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Felix-Wankel-Tierschutz-Forschungspreis 2004 für GSF-Wissenschaftler Prof. Jean-Marie Buerstedde

27.10.2004 - (idw) GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit


Der GSF-Wissenschaftler Prof. Jean-Marie Buerstedde Das Kuratorium Felix-Wankel-Tierschutz-Forschungspreise zeichnet in diesem Jahr Prof. Jean-Marie Buerstedde, Direktor des GSF-Instituts für Molekulare Strahlenbiologie für seine Arbeiten zur Etablierung der Hühner Zell-Linie DT40 als genetisches Modellsystem aus.
Die Preisverleihung findet am 15. November im Rahmen einer Feierstunde an der Ludwig-Maximilians-Universität München statt.

Um die Funktionen von vielen neu entdeckten Gene aufzuklären, werden oft Mausstämme hergestellt, in denen die Gene durch homologe Rekombination zerstört sind (sogenannte 'knock-out' Mäuse). Diese Experimente sind jedoch aufwändig und haben zu einer erheblichen Erhöhung der Maus-Tierversuchszahlen geführt. Im Prinzip kann die Funktion vieler Gene auch in Zellkulturexperimenten untersucht werden. Allerdings eignen sich humane Zell-Linien aufgrund geringer Rekombinationsaktivität nur bedingt, während sich, wie Buerstedde zeigen konnte, Gen-knock-outs in DT40 Zellen sehr einfach durchführen lassen. Daher setzen heute viele Labors diese Zellinie erfolgreich für die Untersuchung von einzelnen Genen und genetischen Netzwerken ein.

DT40 kann sicher nicht alle 'knock-out' Experimente in Tieren ersetzen, da zum Beispiel Genfunktionen im Zusammenhang mit komplexen Krankheiten nicht vollständig in Zellkultur aufklärbar sind. Dennoch haben die Arbeiten mit DT40, die oft in den weltbesten Zeitschriften publiziert werden, dazu geführt, dass knock-outs in Mäusen nicht automatisch als einzig sinnvolle Experimente in Angriff genommen werden. Die neue Einstellung von Forschern, den Nutzen von Tierexperimenten kritisch zu überdenken, wird sicherlich auch in der Öffentlichkeit Anerkennung finden und am Ende die Akzeptanz von solchen Tierexperimenten verbessern, die zum Verständnis und für die Behandlung von Krankheiten noch immer notwendig sind.

Der Felix-Wankel-Forschungspreis wurde 1972 gestiftet und wird in der Regel jährlich durch die Ludwig-Maximilians-Universität München verliehen. Mit ihm sollen in erster Linier Arbeiten ausgezeichnet werden, "deren Ziel bzw. Ergebnis es ist, Versuche am und mit dem lebenden Tier zu ersetzen oder einzuschränken und die dem Tierschutzgedanken allgemein dienlich und förderlich sind".

Neuherberg, 27. Oktober 2004
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