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Braunkohlentagebaue als Ausflugsziel

20.10.2004 - (idw) Universität zu Köln

Braunkohlentagebaue als Ausflugsziel
Konzept für Industrietourismus im Rheinland
Mit einem industrietouristischen Konzept soll das Braunkohlerevier Rheinland in ein beliebtes Ausflugsziel aufgewertet werden. Im Raum Wesseling, Weisweiler und rund um den Tagebau Garzweiler sollen drei "ErlebnisInseln" mit Aussichtsstationen, Führungen und Museen entstehen. Das Standort-, Marketing- und Organisationskonzept wurde von einer Arbeitsgruppe um Professor Dr. Dietrich Soyez vom Geographischen Institut der Universität zu Köln entwickelt.
Das Kernthema des Standortkonzeptes ist Energie. Darunter fallen alle Aspekte der Energiegewinnung mit Braunkohle vom Tagebau bis zum Kraftwerk. Das Rheinische Braunkohlerevier besitzt heute schon eine hohe touristische Attraktivität. Jahr für Jahr werden 40.000 Besucher durch die Tagebauten geführt. Es könnten noch mehr Menschen sein, doch zur Zeit reichen die Kapazitäten nicht für alle Interessenten. Das Informationszentrum Schloss Paffendorf lockt jährlich 80.000 Besucher an.
Mit dem Projekt könnten positive Imageeffekte für die Region und Vorteile für die Wirtschaft in der Region erreicht werden. Eine Industrielandschaft verwandelt sich in ein Touristenziel. Zusätzlich entsteht durch die touristische Vermarktung ein neues wirtschaftliches Standbein. Vorbild ist die "Route der Industriekultur" im Ruhrgebiet. Die Einbeziehung von Betriebsbesichtigungen in modernen Anlagen gibt dem Konzept für das Braunkohlerevier eine noch höhere Attraktivität.
Im rheinischen Braunkohlerevier sollen drei "ErlebnisInseln" entstehen. Damit sind Teilregionen gemeint, in denen sich Sehenswürdigkeiten befinden. Sie strukturieren die sehr weitläufige Braunkohleregion. Jede dieser Inseln hat einen oder zwei Kernpunkte, also attraktive Stätten, um die herum weitere Orte eingebunden werden. Darunter sind drei Kraftwerke, eine Brickettfabrik, das Schloss Pfaffendorf in der Nähe von Bergheim als vorläufiges Besucherzentrum, die Shell&Dea Oil GmbH Raffinerie in Köln-Wesseling und die Landesburg Zülpich.
Touristischen Highlights, die zu jederzeit begehbar sein werden, sind Tagebauaussichtspunkte. Sie werden mit der Bezeichnung "TagebauErlebnis" zusammengefasst. Mit Klettergerüsten aus Tagebaugeräten, Abenteuerspielplätzen, Ferngläsern und anderen Zusätzen sollen diese Aussichtspunkte noch weiter aufgewertet werden. Sie sollen an den Tagebauten Garzweiler, Hambach und Inden entstehen.
Als Pilotprojekt soll die ErlebnisInsel Garzweiler ausgebaut werden. Mit einem aktiven Tagebau, drei Kraftwerken, Halden und Windparks gibt es dort viele mögliche Ausflugsziele. Dort sollen erste attraktive "Leuchtturm-Projekte" entstehen. Erst wenn diese erste ErlebnisInsel fertiggestellt ist, sollen die zwei anderen Regionen hinzukommen.
Die ErlebnisInsel Blausteinsee umfasst Sehenswürdigkeiten rund um das Kraftwerk in Weisweiler. Der Blausteinsee dient als Beispiel für den Wandel ehemaliger Tagebaulandschaften. Nachdem der letzte Bagger die Grube in der Nähe von Aldenhoven verlassen hatte, wird das Loch mit Grundwasser gefüllt. Bis heute hat sich der ehemalige Tagebau "Zukunft West" zu einem Naherholungsgebiet gewandelt. Dies ist ein Beispiel für die weltweit einzigartige Rekultivierungslandschaft ehemals durch die Braunkohleförderung genutzter Flächen.
Mit der ErlebnisInsel Goldenberg werden touristische Anziehungspunkte im Süden von Köln zusammengefasst. In dieser Gegend lassen sich ehemalige Braunkohlegebiete und Umsiedlungen besichtigen. Ein Museum der Braunkohle und ein zentrales Besucherzentrum soll für zusätzliche Attraktivität sorgen. Die drei ErlebnisInseln sind Teil der unter dem Namen EnergieErlebnis zusammengefassten Region. Durch ein netzartiges Wegesystem für Autofahrer, Wanderer und Radfahrer werden die ErlebnisInseln miteinander verbunden.
Verantwortlich: Dr. Wolfgang Mathias

Für Rückfragen steht Ihnen Professor Dr. Dietrich Soyez unter der Telefonnummer 0221/470-4141, der Fax-Nummer 0221/470-4971 und der Emailadresse d.soyez@uni-koeln.de zur Verfügung.

Unsere Presseinformationen finden Sie auch im World Wide Web

(http://www.uni-koeln.de/organe/presse/pi/index.html).
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