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Kosmologie und Weltentstehung zwischen Theologie und Naturwissenschaften

06.11.2004 - (idw) Universität Augsburg

Die Katholisch-Theologische Fakultät der Universität Augsburg lädt wieder zu ihren "Interdisziplinären Tagen"

Die "Interdisziplinären Tage" - seit über zwei Jahrzehnten im zweijährigen Turnus fester Bestandteil und Höhepunkt im öffentlichen Veranstaltungsprogramm der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Augsburg - stehen in diesem Jahr ganz im Zeichen des Dialogs zwischen Naturwissenschaft und Theologie: Vom 16. bis zum 18. November diskutieren profilierte Vertreter beider Seiten über Kosmologie und Weltentstehung. Das Programm (siehe Anhang) umfasst dreizehn Vorträge und vier resümierende Diskussionsrunden, darüber hinaus die abendliche Eröffnung der Ausstellung "Das Auge sieht den Himmel offen - Fortschritt und Wandel der Astronomie" am 16. November in der Universitätsbibliothek und einen Besuch im Augsburger Planetarium mit Sonderprogramm am 17. November. Getagt wird im Großen Hörsaalzentrum, Universitätsstraße 10. Die "Interdisziplinären Tage" sind eine Initiative der Studentinnen und Studenten der Katholisch-Theologischen Fakultät, die mit dieser Veranstaltungsreihe in der Regel alle zwei Jahre in enger Kooperation mit Vertretern des Mittelbaus und der Professorenschaft Diskussionsraum für interdisziplinäre und aktuelle Probleme schaffen. Dabei geht es ihnen nicht zuletzt darum, in der Auseinandersetzung mit drängenden Zeitfragen die Relevanz der Theologie herauszustellen. So ging es in den zurückliegenden Jahren unter anderem um die Esoterik als neue Volksreligion, um die Gentechnologie, um das Miteinander von Christen und Muslimen oder um die Rolle des Christentums in der pluralen Gesellschaft.

DIE EWIGE FRAGE WOHER WIR KOMMEN

Mit dem diesjährigen Thema "Am Anfang war ... der Urknall?", das sie in Zusammenarbeit mit dem Pastoraltheologen Prof. Dr. Hanspeter Heinz erarbeitet haben, haben die Studierenden den Rahmen für ein intensives Gespräch zwischen Naturwissenschaftlern und Theologen zur Kosmologie und zur Weltentstehung geschaffen. "Die Frage, woher wir kommen", erläutert Anita Höhnle von der Studierendenvertretung die diesjährige Themenwahl, "haben sich die Menschen gestellt, soweit die geschichtliche Überlieferung zurückreicht, und sie hat an Attraktivität bis heute nichts eingebüßt. Antworten auf diese Frage wurden immer von zwei Seiten aus gesucht: von einer theologisch-religiösen und von einer naturphilosophisch-naturwissenschaftlichen aus. In der Antike forschten oft dieselben Personen in beiden Bereichen. Spätestens in der Neuzeit haben sich die Disziplinen aber getrennt und heute scheinen sie ein voneinander unabhängiges, ja miteinander unvereinbares Eigenleben zu führen."

PROMINENTE GASTREFERENTEN

Die Liste der Augsburger Referentinnen und Referenten, die aus den Bereichen Theologie, Physik, Philosophie, Wissenschaftstheorie und Musikwissenschaft kommen, wird auch bei den diesjährigen Interdisziplinären Tagen durch eine Reihe profilierter auswärtiger Gäste ergänzt, unter diesen der Münchner Astrophysiker Prof. Dr. Harald Lesch, der Konstanzer Wissenschaftshistoriker Prof. Dr. Ernst-Peter Fischer und der Salzburger Dogmatiker Prof. Dr. Hans-Joachim Sander.

ALS OFFIZIELLE FORTBILDUNGSVERANSTALTUNG ANERKANNT

"Unser Ziel ist es, allen Interessierten - ob von inner- oder außerhalb der Universität -, die sich mit uns auf aktuelle Gegenwartsfragen kritisch einlassen wollen, eine offenes Forum mit hohem wissenschaftlichen Niveau zu bieten", sagt Höhnle. Sie sei überzeugt, dass sich mit dem theologisch-naturwissenschaftlichen Gespräch über die Weltenstehung der erfreuliche Trend der letzten Jahre, der durch wachsenden Publikumszuspruch gekennzeichnet war, weiter fortsetzen werde. "Gerade auch Lehrerinnen und Lehrern bieten wir die Möglichkeit, neues Wissen für den beruflichen Alltag zu gewinnen. Unsere 'Interdisziplinären Tage' sind heuer bereits zum dritten Mal in Folge als offizielle Lehrer- und Priesterfortbildungsveranstaltung anerkannt.

Auch die Ergebnisse der "Interdisziplinären Tage 2004" werden wieder in Buchform einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden.
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TAGUNGSHOMEPAGE:
http://www.kthf.uni-augsburg.de/idt/2004idt/
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KONTAKT UND WEITERE INFORMATIONEN:
Studierendenvertretung der Katholisch-Theologischen Fakultät
Universität Augsburg
86135 Augsburg
Telefon 0821/598-5823
info@idt-augsburg.de
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ZUR BEGLEITENDEN AUSSTELLUNG IN DER UNIVERSITÄTSBIBLIOTHEK:
http://www.bibliothek.uni-augsburg.de/akt/index.html?/akt/ausstell/2004_astronomie/info.html
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PROGRAMM
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Dienstag, 16.11.2004

I. Wissenschaftsgeschichte

9.15 - 10.00
Prof. Dr. Ernst-Peter Fischer, Wissenschaftsgeschichte, Konstanz:
Die Welt und ich - wir beide, Die Idee der Komplementarität oder Dinge, über die man sich einigen kann, und Dinge, die einem etwas bedeuten.

10.00 - 10.45
Prof. Dr. Klaus Mainzer, Philosophie, Augsburg:
Vom Anfang und Ende der Welt

11.15 - 12.00
Podiumsdiskussion unter der Leitung von Dr. Rupert Scheule, Augsburg

II. Mythen und Theorien

14.15 - 15.00
Prof. Dr. Franz Sedlmeier, Altes Testament, Augsburg:
"Doch da war nur der ewige Sturm" (Jean Paul) - Altorientalische und biblische Vorstellungen über den Ursprung von Welt und Mensch

15.00 - 15.45
PD Dr. Katharina Ceming, Systematische Theologie, Augsburg:
Indische Kosmogonien

16.15 - 17.00
Prof. Dr. Harald Lesch, Astrophysik, München:
Das Rätsel des Anfangs - Was wissen wir heute über den Anfang des Universums?
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Mittwoch, 17.11.2004

III. Frage nach Ursprung und Anfang

9.15 - 10.00
Prof. Dr. Alois Halder, Philosophie, Augsburg:
"Nicht wie die Welt ist, ist das Mystische, sondern daß sie ist" (Ludwig Wittgenstein) - Philosophische Überlegungen zur kosmogonischen Tatsache und zu ihrer Bedeutung für die Vorstellungen von Schöpfung, Schöpfer und Geschöpf

10.00 - 10.45
Prof. Dr. Gert-Ludwig Ingold, Theoretische Physik, Augsburg:
Gott erschuf die Welt ... und niemand sah zu

11.15 - 12.00
Podiumsdiskussion unter der Leitung von PD Dr. Gerda Riedl, Augsburg

IV. Exemplarische Entwürfe

14.15 - 15.00
Prof. Dr. Marianne Danckwardt, Musikwissenschaft, Augsburg:
"Die Schöpfung" von Haydn

15.00 - 15.45
Prof. Dr. Klaus Kienzler, Fundamentaltheologie, Augsburg:
Creatio ex nihilo - Schöpfung christlich nach Augustinus

16.15 - 17.00
Prof. Dr. Hans-Joachim Sander, Systematische Theologie, Salzburg:
Vom Ursprung zum Anfang, über die Vielheit zur Einheit, durch das Subjekt zum Prozess - Der Weltentstehungsdiskurs in Whiteheads Kosmologie
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Donnerstag, 18.11.2004

V. Transfer des Themas in Praxisfelder

9.15 - 9.40
PD Dr. Regina Radlbeck-Ossmann, Pastoraltheologie, Regensburg:
"Wie hat Gott das eigentlich genau gemacht, als er die Welt erschaffen hat?" - Kinderfragen nach der Entstehung der Welt angemessen beantworten

9.40 - 10.05
Dr. Markus Schiefer, Religionspädagogik, Augsburg:
Weltbild und Wirklichkeitsverständnis von Jugendlichen. - Plausibilität und (Un)Vereinbarkeit von schöpfungstheologischen Deutungsangeboten und naturwissenschaftlichen Erklärungsmodellen zur Weltentstehung?

10.05 - 10.30
Dr. Wolfgang Steck, Liturgiewissenschaft, München:

Schöpfung und Liturgie - Zwei Welten treffen sich? Anmerkungen zur Liturgie als Ort von Schöpfungsspiritualität

11.00 - 12.00
Podiumsdiskussion unter der Leitung von Johannes Frühbauer, Augsburg
Weitere Informationen: http://www.kthf.uni-augsburg.de/idt/2004idt/ - Tagungshomepage http://www.bibliothek.uni-augsburg.de/akt/index.html?/akt/ausstell/2004_astronomie/info.html
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