Verlust im Verlustfall - eine Kennzahl für das Worst-Case-Risiko - mit zunehmendem Anlagehorizont systematisch zurück, während er für Aktien, Rentenanlagen und Immobilien-Aktiengesellschaften ansteigt.

So beträgt beispielsweise bei deutschen Aktien die Wahrscheinlichkeit eines realen Kapitalverlustes nach einer Anlagedauer von 20 Jahren zwar weniger als 0,5 Prozent. Tritt dieser Fall jedoch ein, so ist im Durchschnitt mit einem Verlust von fast 30 Prozent der Anlage zu rechnen.

Dr. Steffen Sebastian studierte Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim und der Business School ESSEC in Cergy-Pointoise, Frankreich. Daran anschließend forschte Sebastian im Bereich Immobilien-Investment am Pariser Institut de l'Epargne Immobilière et Foncière und der Universität Mannheim.

An der Universität Frankfurt ist Dr. Sebastian seit 2003 als wissenschaftlicher Assistent an der Professur für Investment, Portfolio Management und Alterssicherung von Prof. Raimond Maurer tätig. Der Schwerpunkt seiner Forschung liegt im Bereich Real Estate Finance.

Kontakt: Professur für Investment, Portfolio Management und Alterssicherung; Kettenhofweg 139, 60325 Frankfurt; Tel.: 069 / 798-25227; Telefax: 069 / 798-25228; E-Mail: investment@wiwi.uni-frankfurt.de

Deutsche Immobilien-Akademie (DIA) an der Universität Freiburg, Bertoldstraße 54, 79098 Freiburg, Telefon: 07 61 / 2 07 55-0; Telefax: 0761 / 2 07 55-33; E-Mail: info@dia-freiburg.de
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