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Elisabeth Charlotte Welskopf und die Alte Geschichte in der DDR

12.11.2002 - (idw) Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

Konferenz zur Alten Geschichte in der DDR in Halle

Öffentliche Podiumsdiskussionen am 22. und 23. November 2002
Wiederaufführung des DEFA-Films "Die Söhne der großen Bärin" am 20. November

Mit der Verdrängung der sogenannten bürgerlichen Wissenschaftler von den Universitäten der DDR in den fünfziger Jahren kam es auch zu einer Etablierung marxistischer Historiker. Die Untersuchungen zur Geschichtswissenschaft in der ehemaligen DDR konzentrierten sich überwiegend auf die Epochen der Neuzeit, der Zeitgeschichte und ihrer Fachvertreter.
Im Rahmen einer Konferenz zum Thema "Elisabeth Charlotte Welskopf (1901-1979) und die Alte Geschichte in der DDR" vom 21. November bis 23. November 2002 an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, soll diese Lücke hinsichtlich der Alten Geschichte geschlossen werden.
Als Veranstalter zeichnet das Institut für Klassische Altertumswissenschaften, Bereich Alte Geschichte, verantwortlich, die wissenschaftliche Leitung liegt bei Prof. Dr. Andreas Mehl.
Die Tagung findet im Hallischen Saal, Universitätsring 5, statt, die offizielle Eröffnung ist am 21. November 2002, 17:00 Uhr. Unterstützt wird das Projekt vom Kultusministerium und von den Freunden und Förderern der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg e. V.
Interessierte Medienvertreter und die Öffentlichkeit sind zu allen Tagungs-Veranstaltungen herzlich eingeladen.

Die Konferenz steht im Zusammenhang mit einer Biographie, die - gefördert vom Kultusministerium Sachsen-Anhalt - von PD Dr. Isolde Stark (Uni Halle) erarbeitet wird.
Elisabeth Charlotte Welskopf, zu Lebzeiten Professorin für Alte Geschichte an der Humboldt-Universität Berlin, zählt zu den wenigen marxistischen HistorikerInnen, die einen Marxismus ohne Dogma vertraten. Die Freiheit der Forschung, die sie sich selbst nahm, forderte sie auch für alle. Ihr Ansehen und Einfluss als Kommunistin und Widerstandskämpferin verhinderten die endgültige Beseitigung der Altertumswissenshaften in der DDR. Ihren Bekanntheitsgrad nutzte sie auch nach der Emeritierung, wenn es galt, politisch-ideologisch verdächtigte StudentInnen und KollegInnen gegenüber dem Repressionsapparat der DDR zu schützen.

Auch als Schriftstellerin wurde Welskopf durch ihre sehr gefragten und beliebten Kinder-, Jugend- und Indianerbücher über die Landesgrenzen bekannt. "Die Söhne der großen Bärin" ist eines ihrer populärsten Werke, das in den sechziger Jahren auch als Vorlage für den ersten in der DDR gedrehten gleichnamigen Indianerfilm diente.

Die Konferenz gliedert sich in fünf Sektionen, die das Wirken von Welskopf und die Alte Geschichte vor 1989 beleuchten:
1. Die Alte Geschichte im Dritten Reich, in der UdSSR und in der DDR
2. Antike Wirtschaft und Gesellschaft in der DDR und bei E. Ch. Welskopf
3. E. Ch. Welskopf: Schriftstellerin und Althistorikerin
4. Die Alte Geschichte in Halle, Jena, Leipzig und Berlin
5. E. Ch. Welskopf und ihre Großprojekte: Eine kritische Einschätzung.
Dazu haben die Organisatoren namhafte Fachexperten eingeladen, die Vorträge zu den genannten Themenkreisen halten werden.

Aus dem Veranstaltungsprogramm
Unter der Überschrift "Zwischen Polis und Prärie" möchten die Konferenz-Verantwortlichen auf drei Höhepunkte besonders hinweisen:
Am 20. November 2002, 20:00 Uhr, wird im halleschen Cinemaxx, Charlottencenter, der Indianerfilm "Die Söhne der großen Bärin" mit Gojko Mitic, wiederaufgeführt. Dazu gibt es schon ab 13. November 2002 im Foyer des Cinemaxx eine kleine Ausstellung zum Leben und Werk von Lieselotte Welskopf-Henrich (unter diesem Namen trat sie als Schriftstellerin in Erscheinung) die bis zum Konferenzende zu besichtigen ist.

Am 22. und 23. November 2002 stehen zwei öffentliche Podiumsdiskussionen auf dem Programm. Zum Thema "Zwischen Zwängen und Handlungsspielräumen, Anpassung und Verweigerung: Althistoriker in der DDR" findet die erste Diskussion (22.11.) 19:30 Uhr statt. An der Podiumsrunde nehmen Gäste aus Essen, Jena, Berlin, Bochum und München teil. Es moderiert PD Dr. Isolde Stark, Universität Halle.


Die zweite Podiumsdiskussion (Sonnabend, 23.11.) mit Teilnehmern aus Halle, Berlin und Hamburg, beginnt 15:00 Uhr und widmet sich dem Thema "Die Alte Geschichte in der DDR zwischen Ideologie und Wissenschaft". Die Moderation übernimmt Prof. Dr. Andreas Mehl, Universität Halle. Beide Veranstaltungen finden im Hallischen Saal, Universitätsring 5, statt.

Das vollständige Tagungsprogramm ist im Internet unter
http://www.altertum.uni-halle.de/welcome1.html veröffentlicht.

Ansprechpartnerin:
PD Dr. Isolde Stark
Tel.: 0345 5524013
Fax: 0345 5527069
E-Mail: stark@altertum.uni-halle.de
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