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Belegärzte fürchten um ihre Existenz

12.11.2004 - (idw) Deutsche Gesellschaft für Urologie

München. Kürzungen an der falschen Stelle: Ausgelöst durch die Entscheidung des Bewertungsausschusses, die stationär belegärztlich erbrachten Operationsleistungen des EBM 2000plus pauschal um 50 Prozent zu kürzen, ist es bei den Belegärzten zu erheblicher Unruhe und Existenzängsten gekommen.
Auf der Mitgliederversammlung des Bundesverbandes der Belegärzte in München erklärte der Bundesvorsitzende Dr. Klaus Schalkhäuser, dass durch diese undifferenzierte Pauschalkürzung eine Vergütung der notwendigen Operations-Assistenzen, die in die Bewertungen einkalkuliert seien, weder bei Teilnahme eines anderen Vertragsarztes, noch bei Hinzuziehung eines angestellten Krankenhausarztes möglich sei. Im Übrigen bezweifelt er auch, ob tatsächlich die bei großen Eingriffen, zum Beispiel Hüft-TEP, Tumornephrektomie und abdomineller Hysterektomie, jeweils zwei Operations-Assistenzen bei der Bewertung berücksichtigt wurden.
In seinem Gastreferat "Zukunft des Belegarztwesens" und in der zum Teil sehr emotional geführten Diskussion, ging der KBV-Hauptgeschäftsführer Dr. Andreas Köhler auf diese auch aus seiner Sicht berechtigten Befürchtungen ein und sicherte den Belegärzten zu, dass bis zum Jahresende diese Verwerfungen zufrieden stellend beseitigt werden. In diesem Zusammenhang kritisiert er allerdings, dass er nicht durch den KBV-Ausschuss für die fachärztliche Versorgung, in dem kein Belegarzt vertreten ist, auf diese Probleme vorab hingewiesen wurde und will auch prüfen, ob für die belegärztlich zu erbringenden Leistungen die jeweils notwenige Zahl an Assistenzen kalkuliert wurde.
"Sollten keine Änderungen erfolgen, die eine wirtschaftliche Leistungserbringung der stationären belegärztlichen Tätigkeiten gewährleisten, dürfte das Belegarztwesen bald Historie sein", befürchtet Schalkhäuser. Diese geänderten Rahmenbedingungen im einheitlichen Bewertungsmaßstab würden die beabsichtigte Förderung des Belegarztwesens konterkarieren, der bislang allein voll funktionierenden Schnittstelle der verschiedenen Versorgungsebenen. Er forderte deshalb auch die Kassenärztlichen Vereinigungen und Krankenkassen auf, die außerhalb der Regelleistungsvolumina zu vergütenden ambulanten und belegärztlichen operativen Leistungen mit einem angemessenen Punktwert zu versehen.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Dr. Klaus Schalkhäuser
Tel. 08081 - 413 13
Fax: 08081 - 4468
Weitere Informationen: http://www.bundesverband-belegaerzte.de/
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