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Meilensteine auf dem Weg zum "Virtuellen Heidelberg"

12.11.2004 - (idw) European Media Laboratory GmbH

Wissenschaftler des Heidelberger European Media Lab (EML) für maschinelles Bildverstehen und multimediales Informationssystem zur Stadtgeschichte ausgezeichnet Der Forschungs- und Innovationspreis der Stiftung Rhein-Neckar-Dreieck geht in diesem Jahr an Wissenschaftler des European Media Lab (EML) in Heidelberg. Sie arbeiten daran, Besuchern der Stadt Heidelberg mit multimedialen Techniken neue Wege bei der Erkundung der Stadtgeschichte zu ermöglichen. Der Informatiker Dr. Rainer Malaka und seine Arbeitsgruppe haben dabei Grundlagenforschung und anwendungsorientierte Forschung erfolgreich verknüpft und Forschungsergebnisse aus der Informatik, Geschichtswissenschaft und Geografie miteinander kombiniert. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert. "Eine Investition in ein innovatives Projekt, von dem wir noch viel erwarten können", so Stiftungsvorsitzender Manfred Lautenschläger in der gestrigen Pressekonferenz. Die Preisverleihung wird am 30.11.2004 im Mannheimer Rosengarten stattfinden.

Im Bereich der Grundlagenforschung haben die EML-Wissenschaftler neue Verfahren zum Bildverstehen entwickelt. Diese ermöglichen, mit dem Computer komplexe Objekte wie Gebäude zu analysieren. Die Software ist in der Lage, auch Teilobjekte, zum Beispiel Fenster, und deren Anordnungen zu erkennen. So wird es dann möglich, einen Gebäudetyp zu bestimmen. Bei herkömmlichen Methoden traten bisher große Schwierigkeiten auf, weil beispielsweise Fenster immer wieder anders aussehen.

Die multimediale Präsentation von Geschichte steht im Projekt "GEIST" im Mittelpunkt. Hier wird insbesondere Heidelberg zur Zeit des Winterkönigs um 1620 beleuchtet. 3D-Rekonstruktionen historischer Bauwerke, die heute nur als Ruinen oder gar nicht mehr existieren, eine Datenbank, die historische Informationen liefert und die Präsentation auch auf mobilen Geräten eröffnen dem Nutzer die Möglichkeit, in eine vergangene Epoche einzutauchen. Dass diese Art, Geschichte sichtbar zu machen, beim Publikum ankommt, zeigte die Sonderausstellung des Kurpfälzischen Museums mit der 3D-Rekonstruktion des Heidelberger Schlossgartens "Hortus Palatinus", die im letzten Jahr rund 10.000 Besucher gesehen haben.

Mit der Verknüpfung des maschinellen Bilderkennens und der multimedialen Präsentation haben die EML-Forscher Meilensteine auf dem Weg zum "virtuellen Heidelberg" gesetzt - einer Vision, die auch auf andere Städte übertragbar ist.
Dafür erhalten sie den Forschungs- und Innovationspreis der Stiftung Rhein-Neckar-Dreieck. An den prämierten Arbeiten beteiligt waren der Informatiker Dr. Rainer Malaka, der Geograf Robert Jany, der Geograf Dr. Richard Leiner, die Informatikerin Dr. Kerstin Schneider und der technische Informatiker
Jens Teichert.

Die European Media Laboratory GmbH (EML) (www.eml-d.villa-bosch.de) ist ein privates Forschungsinstitut für Informationstechnik und ihre Anwendungen. Ziel ist es, neue informationsverarbeitende Systeme zu entwickeln, bei denen der Nutzer die Technik nicht mehr als Hindernis wahrnehmen soll. Der Schwerpunkt liegt in mobilen Assistenzsystemen. Die EML-Forscher arbeiten eng mit Universitäten und der Industrie zusammen. Derzeit bearbeitet das EML im Wesentlichen Forschungsprojekte der gemeinnützigen Klaus Tschira Stiftung (KTS) (www.kts.villa-bosch.de). Ebenso wie die KTS ist das European Media Lab in der Villa Bosch in Heidelberg beheimatet, dem ehemaligen Wohnsitz des Nobelpreisträgers Carl Bosch (1874 - 1940).


Für weitere Informationen und Bildmaterial wenden Sie sich bitte an:

Dr. Peter Saueressig
European Media Laboratory GmbH
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: +49-6221-533-245
Fax: +49-6221-533-198
peter.saueressig@eml.villa-bosch.de

Wissenschaftlicher Ansprechpartner:

Dr. Rainer Malaka
European Media Laboratory GmbH
Group Leader Personal Memory
Tel: +49-6221-533-206
Fax: +49-6221-533-298
www.eml.villa-bosch.de

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