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RUB-Medizin: Verbundprojekt erprobt neue Lernräume im Internet

12.11.2002 - (idw) Ruhr-Universität Bochum

Um zu üben, wie man einen Tumor vermisst, können Medizinstudierende bald ins Internet schauen, sich auf einer neuen Lehr- und Lernplattform untereinander und mit Dozenten austauschen sowie in Kleingruppen an Problemen arbeiten: "med:u - e-learning in medical education" ist das deutschlandweite Verbundprojekt der Ruhr-Universität Bochum, der Universitäten Kiel, Rostock und der TU Dresden, das neue Lernräume für Studierende schafft. Das BMBF fördert das Projekt mit ca. 1,7 Mio. Euro bis Ende nächsten Jahres.

Bochum, 12.11.2002
Nr. 328


Neue Lernräume
E-Learning in der Medizin
Verbundprojekt "med:u" in Bochum, Dresden, Kiel und Rostock


Um zu üben, wie man einen Tumor vermisst, können Medizinstudierende bald ins Internet schauen, sich auf einer neuen Lehr- und Lernplattform untereinander und mit Dozenten austauschen sowie in Kleingruppen an Problemen arbeiten: "med:u - e-learning in medical education" ist das deutschlandweite Verbundprojekt der Ruhr-Universität Bochum, der Universitäten Kiel, Rostock und der TU Dresden, das neue Lernräume für Studierende schafft. Möglich macht dies die Plattform JaTeK (Java based Teleteaching Kit), die die Vorteile des Internets effektiv nutzt.

Ausführliche Informationen im Netz

Ausführliche Informationen über das Projekt "med:u" und die Plattform JaTeK stehen im Internet unter http://www.physiologie.uni-kiel.de/medu/

Neue Lehre in der Medizin

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert das Projekt seit August 2001 bis Ende 2003 mit insgesamt 1.679.000 Euro. Ziel ist, für die Medizinerausbildung eine flexible Internet-Plattform bereitzustellen, auf der Studierende und Dozenten auf Module zugreifen können, die medizinische Experten erstellen und ständig aktualisieren werden. Partner in diesem Verbund sind die Physiologischen Institute der Universitäten Bochum (Medizinische Fakultät der RUB, Prof. Dr. Peter Scheid), Kiel (Prof. Dr. Michael Illert) und Rostock (Prof. Dr. Thomas Noack), das Institut für Systemarchitektur der TU Dresden (Prof. Dr. Alexaner Schill), das Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften in Kiel (Prof. Dr. Reinhard Demuth) sowie die JaTeK GmbH in Dresden (Dipl. Inf. Olaf Neumann). Die fachlichen Schwerpunkte des Projekts sind Atmung (Bochum), Neurowissenschaften (Kiel) und Herz-Kreislaufsystem (Rostock).

Wissen atomar strukturiert

Die Partner an den Physiologischen Instituten erstellen multimedia-basierte, wiederverwendbare Lerninhalte, die in eine gemeinsame Datenbank gestellt werden und die auf der Plattform JaTeK als kleine, "atomare" Wissensmodule abrufbar sind: Videos, Bilder, Animationen, Texte, Audiodateien. Die Dozenten stellen aus diesen Modulen strukturierte Kurse zusammen, die ihren speziellen Anforderungen entsprechen. Unabhängig von Ort und Zeit können Studierende auf diese Kurse zugreifen, auch das jeweilige Betriebssystem spielt dank der Java-Technologie keine Rolle.

Erste Tests im Sommer

In Bochum und Kiel wurde die Plattform im Sommersemester 2002 erstmals im Medizinstudium eingesetzt. An der RUB erarbeiteten sich 300 Studierende in Kleingruppen bis zu sieben Personen an realistischen klinischen Fällen die Grundlagen integrierten medizinischen Wissens. Mithilfe von JaTeK konnten die Gruppen die Ergebnisse ihrer Arbeit austauschen, an zusätzliche Informationen gelangen und Fragen von Experten beantworten lassen. In Kiel haben Studierende eine Vorlesung auf der Plattform nachbereitet. In diesem Wintersemester wird JaTeK u. a. im Physiologischen Praktikum eingesetzt.

Langfristiges Ziel: Lebenslanges Lernen

Kaum eine Wissenschaft entwickelt sich heute so schnell wie die Medizin. Die Fakten, die Studierende lernen, sind oft innerhalb weniger Jahre überholt. Gleichzeitig wird es für Studierende und Dozenten immer schwieriger, die wachsende Stoffmenge zu erlernen bzw. anschaulich darzustellen. Das Projekt "med:u" und die Plattform JaTeK schaffen Abhilfe und tragen dazu bei, die Ausbildung effektiver zu machen. Langfristig sollen sich Mediziner auf der Plattform berufsbegleitend weiterbilden können. Geplant ist zudem, dass sich aus dem Projekt ein Unternehmen gründet, das das System verwertet und international verbreitet.

Weitere Informationen

Dr. Reinhold Fink, Institut für Physiologie, Medizinische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum, Tel. 0234/32-29112, Fax: 0234/32-14040, E-Mail: reinhold.fink@ruhr-uni-bochum.de

Dr. Gudrun Karsten, Physiologisches Institut der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Tel. 0431/880-3298, Fax: 0431/880-4580, E-Mail: g.karsten@physiologie.uni-kiel.de
Internet: http://www.physiologie.uni-kiel.de/medu/
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