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Besseres Klima in Flugzeugkabinen

13.10.2004 - (idw) Fraunhofer-Gesellschaft

Ob Urlaubs- oder Vielflieger, die dicke Luft in den Flugzeugkabinen kann schon mal Kopfschmerzen bereiten. Hinzu kommen noch die verschiedenen Druckverhältnisse, die bei Start, Flug und Landung auf Passagiere und Flugpersonal wirken. In der Flight Test Facility des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik IBP wird ab Sommer 2005 das Klima in Flugzeugen untersucht. Der Spatenstich für das Flugzeuglabor erfolgt am 12. Oktober 2004 unter anderem durch Ilse Aigner, MdB und Professor Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft.


Teil des Airbus A310 auf dem Weg vom Flughafen München nach Holzkirchen. Ausladen aus der Beluga.
Ausfahrt des Schwertransports aus dem Flughafen. © Fraunhofer Wer mit einem Schnupfen fliegt, kennt es ebenso wie Taucher, die zu kurz nach dem letzten Tauchgang in den Flieger steigen: Das unangenehme bis schmerzende Gefühl in den Ohren, wenn der Flieger abhebt und sich der Druck in der Kabine verändert. Noch stärker als Flugreisende ist das Personal den Druck- und Luftverhältnissen ausgesetzt. Je nach Flugplan müssen Stewards, Stewardessen und Piloten mehrmals am Tag starten und landen. Sie verbringen bis zu 17 Stunden an Bord der Maschinen. Dank Klimaanlage ist die Luft zwar frisch, aber oft trocken. Komfort und Behaglichkeit an diesem Arbeitsplatz sind nicht einfach durch Öffnen der Fenster zu erreichen.

"In der Flight Test Facility, die wir am Fraunhofer IBP in Holzkirchen aufbauen, können wir die Druck-, Temperatur- und Feuchteverhältnisse während eines Flugs realitätsnah am Boden nachstellen", erklärt Prof. Dr. Klaus Sedlbauer, Institutsleiter am IBP. "Wir wollen untersuchen, wie sie auf Passagiere, Flugpersonal und Piloten wirken." Herzstück des Fluglabors ist ein Teil eines Airbus A310, das komplette vordere Segment inklusive Cargobereich. Es hat von der Spitze bis zum Flügel eine Länge von 15,5 Metern und umfasst 30 Sitzplätze für Business Class und 32 Sitzplätze Economy. Das 15 Tonnen schwere Airbus-Stück kam zunächst per Lufttransport von Bremen nach München und wurde dann per Schwertransport über Land vom Flughafen Franz-Josef-Strauß in zwei Nächten nach Holzkirchen gebracht.

"In den nächsten Monaten bauen wir um den Flugzeugrumpf eine 30 m lange Niederdruckröhre. Dadurch können wir das Raumklima in der Flugzeugkabine und deren Wirkung auf Fluggäste unter realistischen Bedingungen nachstellen", so Dr. Mayer, verantwortlicher Projektleiter im IBP. Das gesamte Gebäude wird 37 Meter lang, 25 Meter breit und 9,6 Meter hoch sein. Ein immenser Vorteil der Tests am Boden: Die Untersuchungen mit Probanden ist ökologisch - kein Kerosinverbrauch -, wirtschaftlich und sicher durchführbar. Und bei Langstreckenflügen tritt nicht einmal der berühmte Jetlag auf. Themen der Analysen sind thermische Behaglichkeit, Luftqualität, Wärme- und Stofftransport in die Rumpfhülle sowie die Akustik. Das Fraunhofer Fluglabor soll eine unabhängige Testeinrichtung für Kabinenklimatisierung werden, die unterschiedlichen Herstellern, Fluglinien sowie Flug- und Sportmedizinern offen steht.

Ansprechpartner:
Dr. Erhard Mayer
Telefon: 0 80 24 / 6 43-14, Fax: -66, mayer@hoki.ibp.fraunhofer.de
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