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Wenn das Herz dauerhaft schmerzt : RUB-Patienten-Seminar zur chronischen Angina Pectoris

13.10.2004 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Überraschend viele Patienten, die wegen einer Herzkrankgefäßverengung erfolgreich behandelt wurden, leiden auch Jahre später noch mehrmals täglich an Herzschmerzattacken und Todesangst. Neue, zumeist einfache Methoden, die die Kardiologen und Schmerzspezialisten der RUB in den BG-Kliniken Bergmannsheil gemeinsam entwickelt haben, können helfen. Betroffene können sich darüber bei einem Patientenseminar am 19. Oktober 2004 (18 Uhr, Hörsaal 1, Bergmannsheil) informieren. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Bochum, 13.10.2004
Nr. 297

Wenn das Herz dauerhaft schmerzt
Patienten-Seminar zur chronischen Angina Pectoris
Kardiologen und Schmerzspezialisten entwickelten neue Methoden

Überraschend viele Patienten, die wegen einer Herzkrankgefäßverengung erfolgreich behandelt wurden, leiden auch Jahre später noch mehrmals täglich an Herzschmerzattacken und Todesangst. Neue, zumeist einfache Methoden, die die Kardiologen und Schmerzspezialisten der RUB in den BG-Kliniken Bergmannsheil gemeinsam entwickelt haben, können helfen. Betroffene können sich darüber bei einem Patientenseminar am 19. Oktober 2004 (18 Uhr, Hörsaal 1, Bergmannsheil) informieren. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

50.000 Deutsche mit dauernden Schmerzattacken

Bei Erkrankung der kleinen und großen Herzgefäße (Koronargefäße) kommt es zu einem kritischen Sauerstoffmangel im Herzen, der zu den quälenden, oft mit Todesangst verbundenen, typischen Brustschmerzen führen kann. Die moderne Medizin verfügt über ein reichhaltiges Arsenal zur Behandlung dieser Krankheit. Neben Medikamenten gehören dazu vor allem die Erweiterung der Herzkranzgefäße durch Katheter, der Einbau von Gefäßstützen (Stents) und Bypassoperationen. Nach einer solchen Maßnahme ist in der Regel die Gefahr gebannt und auch die Symptome sollten verschwinden. Allerdings hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass viele der erfolgreich behandelten Patienten ihren Herzschmerz trotzdem behalten. Eine Studie der RUB-Kardiologie im Bergmannsheil ergab, dass die Hälfte der Patienten noch ein Jahr nach der Behandlung Herzschmerzen hatte, 15 Prozent litten sogar an starken Schmerzattacken mit Todesangst, die nicht nur die Lebensqualität einschränken, sondern auch durch zahllose Arztbesuche enorme Kosten verursachen. Der Bochumer Studie zufolge sind in ganz Deutschland hochgerechnet mehr als 50.000 Patienten von diesem Problem betroffen.

Nervenzellen vom Schmerz ablenken

Aktuelle Studien haben gezeigt, dass neben dem Zustand des Herzens auch Reaktionen der sog. Schmerzmatrix im Gehirn für die Aufrechterhaltung der Schmerzen verantwortlich sind. Diese Hirnregionen werden durch wiederholte heftige Schmerzen aktiviert und "merken" sich das: Der Schmerz wird chronisch. Die Kenntnis dieses Zusammenhangs eröffnet neue Behandlungsmethoden, die die Klinik für Kardiologie (Direktor: Prof. Dr. Andreas Mügge) und das Schmerzzentrum (Leitung: Prof. Dr. Christoph Maier) der RUB gemeinsam entwickelt haben: Neben verhaltenstherapeutischen Maßnahmen setzen die Ärzte z.B. die transkutane Nervenstimulation (TENS) ein, bei der der Patient durch Klebeelektroden, die er selbst steuert, die Herzschmerzen sofort unterdrücken kann. In schwereren Fällen legen die Ärzte einen speziellen, elektrisch stimulierbaren Katheter in die Nähe des Rückenmarks, durch den die Schmerzen noch effektiver unterdrückt werden.

Mit Experten diskutieren

Im RUB-Klinikum Bergmannsheil wurden bislang 25 Patienten mit verschiedenen Therapieverfahren erfolgreich behandelt. "Etwa 80 Prozent der Patienten mit chronischem Herzschmerz profitieren von den einfachen Maßnahmen", so Dr. Henning Baberg von der Kardiologie. Die Zahl der täglichen Angina pectoris Attacken sank von im Durchschnitt acht auf zwei pro Tag und die Intensität der Schmerzen sank um ein Drittel. Dementsprechend stieg die Lebensqualität. Beim Patientenseminar können sich Betroffene und Interessierte über die Entstehung chronischer Herzschmerzen und Behandlungsmöglichkeiten informieren. Im Anschluss an die Kurzvorträge stellen sich die Referenten der Diskussion mit dem Publikum.

Weitere Informationen

Dr. Henning Baberg, Klinik für Kardiologie der RUB in den BG-Kliniken Bergmannsheil, Tel. 0234/302-6058, E-Mail: henning.baberg@rub.de

Prof. Dr. Christoph Maier, Schmerzzentrum der RUB in den BG-Kliniken Bergmannsheil, Tel. 0234/302-6636, E-Mail: christoph.maier@rub.de
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