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Griffelkunst an der Uni Erfurt

02.11.2004 - (idw) Universität Erfurt

Ausstellung zur Gegenwartskunst in der Universitätsbibliothek Seit nun fast 80 Jahren macht es die Hamburger Griffelkunst-Vereinigung ihren Mitgliedern möglich, zweimal jährlich für eine geringe Kostenbeteiligung aus Original-Graphiken, Drucken und Fotografien zu wählen. Seit 1993 gibt es eine Zweiggruppe in Thüringen, die nun zum zweiten Mal in der Universität Erfurt ausstellt. Die Ausstellung wird vom 4. bis 18. November 2004 im Foyer der Universitätsbibliothek zu sehen sein.

Anfang des Jahres übernahm der Erfurter Kommunikationswissenschaftler Prof. Dr. Patrick Rössler die Leitung der Ortsgruppe und verlegte die halbjährlichen Ausstellungen von der Kunsthalle am Fischmarkt in die Universitätsbibliothek, um sie über die Wahltermine für die Mitglieder hinaus auch für ein breiteres interessiertes Publikum zugänglich zu machen.

Der Griffelkunst-Verein besteht seit 1925 und vertritt ein bis heute weltweit einmaliges Konzept: Die derzeit 4.200 Mitglieder erhalten für 112 Euro im Jahr vier Blätter für ihre eigene Sammlung, die sie jeweils bei den Ausstellungsterminen aus über 70 Originalen auswählen. Dabei handelt es sich um Radierungen oder Siebdrucke, aber auch kleine Skulpturen und Original-Fotografien. Darüber hinaus können auch weitere Graphiken für einen geringen Aufpreis erworben werden. Das nicht-kommerzielle Konzept lässt sich durch Künstler umsetzen, die dieses Prinzip fördern und ihre Werke entsprechend zur Verfügung stellen.
Zu diesen gehörten in den fast 80 Jahren des Bestehens Künstler wie Barlach, Felixmüller, Heckel, Kokoschka, Kirchner, Munch, Pechstein, Vogeler, Weber oder Zille. Auch namhafte Vertreter der Gegenwart konnten jüngst für eine Zusammenarbeit gewonnen werden - darunter Bill, Christo, Graubner, Grieshaber, Guttuso, Hamilton, Hrdlicka, Jansen, Polke, Vostell und viele andere.

Zudem schreibt der Verein alle drei Jahre einen Graphik-Preis aus, der Künstler zur Beteiligung an der Arbeit der Griffelkunst anregen soll. Kurz nach der Wende wurden hierfür speziell Künstler der ehemaligen DDR eingeladen. Die Preise erhielten Carlfriedrich Claus, Michael Morgner und Baldwin Zettl. Horst Peter Meyer aus Weimar gehörte zu den sieben weiteren Künstlern, an die die Griffelkunst in der Folge entsprechende Aufträge vergab. Bei der diesjährigen Herbstwahl werden unter Anderem Werke von Stephan Balkenhol, Fritz Brill und Jürgen Bordanowicz zu sehen sein.

Weitere Informationen/Kontakt:
Prof. Dr. Patrick Rössler
Tel.: 0361-737 41 81
Email: patrick.roessler@uni-erfurt.de

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