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Gewaltprävention und Förderung sozialer Kompetenz in der Schule

25.10.2004 - (idw) Universität Augsburg

Augsburger Psychologen laden am 25. November 2004 zum "Präventionstag" ---


Aggressive Verhaltensweisen, Gewalt, wachsende Schul- und Sozialängste - das sind nur einige Beispiele für die hinlänglich bekannten Problemlagen des Jugendalters, die durch eine immer ungünstiger werdende gesellschaftliche Konstellation - geprägt durch Lehrstellenmangel, sich verändernde Familienverhältnisse, zu große Schulklassen, veralteten Schulgebäude etc. - laufend weiter verschärft werden. "Offensichtlicher als vor diesem Hintergrund kann Handlungsbedarf im pädagogisch-psychologischen Sinn eigentlich nicht mehr werden", sagt der Augsburger Psychologe Prof. Dr. Dieter Ulich. Es leuchte aber ein und sei auch durch Studien belegt, dass der Erfolg von Prävention und Intervention entscheidend vom engen Zusammenwirken aller am Erziehungsprozess Beteiligten abhänge. Diese zusammenzuführen und zu gemeinsamen Überlegungen zu bringen, sei ein zentrales Ziel des ersten von der Projektgruppe "Aggressionsminderung bei Jugendlichen" seines Lehrstuhls veranstalteten "Präventionstags" am 25. November 2004.

Aus wissenschaftlicher Perspektive sei es unverzichtbar, bestehende Möglichkeiten der Intervention zu evaluieren und nach neuen Möglichkeiten der Prävention und Intervention zu suchen. "Dass hier alle Beteiligten zusammenarbeiten müssen, wenn man nachhaltig etwas bewirken will, mag simpel klingen", sagt der Betreuer der Projektteams Dr. Bach, "in der Praxis gestaltet sich aber gerade dies oft recht schwierig, da unterschiedliche Sprachsysteme, Missverständnisse, Berührungsängste, Vorurteile etc. die Kommunikation und die Kooperation behindern."

KOMMUNIKATIONSBARRIEREN ÜBERWINDEN, GEMEINSAM ÜBERLEGEN, NETZWERKE SCHAFFEN

Das Interesse an einem gemeinsamen Präventionstag, der entsprechende Barrieren zu überwinden hilft, sei auch in den Schulen, in denen die Projektgruppe "Aggressionsminderung bei Jugendlichen" arbeite, artikuliert worden, berichtet die Projektleiterin Silvia Kratzer: "Wir haben diese Anregung gerne aufgegriffen: Zum einen wollen wir gemeinsam mit Lehrern, Psychologen, Pädagogen, Sozialpädagogen, Ärzten und Polizisten vorstellen, welche Möglichkeiten der Intervention bereits wirkungsvoll angewendet werden. Zum anderen wollen wir gemeinsam überlegen, in welchen Bereichen Handlungsbedarf besteht bzw. neue Wege beschritten werden müssen. Unser Präventionstag versteht sich als Austausch von Praktikern und Forschern, die in Vorträgen, Workshops und Diskussionen mehr voneinander lernen können und sollen, um neue Netzwerke zur Bewältigung der wachsenden Probleme schaffen zu können. Auch Studierende, Eltern und interessierte Laien allgemein sind selbstverständlich eingeladen, sich an diesen Überlegungen zu beteiligen."

PROJEKTPRÄSENTATIONEN ZUR AGGRESSIONSMINDERUNG BEI JUGENDLICHEN

Bei der ganztägigen Veranstaltung (9.30 bis 16.00 Uhr) werden den Teilnehmern vormittags sieben Workshops zur Wahl geboten, nachmittags stehen zwei Vorträge auf dem Programm, die ein Projekt aus dem Forschungsschwerpunkt "Aggressionsminderung bei Jugendlichen" und ein Projekt zu der Problematik "Angststörungen" vorstellen: zum einen "FREUNDE - ein Gruppenprogramm zur Prävention von Ängsten im Jugendalter" (Dr. Johannes Bach), zum anderen "STANDPUNKTE - Evaluation eines Gruppenprogramms zur Reduktion von Gewalt und zum Lösen von Konflikten bei Jugendlichen in Schulen und Justizvollzugsanstalten" (Silvia Kratzer, Dr. Johannes Bach, Prof. Dr. Dieter Ulich).

SIEBEN WORKSHOPS

In den Workshops geht es um die Themen "Prävention im Team - PIT" (Margrit Wucher), "Mediation für SchülerInnen und LehrerInnen" (Sonja Schindler), "Die sozialwirksame Schule - Das Hopf-Konzept" (Barbara Klostermayer), "Eigenständig werden - Prävention in der Grundschule" (Marianne Zobel), "Aggression bei Migrantenkindern" (Ahmet Toprak), "Aggression in Schulklassen" (Brigitte Schüürmann, Brücke e.V.) und "Selbstbehauptung für Kinder und Jugendliche" (Klaus Kratzer).

ZENTRALER VERANSTALTUNGSORT ist der Hörsaal 1001 im Gebäude der Juristischen Fakultät der Universität Augsburg, Universitätsstraße 24, 86159 Augsburg.
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ANMELDUNG:

Die Anmeldung zur Teilnahme am ersten Augsburger Präventionstag erfolgt durch die Überweisung der Teilnahmegebühr in Höhe von 5 Euro auf das Konto 1279282 bei der Stadtsparkasse Augsburg (BLZ 720 500 00). Beim Verwendungszweck unbedingt anzugeben sind das Stichwort "UniAug/50090272" sowie der Workshop, an dem man teilnehmen will und die eigene e-mail-Adresse.
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KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN:
Katrin Ihlenfeldt
Sekretariat des Lehrstuhls für Psychologie
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon 0821/598-5608,
kartrin.ihlenfeldt@phil.uni-augsburg.de
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