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"Pionier der Medizininformatik"

02.11.2004 - (idw) Justus-Liebig-Universität Gießen

Bundesverdienstkreuz für Prof. Dr. Joachim Dudeck - Hessische Sozialministerin würdigt Lebenswerk

Mit dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ist heute Prof. Dr. med. Joachim Dudeck für sein jahrzehntelanges Engagement für die Belange der medizinischen Informatik ausgezeichnet worden. Sozialministerin Silke Lautenschläger würdigte in der Laudatio sein Lebenswerk und nahm die Ehrung in Wiesbaden vor. "Professor Dudeck ist einer der herausragenden Pioniere der Medizininformatik. Er hat über viele Jahre hinweg einen großen persönlichen Einsatz gezeigt - unter Zurückstellung von eigenen Interessen, verbunden mit dem Verlust persönlicher Freizeit. Dabei ging es ihm stets um die Verbesserung der Qualität der Patientenversorgung und die Erleichterung der Arbeit der Mediziner, nicht nur in Deutschland, sondern europa- und weltweit", erklärte sie. Die Ministerin skizzierte einige Stationen des beruflichen Werdegangs von Prof. Dudeck: 1970 wurde er auf den Lehrstuhl für Medizinische Statistik und Dokumentation, später Medizinische Informatik, an der Justus-Liebig-Universität Gießen berufen. Als einer der Ersten erkannte er die Notwendigkeit der Standardisierung in der medizinischen Dokumentation und verwirklichte dies beispielhaft für den Bereich der Onkologie. Auf ihn geht sowohl die rechnergestützte EKG-Analyse zurück, als auch Entwicklung und Einführung eines vernetzten Patientenverwaltungs- und Laborcomputersystems.

Ein besonderes Anliegen von Prof. Dudeck war die Einrichtung eines Krebsregisters auf Landes- und Bundesebene. Bereits 1980 führte er erfolgreich eine Pilotstudie für ein hessisches epidemiologisches Krebsregister durch, bei der innerhalb des ersten Jahres bereits eine Melderate von 80 Prozent erreicht wurde. Seinem unermüdlichen persönlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass es nach der Wiedervereinigung gelang, die Versorgung der Krebspatienten in den neuen Bundesländern durch den Aufbau von Tumorzentren mit ihren Klinischen Krebsregistern und durch die Bereitstellung einer einheitlichen informatischen Plattform entscheidend zu forcieren.

Prof. Dudecks Leistungen auf dem Gebiet der medizinischen Informatik wurden international mit seiner Aufnahme als International Fellow des American College of Medical Informatics gewürdigt. Er ist der dritte Bundesbürger, der diese hohe Fachauszeichnung erhalten hat.

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