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Wissenschaftspreis des Stifterverbandes und Joseph-von-Fraunhofer-Preis

21.10.2004 - (idw) Ministerium für Wissenschaft und Forschung NRW

Ministerin Kraft: Gleich zwei der in diesem Jahr von der Fraunhofer-Gesellschaft verliehenen Wissenschaftspreise gehen an Forscher aus NRW

Im Rahmen des "Festes der Forschung" hat die Fraunhofer-Gesellschaft gestern Abend (20.10.2004) den Joseph-von-Fraunhofer-Preis und den Wissenschaftspreis des Stifterverbandes jeweils an Forscher aus NRW verliehen. Ersterer ging an insgesamt drei Forschergruppen - neben den Fraunhofer-Instituten in Bayern und Berlin an das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik in Aachen; der Wissenschaftspreis des Stifterverbandes wurde bundesweit nur an eine Gruppe vergeben, die ebenfalls in Aachen angesiedelt ist. Wissenschaftsministerin Hannelore Kraft: "Es freut mich besonders, dass gleich zwei der in diesem Jahr von der Fraunhofer-Gesellschaft verliehenen Wissenschaftspreise an Forscher aus NRW gehen. Dies zeigt die Leistungsfähigkeit unserer Forschungslandschaft und die Attraktivität des Landes als Arbeitsplatz für hervorragende Forscher. Die prämierten Forschungsergebnisse wurden in enger Zusammenarbeit zwischen Hochschulen, Forschungseinrichtungen und der Industrie erzielt. Diese Vernetzung bringen wir mit unserer Forschungspolitik in NRW gezielt voran."

Wissenschaftspreis des Stifterverbandes für EUV-Lichtquelle aus Aachen

Der seit fünf Jahren von der Fraunhofer-Gesellschaft verliehene Wissenschaftspreis des Stifterverbandes zeichnet jährlich wissenschaftlich exzellente Verbundprojekte der angewandten Forschung aus, in denen Fraunhofer-Institute gemeinsam mit der Wirtschaft und/oder anderen Forschungsorganisationen zusammenarbeiten. In diesem Jahr geht der mit 50.000 Euro dotierte Preis an den Verbund von Fraunhofer ILT, den Lehrstuhl für Lasertechnik der RWTH Aachen und an die Firmen AIXUV und Philips Extrem UV.

Eine wesentliche Entwicklungsaufgabe in der Halbleiterindustrie ist die weitere Miniaturisierung der Bauteile: Immer mehr Elemente auf die Fläche eines Chips zu bringen, bedeutet eine Steigerung der Rechenleistung, größere Speicherkapazität und Kostenreduzierung. Zur Herstellung solcher Strukturen wird die Oberfläche eines so genannten "Siliziumwafers", der mit Fotolack überzogen ist, belichtet und so die winzigen Strukturen aufgebracht. Dies stößt jedoch an physikalische Grenzen: Es können keine Strukturen erzeugt werden, die kleiner sind als die Wellenlänge des Lichts. So gerät trotz aller Bemühungen die klassische optische Lithographie heute bei rund 50 Nanometern an ihre Grenzen. Als viel versprechender Ausweg wird weltweit die Belichtung mit extrem ultravioletter Strahlung (EUV) angesehen. Sie ermöglicht 4-5 mal kleinere Längen als bei den bisher möglichen Belichtungsverfahren. Die Aachener Arbeitsgruppe hat dazu eine leistungsfähige und wirtschaftliche EUV-Lichtquelle entwickelt, die auf dem Konzept der "Hohlkathoden-Gasentladung" beruht. Die Grundlagen für das patentierte Konzept entstanden in den Jahren 1997 bis 2000 am ILT und am Lehrstuhl für Lasertechnik der RWTH Aachen.

Joseph-von-Fraunhofer-Preis für minimalinvasive Punktionsnadel

Der Joseph-von-Fraunhofer-Preis wird einmal jährlich für exzellente anwendungsorientierte Forschungsleistungen an einzelne Fraunhofer-Mitarbeiter oder ganze Forschungsgruppen aus den Fraunhofer-Instituten verliehen. Das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie (IPT) erhält den mit 10.000 Euro dotierten Preis in diesem Jahr für die marktreife Entwicklung einer minimalinvasiven Punktionsnadel aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff. Diese erlaubt es Medizinern, das Operationsfeld während so genannter "Schlüsselloch-Operationen" direkt und ohne optische Verzerrungen mit dem Magnetresonanz-Tomographen (MRT) zu kontrollieren. Herkömmliche Punktionsnadeln aus Metall führten bei diesem Verfahren bisher zu massiven Störungen in der Darstellung.

Preisträger Dipl.-Ing. Sven Carsten Lange, der für das IPT den Preis entgegennahm, studierte Maschinenbau, Fachrichtung Fertigungstechnik, an der RWTH Aachen, bevor er von 2000 bis 2002 als wissenschaftlicher Mitarbeiter für die Verfahrensentwicklung und Herstellung von Bauteilen aus Faserverbundwerkstoffen für technische und medizintechnische Anwendungen zuständig war. Seit Januar 2003 ist er als Oberingenieur der Abteilung Produktionsmaschinen tätig und Geschäftsführer der AiF-Mitgliedsvereinigung "Forschungsgemeinschaft für Ultrapräzisionstechnik UPT e.V.".

*Weitere Informationen zum Wissenschaftspreis des Stifterverbands: http://www.fraunhofer.de/fhg/press/pi/2004/10/MediendienstSonderausgabe2004T1.jsp

*Weitere Informationen zum Joseph-von-Fraunhofer-Preis: http://www.ilt.fraunhofer.de/ilt/php/default.php?web=1&id=100655&lan=ger&dat=2

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