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Unterstützung für die Hochschulen auf dem Weg zum Europäischen Hochschulraum - HRK erhält Kompetenzzentrum

02.11.2004 - (idw) Hochschulrektorenkonferenz (HRK)

Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) baut ein Kompetenzzentrum zur Unterstützung der Bologna-Reformen in den Hochschulen mit der Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen auf. Das Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft (BMBF) stellt dafür in den kommenden zweieinhalb Jahren rund 4,4 Millionen ¤ zur Verfügung. HRK-Generalsekretärin Christiane Ebel-Gabriel und Christoph Ehrenberg, Leiter der Abteilung Hochschule/Weiterbildung im BMBF, stellten der Presse die Pläne am 2. November gemeinsam in Berlin vor.

Gut zwei Drittel der Mittel fließen in ein Förderprogramm "Bologna-Experten für deutsche Hochschulen". 20 Hochschulen, die bis spätestens zum WS 2007/2008 Bachelor- und Masterstudiengänge flächendeckend einführen wollen, erhalten die Möglichkeit, Bologna-Experten zu beschäftigen. Diese sollen vor allem die Verzahnung und Koordination der Einzelaktivitäten in der Hochschule übernehmen, die Anbindung an nationale und internationale Erfahrungen sicherstellen sowie die Evaluation des Prozesses übernehmen. Die restlichen Mittel fließen in intensive Vernetzungs- und Beratungsaktivitäten. Die Erfahrungen an den ausgewählten Hochschulen werden evaluiert und bei der HRK zusammengeführt (Best-Practice), Lösungsstrategien entwickelt, und die strategische Positionierung der Hochschulen in der nationalen und internationalen Diskussion gestärkt. Ergebnisse werden allen beteiligten Akteuren zur Verfügung gestellt. Auf diese Weise soll ein Domino-Effekt entstehen, der den Reformprozess bundesweit vorantreibt. Außerdem wird die Beratungsarbeit der seit dem Sommer bei der HRK existierenden Service-Stelle Bologna intensiviert und ausgebaut.

HRK-Generalsekretärin Ebel-Gabriel erklärte, den Hochschulen komme in diesem Prozess ein großes Maß an Eigenverantwortung zu. Sie betonte die Bedeutung des Projekts für die Implementierung der Studienstrukturreform in den Hochschulen. "Die Hochschulen sind bereit und in der Lage, den Prozess aktiv zu gestalten. Bei den Rahmenbedingungen, unter denen die Hochschulen diese enorme Umstrukturierungsaufgabe bewältigen müssen, gibt es aber noch viel zu tun", sagte sie. "Die unveränderten und bislang schon unzureichenden Lehrkapazitäten der Hochschulen stehen in direktem Widerspruch zu den Anforderungen einer wirklichen inhaltlichen Studienreform und gleichzeitigen Erhöhung der Studierendenquote. Überlegungen der Länder, die Kapazitäten der Diplom- und Magisterstudiengänge einfach fortzuschreiben, ignorieren die Tatsache, dass die Umsetzung der inhaltlichen Anforderungen der Reform unmittelbare Auswirkungen auf die Lehre, auf Lehr- und Betreuungsformen und auf Studiengangskonzeptionen hat. Das kann nicht ohne zusätzliche Kapazitäten realisiert werden."

Ebel-Gabriel erklärte, der Erfolg der Studienreform hänge zentral davon ab, ob der Bachelor sich als erster berufsqualifizierender Abschluss auf dem Arbeitmarkt und auf dem internationalen Bildungsmarkt durchsetzen werde. Die Erfahrungen der bisherigen Absolventen stimmen positiv. Erste Ergebnisse einer Verbleibstudie der HIS GmbH zeigen, dass die Berufseinstiegsphase bei den Bachelorabsolventen weitgehend vergleichbar denen der Absolventen traditioneller Abschlüsse verläuft: über drei Viertel der FH- und ein Drittel der Universitätsbachelors gehen neun Monate nach Abschluss des Studiums einer regulären Erwerbstätigkeit nach - und dies obwohl der Bekanntheitsgrad des Bachelorabschlusses als berufsqualifizierender akademischer Grad häufig als gering eingestuft wird. Eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft stellt fest, dass 76 Prozent der befragten Unternehmen Bachelor- und 73 Prozent Masterabsolventen akzeptieren. Die Befürchtung, dass Unternehmen zwar den Master aber nicht den Bachelor befürworten, wurde also nicht bestätigt.

"Dies sind ermutigende Signale auf dem Weg zu einer besseren Akzeptanz von Bachelor und Masterabsolventen", sagte HRK-Generalsekretärin Ebel-Gabriel. "Gleiches gilt für die internationale Anerkennung. In Australien wurde uns soeben versichert, dass die deutschen Bachelors überaus willkommen sind. Auch mit den USA gibt es schon jetzt keine besonderen Anerkennungsprobleme. Dass man sich dort um mehr Informationen über unsere Abschlüsse bemüht, ist ein positives Zeichen. Wir haben - mitten in diesem umfassenden Umstellungsprozess in Europa - noch ein Informationsproblem, aber kein Anerkennungsproblem. Dabei muss man auch immer wieder darauf hinweisen, dass dies nicht die Verantwortung der einzelnen Hochschule für die individuelle Prüfung der Qualifikation innerhalb des vorgegebenen Rahmens in Frage stellt."


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